Unsere aktuellen Projekte

KliMaWerk.Wasser:Landschaft

Nachhaltige Bewirtschaftung des Landschaftswasserhaushaltes zur Erhöhung der Klimaresilienz: Management und Werkzeuge

Verbundpartner:

  • Universität Duisburg-Essen
  • Christian-Albrechts-Universität Kiel
  • Planungsbüro Koenzen
  • delta H Ingenieurgesellschaft mbH
  • HYDROTEC Ingenieurgesellschaft für Wasser und Umwelt mbH
  • Ecologic Institut gemeinnützige GmbH

Assoziierte Partner:

 

  • Bezirksregierung Münster
  • Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
  • Arbeitsgemeinschaft der Wasser- und Bodenverbände Westfalen-Lippe

 

Gefördert von

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Zur Webseite

Wasser-Extremereignisse (WaX)

Zur Webseite

Forschung für Nachhaltigkeit

Zur Webseite

Das Verbundvorhaben wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) innerhalb der Fördermaßnahme Wasser-Extremereignisse (WaX) gefördert.

Laufzeit: 01.02.2022—31.01.2025

Ansprechpersonen

MERLIN

MERLIN: Mainstreaming Ecological Restoration of freshwater-related ecosystems in a Landscape context: INnovation, upscaling and transformation

Natürliche Lösungen finden – EU-Projekt zur Wiederherstellung von Süßwasser-Ökosystemen

Das erklärte Ziel der EU ist es, mit dem „Grünen Deal“ erster klimaneutraler Kontinent zu werden. Nur so kann es gelingen, den Auswirkungen von Klimawandel und Umweltzerstörung als existenziellen Bedrohungen zu begegnen. Dazu gehört auch der Schutz von Lebensräumen und der Artenvielfalt, Hochwasser- und Dürremanagement sowie Nachhaltigkeit und Gesundheitsschutz.

Im Sinne des „Grünen Deal“ der EU sucht MERLIN nach neuen, großräumig anwendbaren Lösungen für die Wiederherstellung der Funktionen von Süßwasser-Ökosystemen.

Förderung für Renaturierungsvorhaben in Europa

Beteiligt sind 45 Partner*innen aus ganz Europa, darunter Universitäten, Forschungsinstitute und Naturschutzorganisationen sowie Akteur*innen aus Wirtschaft, Verwaltung und Kommunen. Dabei werden 17 europäische Renaturierungsprogramme von Finnland bis Portugal mit EU-Mitteln erweitert, vernetzt und zu europaweiten Vorbildern ausgebaut. Mit 10 Millionen Euro der insgesamt 21 Millionen Euro EU-Förderung geht die Hälfte der Fördersumme in konkrete Renaturierungsvorhaben, bei denen Moore wiedervernässt, Querbauwerke zurückgebaut und Auen revitalisiert werden. Durch die Rückführung in einen naturnahen Zustand können Süßwasser-Ökosysteme u. a. den Hochwasserrückhalt verbessern, Kohlendioxid speichern und Selbstreinigung leisten. Intakte Ökosysteme bieten darüber hinaus Naherholungsräume, die sowohl in dichtbesiedelten wie auch in landwirtschaftlich geprägten Regionen von den Menschen wertgeschätzt werden. Die vielfältigen Leistungen von Süßwasser-Ökosystemen, aber auch die Ressource Wasser an sich, sind unentbehrlich für zahlreiche Gesellschafts- und Wirtschaftssektoren. MERLIN nimmt all diese Nutzen von Renaturierung in den Blick und bilanziert die Wirkungen der Maßnahmen ökologisch und ökonomisch.

MERLIN unterstützt den laufenden Emscher-Umbau

In Deutschland unterstützt MERLIN den bereits laufenden Emscher-Umbau mit zusätzlichen Renaturierungs- und Umweltbildungsmaßnahmen. Nachdem der ehemalige Schmutzwasserlauf bereits mit großem Aufwand gereinigt und naturnah umgestaltet wird, trägt MERLIN nun zur weiteren Aufwertung des Gewässerumfeldes bei. Ein Schwerpunkt liegt auf der Anlage und nachhaltigen Bewirtschaftung von Extensivwiesen zur Steigerung der Artenvielfalt im Gewässerumfeld. Dies erfordert eine effiziente und wirtschaftliche Mahd sowie Nutzung des Mahdgutes. Im Rahmen von MERLIN wird zudem die Einbindung von Interessengruppen aus anderen relevanten Bereichen bei der Instandhaltung, Bewirtschaftung und Pflege der renaturierten Emscher-Gewässer und Auenflächen erprobt. Ferner werden Programme zur Umweltbildung und „Citizen Science“ (Bürgerbeteiligung an wissenschaftlicher Umweltbeobachtung) durchgeführt. Mit MERLIN werden darüber hinaus gezielt Synergien zwischen Wasserwirtschaft und Naturschutz gesucht und in konkreten Planungs- und Umsetzungsprozessen berücksichtigt. Mittels einer Erfolgskontrolle wird MERLIN den Umsetzungsprozess und die Wirkung dieser Maßnahmen bewerten.

Projektlaufzeit

01.10.2021 – 30.09.2025

Projektförderung

Europäische Kommission H2020

Förder-Nummer: 101036337

Gesamtprojektkoordination

Prof. Dr. Daniel Hering, Universität Duisburg-Essen, Aquatische Ökologie, Tel. 0201/18 3-3084, daniel.hering@uni-due.de

Dr. Sebastian Birk, Universität Duisburg-Essen, Aquatische Ökologie, Tel. 0201/18 3-3218, sebastian.birk@uni-due.de

Ansprechpersonen

Netzwerk Agile Verwaltung

Gemeinsam den Austausch gestalten!

Unser Netzwerk Agile Verwaltung mit bereits über 20 öffentlich-rechtlichen Partnerorganisationen ist sehr lebendig: Wir wollen Wissen und Erfahrungen rund um neue Arbeitsweisen teilen und von- und miteinander lernen.

