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Rechtlich gesehen sind Emschergenossenschaft (EG) und Lippeverband (LV) zwei Körperschaften des öffentlichen Rechts mit vergleichbaren gesetzlichen Aufgabenstellungen. Wir bündeln unsere Kompetenz seit 100 Jahren und sind der größte Abwasserentsorger und Betreiber von Kläranlagen in Deutschland. Die Vorteile dieser Partnerschaft liegen auf der Hand: erhebliche Synergieeffekte durch mehr Wissen, mehr Erfahrung und mehr Wirtschaftlichkeit. Uns verbindet vor allem das gemeinsame Ziel, an Emscher und Lippe ökologisch, technisch und gestalterisch überzeugende Lösungen zu schaffen – in der Region und für die Region.
Die Flüsse unserer Region haben ihr Gesicht mehrfach verändert. Ursprünglich waren sie unregulierte Fließgewässer im ländlichen Raum, dann offene Abwasserkanäle in einer dicht besiedelten Industrielandschaft. Nun sollen sie wieder zu attraktiven Wasserläufen in einem Ballungsraum werden, der den Strukturwandel in Richtung Dienstleistung und Technologie aktiv vorantreibt. Im Umfeld von Emscher und Lippe konkurrieren die Nutzungsansprüche von Mensch und Natur. Diese Ansprüche in ein nachhaltiges Gleichgewicht zu bringen, ist unsere Aufgabe. Wohnen und Arbeit müssen ebenso möglich sein wie das Wiedererstehen lebendiger, artenreicher Flusslandschaften – keine leichte Aufgabe in einer Region, die ohne unsere Arbeit häufig unter Wasser stehen würde. Im größten Ballungsgebiet Europas zwischen Dortmund und Duisburg sowie der nördlich angrenzenden Lippe-Region stehen wir für eine moderne, kostengünstige Wasserwirtschaft mit vielfältigen Aufgaben:
Lippe-Region. Ein Jahrhundert Engagement für Fluss, Mensch und Umwelt: Der Lippeverband feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag – anlässlich dieses besonderen Jubiläums hat der Wasserwirtschaftsverband in dieser Woche zu einer zweitägigen Fachtagung rund um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Lippe und die Bedeutung des Flusses für Region, Gesellschaft und Natur eingeladen. Beim „Lippe-Kompass“ diskutierten Fachexpertinnen und -experten in der Alfred-Fischer-Halle in Hamm insbesondere die Herausforderungen, die sich aus der Anpassung an die Folgen des Klimawandels ergeben. Um die Region klimaresilienter zu gestalten, will der Lippeverband eine zukunftsfähige Wasserwirtschaft entwickeln – mit der Lippe als Lebensader und Erlebensraum, der die vielfältigen Nutzungsinteressen miteinander in Einklang bringt. Dabei sollen in den kommenden Jahren unter anderem Lösungen rund um ein nachhaltiges Niedrig- und Hochwassermanagement an der Lippe in Zeiten des fortschreitenden Klimawandels sowie die weitere ökologische Aufwertung von Flora und Fauna im Vordergrund stehen.
Holzwickede. Die Lehrerparkplätze am Schulzentrum Opherdicker Straße entsiegeln, damit Regenwasser versickern kann. Die Dächer der Schulgebäude begrünen und Niederschlag in Zisternen sammeln. Das alles sind Maßnahmen nach dem Schwammstadt-Prinzip, die Holzwickede klimarobuster machen werden. Für diese und weitere Bau-Projekte bekommt die Gemeinde rund 8 Millionen Euro Förderung vom Land NRW und von der Emschergenossenschaft. Vorstandsvorsitzender Uli Paetzel hat den Förderbescheid an Bürgermeister Till Knoche übergeben.
