Emscher-Brücke Wartburgstraße: Vorbereitende Maßnahmen für Neubau

Rodungen werden bis Ende Februar am Ufer des Flusses durchgeführt

Castrop-Rauxel. Im Zuge des Neubaus der Emscher-Brücke an der Wartburgstraße führt die Emschergenossenschaft bis Ende Februar bauvorbereitende Arbeiten im Bereich des künftigen Baufeldes durch. Die Rodungsmaßnahmen finden westlich und östlich der Brücke auf beiden Seiten des Emscher-Ufers statt. Die Emschergenossenschaft bittet die Bürgerinnen und Bürger um Verständnis bei etwaigen Beeinträchtigungen.

Der Kreis Recklinghausen und die Emschergenossenschaft haben im Sommer 2024 einen Baudurchführungsvertrag für den Neubau der Emscher-Brücke an der Wartburgstraße (K28) sowie den Ausbau der Kreisstraße mit beidseitigen Geh- und Radwegen unterzeichnet. Neben der B 235 ist die Wartburgstraße in Castrop-Rauxel eine der meist frequentierten Nord-Süd-Verbindungen, die die Stadtteile Habinghorst/Henrichenburg mit dem nördlich des Rhein-Herne-Kanals gelegenen Becklem verbinden. Der Kreis Recklinghausen plant, die Wartburgstraße zwischen der Heerstraße und der Freiheitstraße komplett auszubauen und durch beidseitige Geh- und Radwege zu verbreitern. Darüber hinaus wird die damalig im Zuge der Beseitigung einer Unfallhäufungsstelle errichtete Baustellenampel durch eine dauerhafte Anlage ersetzt. Im Zuge dessen wird auch das Brückenbauwerk Wartburgstraße über die Emscher um vier Meter von aktuell 10,7 auf zukünftig 14,7 Meter aufgeweitet.

Da die ursprünglich 1911 errichtete Brücke, die im 2. Weltkrieg teilweise zerstört wurde und 1950/1951 neu aufgebaut wurde, nicht mehr saniert werden kann, ist ein Neubau des Brückenbauwerks unumgänglich.

Aufgrund der räumlichen Nähe der beiden Maßnahmen (Straßenausbau durch den Kreis sowie Brückenneubau durch die Emschergenossenschaft) bilden der Kreis Recklinghausen und die Emschergenossenschaft nach der bereits zusammen durchgeführten Planung für Brücke, Straße und Radwege nun eine Ausschreibungsgemeinschaft für den gemeinsamen Bau.

Der Start der Bauarbeiten war zunächst für Mitte 2025 geplant. Infolge einer deutlich aufwändigeren Ausschreibung aufgrund der Komplexität dieses Gemeinschaftsprojektes ist es im vergangenen Jahr zu einer Verzögerung gekommen. Die Ausschreibung ist mittlerweile fast abgeschlossen, die Emschergenossenschaft und der Kreis Recklinghausen befinden sich zurzeit in der finalen Angebotsprüfung. Geplant ist eine Auftragsvergabe Anfang April 2026. Sobald der Bauauftrag vergeben ist, wird der Bauzeitenplan von der Emschergenossenschaft und dem Kreis Recklinghausen mitgeteilt.

Der Radwegeverkehr über den Emscher-Weg sowie die Erreichbarkeit der Brücke „Sprung über die Emscher“ wird während der Bauarbeiten über den Platz der Schichten gewährleistet sein.

Emschergenossenschaft
Am 14. Dezember 1899 als erster deutscher Wasserwirtschaftsverband gegründet, ist die Emschergenossenschaft heute gemeinsam mit dem 1926 gegründeten Lippeverband Deutschlands größter Betreiber von Kläranlagen und Pumpwerken. Die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Unternehmens sind die Abwasserentsorgung, der Hochwasserschutz sowie die Klimafolgenanpassung. Ihr bekanntestes Projekt ist der Emscher-Umbau (1992-2021), bei dem die Emschergenossenschaft im Herzen des Ruhrgebietes eine moderne Abwasserinfrastruktur baute. Dafür wurden 436 Kilometer an neuen unterirdischen Abwasserkanälen verlegt und vier Großkläranlagen gebaut. Rund 340 Kilometer an Gewässern werden insgesamt renaturiert. Parallel entstanden in enger Kooperation mit den kommunalen Partnern über 360 Kilometer an Rad- und Fußwegen, die das neue blaugrüne Leben an der Emscher und ihren Nebenläufen erleb- und erfahrbar machen. www.eglv.de