Sie wollen unser Netzwerk und uns näher kennenlernen und sich mit uns austauschen? Gerne! Alle unsere Angebote sind kostenlos, denn als Netzwerk engagieren wir uns gemeinsam zum gegenseitigen Nutzen.

Wie das Netzwerk entstanden ist, was das überhaupt ist, welche Ziele wir gemeinsam verfolgen und vieles mehr, erklärt der kleine Film. Getreu dem Motto „von Beschäftigten für Beschäftigte“ wurde dieser durch unsere Auszubildenden gemeinsam vorbereitet, produziert und vertont.

Video

Hier geht es zum Video.

Die weltweit bestehenden Herausforderungen machen deutlich, welche Bedeutung öffentlich-rechtliche Organisationen auf allen Ebenen für die Entwicklung einer guten Zukunft zukommt. Es gilt, mit ganzer Kraft neue Arbeitsansätze kooperativ zu erproben und einzusetzen: Die Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ bietet mit der Anpassung an den Klimawandel hierzu einen beispielhaften großräumigen Modellraum.

Unsere Foren „Agil in die Zukunft“

Um unsere Grundidee des gemeinsamen Austauschs zu gestalten, setzen wir auf aktiven Wissenstransfer. Hierzu organisieren wir jährlich unser Forum „Agil in die Zukunft“. Mit wechselnden Gastgeber*innen aus unterschiedlichen Städten bieten wir eine Plattform mit spannenden Impulsen und Raum für die gemeinsame Ideenentwicklung.

Auf dieser Basis entstehen Netzwerkpartnerschaften, in denen sich Kolleg*innen gegenseitig unterstützen und beraten können.

Unser 5. Forum “Agil in die Zukunft” fand vom 30. Mai bis 3. Juni 2022 statt. Gastgeberin war die Stadt Dortmund.

Mit dem Fokus auf einer organisationsübergreifenden Zusammenarbeit haben wir die Möglichkeiten unserer Arbeitswelten betrachtet und gemeinsam darüber nachgedacht, wie Gutes gesichert und weitere Veränderungen angeschoben werden können. Um konkrete Handlungsempfehlungen für sich und die eigene Organisation kennenzulernen und abzuleiten, konnten sich die Teilnehmer*innen wie gewohnt, das Programm selbst zusammenstellen und aus Angeboten verschiedenster Formate flexibel und frei auswählen. Die Teilnahme war wie immer kostenlos.

Ergebnisse unserer Foren

Sie haben eines unserer Foren verpasst? Kein Problem, hier finden Sie die Ergebnisse.

Unsere Formatreihe „Zwischen den Foren“

Unsere Foren ermöglichen es vor allem, in kurzer Zeit in sogenannten „Schwarzmärkten des Wissens“ zu vielen Themen neue Eindrücke zu gewinnen und sich kennenzulernen. Ist eine Basis für gemeinsames Wirken vorhanden, startet die Arbeit an den Team-Produkten in der „Produktschmiede“. Doch warum ein Jahr auf das nächste Forum warten, wenn schon jetzt ein organisationsübergreifendes Zusammenkommen und gemeinsames Handeln möglich ist?  Unsere Antwort ist die Formatreihe „Zwischen den Foren“.

Werden Sie aktiv und wenden sich an unser Koordinierungsteam. Wir beraten und begleiten Sie auf dem Weg zur Umsetzung des Formats zu Ihrem Thema.

Unsere Mobilen Praxis-Labore

In unserem Arbeitsalltag sammeln wir immer mehr Erfahrungen mit agilen Arbeitsmethoden. In der einen Organisation hat sich „Kanban“ bewährt, in anderen die Technik des „Planning Poker“ oder der Einsatz von „Personas“. Zu diesen und anderen Methoden werden von vielen Dienstleister*innen Schulungen oder Trainings angeboten. Wir finden: Am besten lassen sich die Methoden und Erfolgsfaktoren vor Ort im Gespräch mit Verantwortlichen kennenlernen. Zusätzlich zu den Praxiseinblicken bieten wir die Möglichkeit zum Sammeln eigener erster Erfahrungen mit den Methoden. Gerne informieren wir über nächste Termine.

Unsere Netzwerkpartner*innen

Emschergenossenschaft und Lippeverband – Essener Versorgungs- & Verkehrsgesellschaft mbH – IHK Mittleres Ruhrgebiet – Jobcenter Bochum – Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW e.V. – LINEG – Niersverband – Regionalverband Ruhr – Ruhrverband – Shift Digital GmbH – Stadtwerke Bochum – Wupperverband – Stadt Arnsberg – Stadt Bochum – Stadt Detmold – Stadt Dortmund – Stadt Duisburg – Stadt Essen – Stadt Gladbeck – Stadt Hannover – Stadt Köln – Stadt Lünen – Stadt Mülheim a. d. Ruhr – Stadt Recklinghausen – Kreis Wesel – Stadt Wuppertal

Zukunft gestalten. Jetzt!

Als Koordinierungsteam kümmern wir uns darum, dass unser Netzwerk lebendig bleibt und stetig wächst. Wir, das sind:

Michaela Claas, Ralf Engels, Andreas Gunkel & Jasmin Wiemers-Krüger
(Stadt Bochum)

Gundula Grzesik
(Wirtschaftsförderung Dortmund)

Thomas Griebe
(Stadt Duisburg)

Maren Lohmann
(Stadt Dortmund)

Thomas Heiser & Ralf Schumacher
(Emschergenossenschaft/Lippeverband)

Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf – wir helfen gerne weiter.

AMPHORE

Regionales Klärschlamm- und  Aschen-Management zum Phosphorrecycling für einen Ballungsraum

Gemeinsam für die Region. Der Ruhrverband, die Emschergenossenschaft, der Lippeverband, der Wupperverband und die Linksniederrheinische Entwässerungs-Genossenschaft (LINEG) erarbeiten in Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten, Ingenieurgesellschaften und weiteren Institutionen erstmals ein umfassendes, regionales Lösungskonzept zum Phosphor-Recycling für einen großen und  vielschichtigen Ballungsraum in Deutschland.