Dinslaken. Ab dem kommenden Montag (19.10.) macht der Lippeverband im Auftrag der Stadt Dinslaken die Kanäle in Teilen der Hünxer Straße, der Hanielstraße sowie der Krusenstraße und der Luisenstraße wieder fit für die Zukunft. Die durch Bergsenkungen und altersbedingt geschädigten Kanäle und Anschlussleitungen müssen umfassend saniert und erneuert werden. In die Maßnahme investiert die Stadt Dinslaken über fünf Millionen Euro. Für die Umsetzung dieser und weiterer wasserwirtschaftlicher Maßnahmen haben Stadt und Wasserwirtschaftsverband eine Kooperationsvereinbarung geschlossen.
Dinslaken/Voerde. Die Renaturierung der Emscher-Mündung in den Rhein bei Dinslaken und Voerde ist eines der symbolträchtigsten Leuchtturmprojekte im Rahmen des blaugrünen Umbaus der Emscher. Als Krönung der Neugestaltung entsteht im kommenden Jahr auf der Südseite der Emscher und direkt am Rhein eine ganz besondere Landmarke, die als städtebauliches Ausrufezeichen – sicht-, erleb- und begehbar – die Bedeutung der Emscher-Revitalisierung würdigt. Bewusst erinnert die Form des „Emscher-Leuchtturms“ an ein in den Himmel emporragendes Kanalrohr, denn erst die von der Emschergenossenschaft verlegten Kanäle ermöglichten die Abwasserfreiheit in der Emscher und somit ihre ökologische Umgestaltung. Baubeginn für den Emscher-Leuchtturm ist im kommenden Februar.
Hamm. Ab Montag, 26. Oktober, werden Stadt Hamm und Lippeverband die Stadthausstraße auf einer Länge von rund 70 Metern ausbauen und den vorhandenen Kanal ersetzen. Während der rund achtmonatigen Baumaßnahme wird der bestehende Aufbau der Stadthausstraße vollständig zurück gebaut und durch eine Betonsteinpflasterdecke mit Stellplätzen und Grünflächen im nördlichen Bereich sowie eine neu anzulegende Klinkerfläche im südlichen Bereich ersetzt. Zudem werden ein neuer Kanal (inklusive Hausanschlussleitungen und Entwässerungssystemen) gebaut, vorhandene Versorgungsleitungen umgelegt, zwei zusätzliche Bäume gepflanzt und fünf Poller – zwei Poller sind statisch, ein Poller ist statisch, aber herausnehmbar und zwei Poller sind hydraulisch absenkbar – eingebaut.
Aktuelle Veranstaltungen rund um Emscher und Lippe finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.
Die unterschiedlichen Nutzungsansprüche, die Wirtschaft, Mensch und Natur an die Emscher haben, in ein nachhaltig vertretbares Gleichgewicht zu bringen – das ist im Wesentlichen die Aufgabe der Emschergenossenschaft.
Neben der allgemeinen Pflicht der Gewässerunterhaltung übernehmen wir auch die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie an der Lippe. Hierzu haben wir 2013 das Programm „Lebendige Lippe“ für unseren Zuständigkeitsbereich aufgelegt und neben der Fortsetzung der bestehenden Projekte mehrere neue Projekte begonnen.
Seit über 100 Jahren sorgen wir für mehr Lebensqualität in der Emscher-Lippe-Region: Wir denken Wasserwirtschaft weiter, indem wir Lebensräume entlang unserer Gewässer schützen, unsere Städte nachhaltig entwickeln und Verbindungen neu denken. Dazu verwandeln wir mutige Ideen in konkrete Projekte – und laden Sie ein, diese nicht nur kennenzulernen, sondern zusammen mit uns an einer blaugrünen Zukunft mitzuwirken. Gemeinsam sorgen wir für Veränderung. Für heute und morgen.
Unterstützen Sie uns bei der nachhaltigen Gestaltung von Emscher und Lippe! Ob Sie Berufserfahrung mitbringen, nach Ausbildung oder Studium durchstarten wollen, einen Beruf erlernen oder während eines Praktikums erste Unternehmensluft schnuppern möchten: Wir bieten Ihnen einen sicheren und abwechslungsreichen Arbeitsplatz, in dem Sie Ihre Talente bestmöglich entfalten können. Mit über 1.900 Mitarbeitenden stehen wir für eine moderne und innovative Wasserwirtschaft.