Phosphor-Recycling – Rückgewinnung eines essentiellen Rohstoffs

Phosphor ist als einer der wichtigsten und nicht ersetzbaren Nährstoffe unverzichtbar für das tägliche Leben. Noch ist Deutschland auf den Import von Phosphor aus Drittstaaten angewiesen. Mit dem Recycling des in Abwässern enthaltenen Phosphors könnte jedoch zukünftig ein Teil des Phosphorbedarfs gedeckt werden. Mit der im Jahr 2017 beschlossenen Neufassung der Klärschlammverordnung ist die Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm bzw. Klärschlammverbrennungsasche ab 2029 vorgeschrieben. Die notwendigen Verfahren, mit deren Hilfe der Phosphor zurückgewonnen werden kann, sind allerdings für den flächendeckenden Einsatz noch nicht ausreichend entwickelt.

Unter der Federführung des Ruhrverbands demonstrieren die fünf beteiligten sondergesetzlichen Wasserverbände Nordrhein-Westfalens im Projekt AMPHORE ein innovatives Verfahren zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlammasche im großtechnischen Maßstab und integrieren dies gemeinsam mit weiteren Partnern in ein ganzheitliches Konzept von der Abwasserreinigung über die Klärschlammbehandlung bis zum Einsatz des erzeugten Phosphorproduktes.

Die Projektregion

Das Verbandsgebiet der fünf beteiligten Wasserverbände hat eine Gesamtfläche von 10.323 km². Mit rund 7 Millionen Menschen gilt die Region als einer der größten Ballungsräume Deutschlands. Das Konzept umfasst 139 Kläranlagen mit zirka 9 Prozent des deutschen Klärschlammanfalls sowie fünf Verbrennungsanlagen mit einem Rückgewinnungspotenzial von rund 4.700 Tonnen Phosphor pro Jahr. Gute Voraussetzungen für einen innovativen, regionsweiten Management-Ansatz für Klärschlämme und die Weiterbehandlung erzeugter Verbrennungsaschen zur Produktion eines hochwertigen Phosphor-Rezyklates.

 

Was sind die Ziele?

Erarbeitung von Entscheidungsgrundlagen für eine zukunftssichere, ökonomische und ökologisch optimierte Gestaltung der Klärschlammverwertung mit regionalem Phosphor-Recycling

Aufbau einer öffentlich-rechtlichen Organisationsstruktur für das Phosphor-Recycling durch Gründung einer gemeinsamen Tochtergesellschaft: PhosRec Phosphor-Recycling GmbH

Planung, Bau und Betrieb einer großtechnischen Demonstrationsanlage zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlammaschen durch ein nasschemisches Verfahren

Aufbau regionaler Distributionsstrukturen zur Vermarktung und Nutzung des entstehenden Phosphorproduktes sowie weiterer Nebenprodukte und Verwertung der Reststoffe

Was sind die Aufgaben?

Alle erforderlichen Umsetzungsschritte werden in fünf Arbeitspakete (AP) mit zugehörigen Unterarbeitspaketen gegliedert.

 

Großtechnische Umsetzung auf der Kläranlage Bottrop

Am Standort der Kläranlage Bottrop mit zentraler Schlammbehandlung (solar-thermische Trocknung und energetische Verwertung in der Wirbelschichtverbrennung) wird die großtechnische Demonstrationsanlage zur Rückgewinnung des in den Klärschlammaschen gebundenen Phosphors (Zielgröße 1.000 Tonnen Asche/Jahr) errichtet. Nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren im Rahmen der Konzeptphase sowie in den ersten sechs Monaten nach Start der Umsetzungsphase haben sich die Projektbeteiligten als Verfahren auf einen patentierten Prozess der PARFORCE Engineering & Consulting GmbH (Freiberg) verständigt. Die gewählte PARFORCE-Technologie wird mit der großtechnischen Umsetzung auf die vorliegenden Ansprüche hin optimiert und hinsichtlich des Dauerbetriebs sowie der Betriebsstabilität bei verschiedenen Betriebszuständen eingehend geprüft. Auch die Qualitäten und mögliche Verwertungspfade für Nebenprodukte und Reststoffe (u. a. Metallsalze, Streusalzsole und silikatische Rückstände) werden neben der späteren Vermarktung der erzeugten Phosphorsäure betrachtet. So werden eine möglichst hochwertige Verwertung und eine möglichst hohe Entsorgungssicherheit angestrebt. Die PhosRec Phosphor-Recycling GmbH als Tochtergesellschaft der beteiligten Wasserverbände, die eigens für das Projekt gegründet wurde, ist als Projektpartner verantwortlich für den Bau und den Betrieb der Demonstrationsanlage. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für Mitte 2023 geplant. Die erhobenen Messdaten werden maßgebliche Erkenntnisse für den Aufbau eines angepassten Klärschlamm- und Klärschlammaschenmanagements liefern.

Fördermittelgeber*innen

AMPHORE ist ein Verbundprojekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als Teil der Fördermaßnahme „Regionales Phosphor-Recycling“ (RePhoR) unterstützt wird. Mit dem Förderprogramm werden insgesamt sieben Verbundprojekte innovative regionale Lösungen zum Phosphor-Recycling und zur Klärschlammverwertung entwickeln und umsetzen. Diese Fördermaßnahme ist Gegenstand des BMBF-Rahmenprogramms „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ (FONA3).

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Regionales Phosphor-Recycling

Projektpartner*innen

Emschergenossenschaft/Lippeverband
Emscher Wassertechnik GmbH/Lippe Wassertechnik GmbH
Fraunhofer ISI
ifeu Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg
LINEG
PhosRec Phosphor-Recycling GmbH
Ruhrverband
RWTH Aachen Institut für Siedlungswasserwirtschaft
WIW Wupperverbandsgesellschaft für Integrierte Wasserwirtschaft mbH
Wupperverband

Assoziierte Partner*innen

Betrem
Compo Expert
innovatherm
Soepenberg
WFA GmbH
Wocklum Gruppe
WW Group
Yara

Projektlaufzeit:  07/2020 – 06/2025

Weitere Informationen finden Sie unter:

https://ruhrverband.de/wissen/projekt-amphore/

https://www.bmbf-rephor.de/

Ansprechpartner

Dr.Issa Nafo

(Projektleitung EGLV)

Dr. Dennis Blöhse

(Projektleitung PhosRec GmbH)

KlimaBeHageN

Klima-Bewusstsein im Hammbachgebiet (NRW): Nachhaltiges Wassermanagement für Landwirtschaft, Landschaft und Wasserversorgung (KlimaBeHageN)

Trockenheit – ein Problem für alle!

2018, 2019, 2020 …. Jahre mit extremen Trockenphasen häufen sich. Wir müssen davon ausgehen, dass unser bisheriger Wasserverbrauch und die hierfür seit Jahrzehnten entwickelte Infrastruktur sich ändern müssen, um weiterhin Wasser für alle zur Verfügung zu haben.

Privathaushalte konnten bisher einfach den Wasserhahn aufdrehen und es sprudelt in bester Trinkwasserqualität heraus. Land- und Forstwirtschaft bekommen die Probleme ganz anders zu spüren: Vertrocknetes, verkümmertes Getreide, zu wenig Viehfutter, immer aufwändigere Bewässerungssysteme im Gemüseanbau, Trockenstress auf Obstplantagen – und die 2020 auffällig braunen und verdorrten Waldflächen zählen zu den Indizien, dass unsere Vegetation mit dem Wassermangel nicht mehr zurechtkommt.

Der „Dürremonitor“ des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung zeigt die dramatische Entwicklung für unterschiedliche Bodentiefen und erläutert die Zusammenhänge mit der Landwirtschaft.

Was bedeutet das für die Emscher-Lippe-Region?

Grundwasser existiert in mehreren sogenannten Stockwerken, die in unterschiedlicher Tiefe liegen, teils miteinander in Verbindung stehen und für verschiedene Zwecke genutzt werden.

Trinkwasser zur Versorgung des nördlichen Ruhrgebiets wird aus 40 bis 120 Metern Tiefe aus den Halterner Sanden und Recklinghäuser Sandmergeln gefördert, einem der größten nutzbaren Grundwasservorkommen NRWs (in Dorsten über die Brunnengalerien Holsterhausen und Üfter Mark).

Die oberflächennahen Grundwasserschichten und ihr Zusammenspiel mit Bächen und Flüssen sind demgegenüber bedeutsam für die Vegetation und Tierwelt, also auch für die Landwirtschaft. In Trockenperioden reicht der Niederschlag manchmal nicht mehr aus, um Wälder oder Moore unbeschadet zu erhalten.

Kommen weitere Wasserentnahmen oder z.B. qualitative Aspekte wie erhöhte Nitratkonzentrationen hinzu, verschärfen sich die Probleme.

In der Emscher-Lippe-Region müssen bedingt durch den Bergbau seit über 100 Jahren viele Siedlungsgebiete künstlich entwässert oder eingedeicht werden, sonst könnten dort keine Menschen mehr leben.

Dadurch muss immer ausbalanciert werden, einerseits wie viel zuströmendes Grundwasser zur Siedlungsentwicklung abgepumpt werden muss und wie viel andererseits zur Wahrung der Vegetation, der Landwirtschaft und der zusammenhängenden Grundwasserstockwerke erhalten bleibt.

Teils historisch bedingt haben viele Landwirte zur Bewässerung ihrer Felder Wasserentnahmerechte und bedienen sich hierfür der oberen Grundwasserstockwerke. Ohne großflächige Beregnung bis hin zur Tröpfchenbewässerung ist sonst oft keine Nahrungsmittelproduktion
möglich.

Wie viel Investitionen in ressourcenschonende Bewässerungssysteme können landwirtschaftliche Betriebe tragen und noch Marktpreise erzielen? Hier ist nicht nur eine Entnahme mit Blick auf den langfristigen Erhalt des Grundwasserdargebotes zu sehen, sondern auch die Frage nach der Wirtschaftlichkeit.

In Trockenperioden bedeutet das also in der Summe, dass durch konkurrierende Nutzungen die Grundwasserleiter stark beansprucht werden können. Hier setzt das Projekt KlimaBeHageN an.

Das Hammbach-Einzugsgebiet in Dorsten als Pilotregion

Das Hammbach-Einzugsgebiet liegt im südlichen Münsterland und der Hammbach mündet in Dorsten in die Lippe. Die Oberläufe liegen in der Verantwortung des Wasser- und Bodenverbandes Rhader Bach/Wienbach und der Hammbach selber mit weiteren Gewässerabschnitten in Zuständigkeit des Lippeverbandes. Dieser betreibt auch die örtliche Kläranlage sowie Pumpwerke zur Regulierung der Bergbaufolgen.

Neben kleinen Mooren, Feuchtgebieten und Waldbereichen findet sich im Projektgebiet viel landwirtschaftliche Nutzung mit unterschiedlichen Strukturen (wie Mais, Getreide, Gemüse, Obst, Viehwirtschaft) sowohl in der Produktion wie in der Weiterverarbeitung. Im Projektgebiet kommen neben exemplarischen, auf andere Regionen übertragbaren Problemen auf überschaubarem Raum auch eine gute Datengrundlage und engagierte Projektbeteiligte zusammen:

Im BMBF-geförderten Projekt dynaklim hatten sich der Lippeverband (LV) und der Trinkwasserversorger Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH (RWW) bereits 2009 bis 2014 mit Klimaprognosen und Folgen für die Wasserwirtschaft intensiv befasst. Mit einem Grundwasserströmungsmodell wurden am Beispiel der Üfter Mark stationäre Simulationen für die nahe (2021-2050) und ferne (2071-2100) Zukunft durchgeführt und mit dem Ist-Zustand (1961-1990) verglichen.

Durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt wurde dann für den Planungsraum ein vorlaufendes Maßnahmenkonzept bis 2019 gefördert, um Nutzungskonkurrenzen – auch verursacht durch den Klimawandel – zukünftig minimieren zu können.

Das Konzept wurde unter Beteiligung der relevanten Akteure im Einzugsgebiet des Hammbachs erstellt und abgestimmt. Es geht nun darum, dieses Konzept weiter zu konkretisieren und umzusetzen. Speziell hier im Raum wird auch der Frage nachgegangen, welche Wasserqualität/-quantität für welche Nutzung adäquat ist: Können die zur Wasserregulierung an der einen Stelle gepumpten Mengen an anderer Stelle genutzt werden?

Was wird vor Ort konkret gemacht?

Projektinhalte bei KlimaBeHageN sind von 2020 bis 2022:

Die Erstellung einer Studie zur Umsetzbarkeit der bisher erarbeiten Maßnahmenvorschläge für die Landwirtschaft mit belastbarer Kostenannahme,

die Ermittlung eines konkreten landwirtschaftlichen Wasserbedarfs zur dauerhaften ressourcenschonenden Bewässerung in Trockenzeiten und Maßnahmen zur messbaren Minimierung des Bewässerungsbedarfs sowie sozialökologische Aspekte und Auswirkungen möglicher Maßnahmen (unter intensiver Einbindung landwirtschaftlicher Betriebe),

die Entwicklung von Modellen zur Organisation und Finanzierung der Bewässerung inklusive rechtlicher Fragen und Zuständigkeiten sowie
die Weiterentwicklung eines zuvor erstellten Entscheidungshilfetools für die Behörden unter aktiver Einbindung der bereits involvierten Unteren Wasserbehörde Kreis Recklinghausen und der Bezirksregierung Münster (welche Datenbasis ist erforderlich, welche Instrumente sind hilfreich, wie werden Wassernutzer adressiert, was kann innerhalb des bestehenden Rechtsrahmens geleistet/ erreicht werden?),

die konkrete Umsetzung von wasserregulierenden Maßnahmen im Deutener Moor und Brosthauser Wiesenmoor mit Wirkung bis in die benachbarten Gebiete.

Im Ergebnis soll einerseits die messbare Dämpfung von Verbrauchsspitzen in kritischen Phasen (d. h. in Trockenmonaten) und andererseits eine Übertragbarkeit auf andere Regionen erzielt werden.

Ich lebe in der Region – wie bin ich vom Projekt berührt?

Zunächst einmal ist die Trinkwasser-Versorgung auf absehbare Zeit nicht gefährdet. Zur langfristigen Schonung der Ressourcen sollte man jedoch bedenken, dass gerade in Trockenperioden ein übermäßiger Verbrauch durch Gartenbewässerung, private Pools oder mehrfaches Duschen am Tag ökologisch bedenklich ist.

Für das oberflächennahe Grundwasserstockwerk kann jeder Immobilienbesitzer Gutes tun: Eine Abkopplung der Regenwasserableitung von Dächern, Terrassen oder Gehwegen – entweder zur Speisung einer Regentonne im Garten oder zur Versickerung – hilft dem Grundwasser und vermindert Abflüsse in die Mischkanalisation, denn sauberes Regenwasser sollte eigentlich nicht in der Kläranlage landen.

Auch kann man sich die Frage stellen, ob der eigene Garten vielleicht mit Pflanzen gestaltet werden kann, die Trockenstress besser vertragen?

Landwirtschaftliche Betriebe vor Ort, die Interesse an einer Kooperation haben, können sich über die Landwirtschaftskammer einbringen. Unter Wahrung des Datenschutzes werden zusammen mit der Universität Kassel Betriebsdaten erhoben und ausgewertet und Möglichkeiten einer wasserschonenderen Bewirtschaftung ermittelt, um den Betrieben eine Perspektive zu bieten.

Infoveranstaltungen sind geplant – soweit es die Corona-Regeln zulassen – und die Projektergebnisse werden kontinuierlich publiziert.

Mit unserem Newsletter halten wir Sie hier regelmäßig auf dem Laufenden.

Ansprechpartner*innen:

Dipl.-Geol. Michael Getta
Tel.: 0201 104-2491,
Mail:Getta.Michael@eglv.de

Dipl.-Ing. Kirsten Adamczak
Tel.: 0201 104-2679,
Mail: Adamczak.Kirsten@eglv.de

Fördergeberin

Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Zur Webseite

Projektpartner*innen

Lippe Wassertechnik GmbH

Zur Webseite

Agrartechnik Witzenhausen

Zur Webseite

Hochschule Ruhr West Mülheim

Zur Webseite

RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH

Zur Webseite

Landwirtschaftskammer Coesfeld (NRW)

Zur Webseite

Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband e.V.

Zur Webseite

Wasser- und Bodenverband Rhader Bach/ Wienbach

Phos4You

Phosphor – ein lebensnotwendiger, aber begrenzter Rohstoff

Emschergenossenschaft und Lippeverband entwickeln eine nachhaltige Strategie zur Rückgewinnung der endlichen Ressource Phosphor aus Abwasser. Dafür engagieren wir uns zusammen mit zehn weiteren Partnern aus sieben Ländern im INTERREG V B NWE -Projekt „Phos4You“.

Phosphor ist für den menschlichen Organismus überlebenswichtig. Es existieren so gut wie keine Phosphorerzreserven in Europa, die EU weist eine Importabhängigkeit von über 90% auf. Eine Reduzierung dieser Abhängigkeit durch Erschließung erneuerbarer Phosphorquellen trägt zur Nahrungssicherheit Europas bei.