Moderne Kanalinfrastruktur muss heute viel leisten: verlässlich ableiten, intelligent steuern, Energie gewinnen. Abwasserbeseitigung muss zukunftssicher sein! Daher sehen wir uns als Dienstleister für unsere Mitglieder. Wir entlasten sie bei diesen Aufgaben mit unserem Know-how und fachübergreifenden Kompetenzen in den Bereichen Abwasserbewirtschaftung, Kanalnetzsteuerung und Aquathermie.
Ein Spaziergang am Wasser, eine Radtour entlang des Gewässers – Flüsse laden seit jeher zum Radfahren, Wandern oder Verweilen ein. In der Region hat sich in den vergangenen Jahren viel verändert. Auf unserer Webseite finden Sie Informationen zu den Radrouten und Umleitungen.
Das Glück liegt auf der Straße, heißt es. Und wir glauben: auch auf den Radwegen. Denn Bewegung, Gesundheit und Glück bilden einfach ein perfektes Trio. Die „Glücksradtouren“ sind ein Angebot der Emschergenossenschaft und der Krankenkasse KNAPPSCHAFT im Rahmen der Kooperation „Gesund an der Emscher!”.
Zwischen Quelle und Mündung der Emscher gibt es vier Hof-Anlagen: In Holzwickede an der Emscher-Quelle und dem Emscher-Weg liegt ganz idyllisch der Emscherquellhof – eine historische Fachwerk-Hofanlage. In Dortmund-Mengede ist der Hof Emscher-Auen seit 2017 Anlaufstelle für Fahrradfahrer*innen und Spaziergänger*innen in unmittelbarer Nähe unseres größten Hochwasser-Rückhaltebeckens. An der Emscher-Mündung in Dinslaken haben wir 2013 die Hofanlage aus dem Jahr 1911 renoviert und umgebaut. Auf dem Gelände unserer ehemaligen Kläranlage lädt der BernePark in Bottrop zum Verweilen ein. Alle vier Anlagen haben eines gemeinsam: Sie bringen einen vielseitigen Mehrwert in den Bereichen Bildung, Naherholung, Freizeit, Kunst & Kultur und sind verbindendes Element ins Emscher-Land sowie zum Emscher-Weg.
Partizipation ist ein wichtiges Thema für uns – und das Angebot ist vielfältig: Bei unserer Initiative „Mach mit_“ werden im gesamten Emscher- und Lippe-Einzugsgebiet spannende Orte geschaffen. Wir wollen den Menschen die Gewässer zurückgeben und rufen zum Miterleben, Mitlernen und zum weiterem Mitentwickeln und -gestalten auf. In einer Vielzahl von langfristigen Projekten, Bildungsaktivitäten und Veranstaltungen sind wir gemeinsam mit den Menschen der Region aktiv. Mit unseren BNE-, Umweltbildungs- und Umweltkommunikationsangeboten möchten wir Bildungsarbeit unterstützen.
Der Klimawandel stellt die gesamte Welt und auch die Städte in NRW vor eine besondere Herausforderung. Die Zunahme von Starkregen, Trockenphasen, tropischen Nächten und sich immer weiter aufheizende Städte beeinträchtigen immer stärker die Lebensqualität der Menschen – besonders auch in dichtbesiedelten Ballungszentren wie dem Ruhrgebiet. Denn hier liegen die Temperaturen längst bis zu zehn Grad Celsius höher als im unbebauten Umland. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, die Folgen des Klimawandels abzumildern und das Leben nachhaltig attraktiver zu gestalten, haben sich 21 Kommunen aus der Emscher-Lippe-Region mit Emschergenossenschaft und Lippeverband in der Zukunftsinitiative Klima.Werk zusammengeschlossen. Gemeinsam haben sie eine blaugrüne Vision für unsere Städte.