Unter Federführung des Lippeverbandes demonstriert Phos4You innovative Technologien zur Phosphorrückgewinnung, zeigt Nutzungsmöglichkeiten von recyceltem Phosphor auf (z.B. biologische Düngemittel) und unterstützt Phosphorrecycling in den Partnerregionen und darüber hinaus.

Phos4You geht das Phosphor-Problem an

Obwohl Phosphor (P) eine endliche Ressource ist, wird P derzeit in großem Maßstab „verschwendet“: Nach Einsatz als Düngemittel geht er durch die Nahrungsaufnahme ins Abwasser über und geht dort durch Entsorgung des Klärschlamms dem weiteren Kreislauf verloren. Die Europäische Union erkannte das Problem und nahm 2014 Phosphatgestein in die Liste der kritischen Rohstoffe auf. Die Nutzung von sekundärem Phosphor ist essentiell zur zukunftssicheren Versorgung der Menschen.

Phos4You kümmert sich speziell um die Phosphorrückgewinnung auf Kläranlagen. Das Potential der Rückgewinnung aus häuslichem Abwasser soll bestmöglich ausgeschöpft werden.

Das Rückgewinnungspotential in Nordwesteuropa wird auf jährlich 113.000 t P geschätzt. Das kann 26% des Bedarfs an Phosphatgestein in Nordwesteuropa (NWE) ersetzen. Sogar 45% des Bedarfs könnten durch Einsatz von Kreislaufwirtschaft gedeckt werden, wenn man weitere Sektoren wie z. B. Schlachtereien in Betracht zieht. In 2015 hat NWE den Phosphorbedarf zu 100% importiert.

Phos4You will demonstrieren, dass die Rückgewinnung von Phosphor aus Abwasser machbar ist. Darüber hinaus soll die Düngemittelindustrie in die Lage versetzt werden, den rückgewonnenen P auch zu nutzen, um so den P-Kreislauf durch Recycling zu schließen. Der Lückenschluss zwischen Rückgewinnung und Recycling ist somit das dritte Projektziel. Es beinhaltet die Aufskalierung der gewählten Technologien, die Entwicklung einer Entscheidungshilfe sowie die Einwirkung auf aktuelle Gesetzgebungen.

Was ist zu tun?

Die wesentlichen Projektbausteine sind:

  • Bau von Demonstratoren für P-Rückgewinnungstechnologien unter Realbedingungen
  • Umsetzung innovativer P-Rückgewinnungstechnologien für häusliches Abwasser
  • Herstellung von neuen Produkten aus P-Recyclingprozessen für Düngemittel
  • Erarbeiten eines EU-weiten Standards zur Qualitätsbewertung der neuen Düngemittelprodukte
  • Erhöhung der gesellschaftlichen Akzeptanz von Düngemitteln aus häuslichem Abwasser

Die international zusammengesetzte Partnerschaft hat komplementäre Expertise im Bereich der Phosphorrückgewinnung. Projektpartner sind Kläranlagenbetreiber, Betreiber von Klärschlamm-Mono-Verbrennungsanlagen, Patentinhaber von Rückgewinnungsprozessen, Universitäten und Forschungsinstitute. Akteure der Düngemittelindustrie sind eng assoziiert, um die Wertschöpfungskette des P-Kreislaufs vollständig abzubilden.

Das erweiterte Netzwerk der assoziierten Partner bezieht Ministerien, bewilligende Behörden und politische Akteure auf regionaler, nationaler und Europäischer Ebene mit ein.

Pilotprojekte bei Emschergenossenschaft und Lippeverband

Die deutsche Bundesregierung treibt die technische Phosphorrückgewinnung voran. Die novellierte Klärschlammverordnung wurde im März 2017 im Bundestag verabschiedet. Hierdurch wird die landwirtschaftliche Verwertung von Klärschlämmen gesetzlich sehr erschwert. Die Entwicklung einer langfristigen Klärschlammentsorgungsstrategie für die Verbände ist gefordert.

Das Phos4You-Projekt unterstützt das seit vier Jahren: Verschiedene innovative Verfahren der Phosphor-Rückgewinnung und des -Recyclings werden nach technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten untersucht. Die Belange der Verbände gemeinsam mit BETREM und INNOVATHERM werden dabei berücksichtigt.

Pilotprojekt des Lippeverbands ist die Untersuchung, wie sich die EG/LV-Klärschlammasche nach entsprechender Behandlung im industriellen Maßstab als Phosphordünger nutzen lässt. Das Pilotprojekt der Emschergenossenschaft beinhaltet die Herstellung einer speziellen Asche, die direkt nach einer zweistufigen Verbrennung als Dünger verwertbar ist. Diese Innovation wird auf einer Pilotanlage auf dem Technikum in Dinslaken gezeigt.

Projektpartner:

Projektlaufzeit: 15.09.2016 – 14.09.2021

Förderprogramm

INTERREG V B North-West Europe

Zur Webseite

Videos:

Video zum Projekt "Phos4You" Video zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm Video zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm-Asche Weitere Videos zur Phosphorrückgewinnung finden Sie hier auf der Projekt-Webseite.

Marie-Edith Ploteau

Kronprinzenstraße 24
45128 Essen

Gesund an der Emscher!

Gesundes Leben an der Emscher

Gemeinsam mit der Bochumer Krankenkasse KNAPPSCHAFT realisieren wir Freizeit- und Gesundheitsangebote entlang der Emscher. Ziel der Kooperation ist es, die gesundheitsfördernden Aspekte der durch den Emscher-Umbau neu gewonnenen Lebensräume zu nutzen. Unsere gemeinsame Absicht: die Natur- und Flusslandschaft für die Menschen der Region erlebbar und nutzbar zu machen.

Dabei geht es nicht nur um Gesundheit, sondern auch um Prävention. An den Ufern entstehen Freizeitareale, erschlossen durch ein umfangreiches Wegenetz.

Die KNAPPSCHAFT unterstützt zukünftig Projekte entlang des Emscher-Weges, wie zum Beispiel „Glücksradtouren“ zur Burnout-Prophylaxe oder Workshops im Gesundheits- und Ernährungsgarten. „Blaue Klassenzimmer“, die an den renaturierten Ufern der Emscher entstehen sollen, bieten Schulen dann einen direkten Zugang zum Wasser. Dort kann der Unterricht unter freiem Himmel stattfinden und der neue Lebensraum Emscher genau unter die Lupe genommen werden.

Ein Highlight ist das jährliche Emscher-Picknick, das erstmalig am 25. August 2019 stattgefunden hat. Menschen können gemeinsam radeln, entspannen und gesund und lecker essen. Ein großer Event mit einem tollen, vielfältigen Programm für alle, die gerne an der frischen Luft sind.

Blaues Klassenzimmer am Hof Emscher-Auen

In Kooperation mit der KNAPPSCHAFT beabsichtigt die Emschergenossenschaft, ein Blaues Klassenzimmer am Hochwasserrückhaltebecken Emscher-Auen an der Stadtgrenze Dortmund Mengede / Castrop-Rauxel Ickern zu errichten. Die Anlage soll im Herbst 2022 feierlich eröffnet werden. Derzeit läuft der Genehmigungsantrag.

Was ist ein Blaues Klassenzimmer?

Ein Blaues Klassenzimmer ist ein multifunktionales Bauwerk am Wasser, beispielsweise eine kreisförmige Ufergestaltung aus Naturstein, welches die Umweltbildung und das Naturerlebnis ermöglicht, oder auch als Rastpunkt bei einem Spaziergang oder einer Radtour am Gewässer dient. Insbesondere die örtlichen Schulen, Kindergärten und weitere Träger, die sich in der Umweltbildung engagieren möchten, profitieren vom Blauen Klassenzimmer: Der Unterricht im Freien ermöglicht Untersuchungen von Flora und Fauna, fördert die Vermittlung eines achtsamen Umgangs mit der Natur und schärft das Bewusstsein für Klima- und Ressourcenschutz.

Ein Blaues Klassenzimmer am Hof Emscher-Auen
Das Hochwasserrückhaltebecken Emscher-Auen eignet sich als besonderer Ort in einer attraktiven Landschaft für ein Blaues Klassenzimmer: Zum einen besuchen Radfahrende und Spaziergehende den Ort und genießen dort die Ruhe und Erholung in der Natur. Zum anderen sind bereits viele Akteurinnen und Akteure – wie die Emscher-Falken und die NABU-Kids – vor Ort sehr engagiert und können die Anlage zukünftig in ihre Aktivitäten einbeziehen.

Projektablauf und Beteiligungsprozess
Damit das Blaue Klassenzimmer die Wünsche und individuellen Bedarfe zukünftiger Nutzerinnen und Nutzer bestmöglich erfüllt, wurde die Planung im Rahmen mehrerer Workshops gemeinsam mit zahlreichen Akteuren aller Altersgruppen durchgeführt und von einem Landschaftsarchitekten begleitet, der auf dieser Basis ein umsetzbares Gesamtkonzept entwickelt hat. Das Planungskonzept wurde mit allen Beteiligten abgestimmt und im Frühjahr 2022 zur Genehmigung eingereicht. Planmäßig soll die Anlage im Laufe des Jahres 2022 fertig gestellt werden.

Die KNAPPSCHAFT

Emscher-Picknick 2019

Video-Impressionen der Veranstaltung

Video anschauen

Nachhaltige Entwicklung

Wir unterstützen die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen.

Was nachhaltige Entwicklung für uns bedeutet

Sebastian Ortmann

Kronprinzenstr. 24
45128 Essen

WaStraK

Erstmals Methanol aus Faulgas

Seit September 2016 wird in der WaStraK-Versuchsanlage auf der Kläranlage Emschermündung Methanol produziert. Die halbtechnische Produktion von Methanol erfolgt in zwei Teilschritten. Der erste Vorgang dient der Herstellung von Synthesegas aus Faulgas durch Dampfreformierung. Dabei wird entschwefeltes und getrocknetes Biogas dem Reformer zugeführt und synthetisiert. Im zweiten Teilschritt werden das verdichtete Synthesegas, Kohlenstoffdioxid (CO2) sowie der durch Elektrolyse gewonnene Wasserstoff (H2) dem Methanol-Synthesereaktor hinzugefügt.

Die Endprodukte dieses Verfahrens bestehen aus Wasser, Synthesegas und Methanol. Das synthetisierte Methanol kann Kläranlagen intern zur Kohlenstoffdosierung eingesetzt werden oder extern z. B. bei der Kraftstoffgewinnung, Biodieselherstellung, in der chemischen Industrie, in Mikrogasturbinen und Motor-BHKW.

Unsere Projektpartner sind:

  • Forschungsinstitut für Wasser- und Abfallwirtschaft an der RWTH (FIW)
  • TUTTAHS & MEYER Ingenieurgesellschaft mbH
  • Ingenieurbüro Redlich und Partner GmbH

Im Auftrag des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV) des Landes Nordrhein-Westfalen sowie des Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen.

Mehr Informationen über das Projekt erhalten Sie beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen

Abwasserwärmenutzung

Wärme aus Abwasser? Ein Pilotprojekt

Die fossilen Energieträger Öl, Kohle und Gas haben zwei wesentliche Nachteile: Sie sind nicht unendlich verfügbar und ihre Verbrennung erzeugt klimaschädliche Emissionen – mit erheblichen Folgeschäden und -kosten. Auf der Suche nach noch nicht ausgeschöpften regenerierbaren Energiequellen rückt mehr und mehr auch das Abwasser als Energieträger in den Fokus.

Emschergenossenschaft (EG) und Lippeverband (LV) sehen die Rückgewinnung der im Abwasser befindlichen Wärme als eine innovative und nachhaltige Form der Wärmegewinnung (AWN), die einen Beitrag zur dezentralen Energieversorgung vor Ort leisten kann. Mit dem Abwasser steht ein langfristig verfügbarer und regenerativer Energieträger zur Verfügung, dessen Nutzung an vielen Stellen wirtschaftlich umgesetzt werden kann. Unter Nutzung moderner Wärmepumpentechnologie kann das Abwasser sowohl zur Wärme-, als auch Kälteproduktion verwendet werden und einen Baustein für eine integrale Stadtentwicklung bereitstellen. Die Energiegewinnung aus Abwasser kann hierzu sowohl modular in der Entwicklung von Quartieren und im Neubaubereich, als auch im Rahmen der energetischen Sanierung von Bestandsbauten eingesetzt werden. Aufgrund der Dichte der Bebauung und der hohen Abwassermengen bietet das Emschergebiet in Kombination mit dem laufenden Umbau ein hohes Potenzial zur Erschließung dieser Wärme. Auch die großen Sammler des Lippeverbandes bieten für die AWN geeignete Voraussetzungen.

Bedingt durch sein Temperaturniveau und durch den gleichförmigen Temperaturverlauf stellt Abwasser eine ideale Wärmquelle für den Betrieb von Wärmepumpen dar, die ganzjährig mit einem guten Wirkungsgrad betrieben werden können. Messungen in den Kanälen der Emschergenossenschaft zeigen ein Jahresmittel der Abwassertemperatur von rd. 14 °C. Im Winter liegen die mittleren Monatstemperaturen bei rd. 12 °C, während sie im Sommer auf Mittelwerte von über 17 °C ansteigen können. Da bei der Abwasserwärmenutzung Wärmepumpentechnik zum Einsatz kommt, ist der geeignete Anwendungsfall eine Energieversorgung im Grundlastbereich bei Niederenergiesystemen mit geringen bis mittleren Vorlauftemperaturen bis etwa 60°C. Im Sommer lässt sich der Prozess auch umkehren und zur Gebäudekühlung nutzen. Die Wirtschaftlichkeit von Anlagen steigt mit der Größe des Energiebedarfs. Deshalb ist die Abwasserwärmenutzung insbesondere für größere Abnehmer mit möglichst ganzjährig hohem Wärme- bzw. Kältebedarf wie z. B. Schwimmbäder, öffentliche Verwaltungen, Krankenhäuser, große Siedlungsgebiete und Gewerbestandorte geeignet. Ideal sind Heizzentralen mit einem minimalen Wärmebedarf von 150 kW, besser 300 kW, bzw. Wärmepumpen mit einer Leistung ab 100 kW.

Seit nunmehr 8 Jahren ist die Abwasserwärmenutzungsanlage zur Versorgung des Nordwestbads in Bochum in Betrieb. Über einen 46 m langen Wärmetauscher, der auf der Sohle des Marbachkanals (DN 3000 mm) installiert wurde, wird dem Abwasser ein Teil seiner Wärme entzogen und diese mittels Wärmepumpentechnik zur Beheizung des Hallenbads genutzt. Gekoppelt ist die Anlage mit einem BHKW. Nahezu 60% des Wärmebedarfs werden über die Kombination aus Abwasserwärmetauscher und Wärmepumpe bereit gestellt. Für Bestandsbauten ist dies ein sehr guter Wert. Den restlichen Wärmebedarf decken ein BHKW und zwei Erdgaskessel.

Die Umsetzung und der Betrieb von Anlagen zur Energiegewinnung aus Abwasser wird zukünftig in Aufgabenteilung zwischen der EG und ihrer hundertprozentigen Tochtergesellschaft BETREM Emscher Brennstoffe GmbH durchgeführt. Die EG als Eigentümerin der im Abwasser befindlichen Wärme vermarktet diese über ihre Tochtergesellschaft BETREM. Im Jahr 2018 ist die Anlage zur Wärmeversorgung des Seniorensitzes Westholz in Dortmund in Betrieb genommen worden. Die Wärme wird hier aus dem Kirchderner Graben, einer Anlage des Lippeverbandes, entzogen. Bau und Betrieb erfolgt durch die BETREM Emscher Brennstoffe GmbH.

Die große Herausforderung bei der Umsetzung von Anlagen besteht zunächst einmal in der Identifikation geeigneter Standorte. Bereits im Jahr 2012 haben EG und LV mit der Energiekarte eine web-basierte Planungsgrundlage für externe Interessenten (Kommunen, Planungsbüros, Bauherren) entwickelt, die grundlegende Informationen zu den Nutzungsmöglichkeiten von Abwasserwärme in übersichtlicher Form bereit stellt. Vor dem Hintergrund des fortschreitenden Emscher-Umbaus und auf der Grundlage einer Auswertung von Leistungsdaten von 59 umgesetzten Anlagen, wurde die Energiekarte im Jahr 2018 grundlegend überarbeitet. Das Ziel der Überarbeitung bestand darin, eine Potenzialabschätzung für die Nutzung von Abwasserwärme bereit zu stellen, die Identifikation potenzieller Nutzer zu vereinfachen und die Wärmeentzugsleistung einzelner Kanalabschnitte fundiert darzustellen.

Sie interessieren sich für die Abwasserwärmenutzung als Alternative für Ihr Heizungssystem? Dann könnte Ihnen in der Frage der Standortfindung die Energiekarte für das Emschergebiet weiterhelfen.

Zu schade für die Kläranlage – Regenerative Energiequelle Abwasser

Die Nachfrage nach Energie ist ungedrosselt, die Preise sind weiterhin hoch. Umso wichtiger ist es, Wege zur Kostendämpfung und gleichzeitig zum Klimaschutz zu finden. Abwasser ist fast überall und dauerhaft verfügbar und hat selbst in den Wintermonaten relativ hohe Temperaturen. Das enorme Wärmepotenzial fließt derzeit ungenutzt durch die Kanalisation. Diese Erschließung spart Geld und schützt das Klima – denn ein geringerer Primärenergieverbrauch bedeutet weniger CO2-Ausstoß.

Weitere Informationen

Adrian Treis

Kronprinzenstraße 24
45128 Essen