Vorbereitungen für Bau von Regenwasser-Anlagen

Maßnahmen beginnen am Montag, 10. Februar

Oberhausen. In Zusammenhang mit dem Bau von drei Regenwasserbehandlungsanlagen finden ab Montag, 10. Februar, Rodungsarbeiten in Oberhausen statt. Die Emschergenossenschaft bittet um Verständnis.

Die bauvorbereitenden Maßnahmen finden für den Stauraumkanal OB-Glückaufstaße auf einer kleinen Fläche südlich der A42 in der Brache Vondern statt. Für den Stauraumkanal OB-Breilstraße müssen Flächen südlich und parallel der A42 gerodet werden.

Im Bereich des künftigen Stauraumkanals OB-Sühlstraße finden Maßnahmen entlang des Weges von der Sühlstraße bis zum Rhein-Herne-Kanal statt. In diesem Areal westlich der ehemaligen Kläranlage der Emschergenossenschaft für den Läppkes Mühlenbach wird der Fußgängerverkehr eventuell bis Ende Februar nur eingeschränkt möglich sein.

Die drei genannten Kanäle gehören zu den insgesamt neun Anlagen, die von der Emschergenossenschaft südlich der Emscher an der Sühlstraße und an der Osterfelder Straße sowie nördlich des Flusses an der Breilstraße, Glückaufstraße, am Düsselbachweg, an der Waghalsstraße, Wittekindstraße und Kanalstraße gebaut werden. Sie nehmen das Mischwasser aus den städtischen Einzugsgebieten auf. Die Emschergenossenschaft arbeitet hierbei eng mit der Stadt Oberhausen und den Wirtschaftsbetrieben Oberhausen zusammen.

Die neun Anlagen sind in drei Bauabschnitte eingeteilt: 1) Kanalstraße und Wittekindstraße, 2) Osterfelder Straße, Waghalsstraße und Düsselbachweg, 3) Breilstraße, Sühlstraße und Glückaufstraße. Mit allen neun Anlagen will die Emschergenossenschaft Ende 2021 fertig sein.

Die Funktionsweise

Eine Regenwasserbehandlungsanlage dient der Trennung von sauberem Regenwasser und schmutzigem Abwasser. In einem Stauraumkanal oder Regenüberlaufbecken wird bei starken Niederschlägen das Mischwasser zunächst „angehalten“ und beruhigt. Dabei kommt das physikalische Gesetz der Schwerkraft zum Tragen: Die schwereren Schmutzsedimente setzen sich nach unten ab und können gedrosselt durch eine Ableitung in den Abwasserkanal und anschließend zur Kläranlage transportiert werden.

Das oben schwimmende, weitestgehend saubere und nicht-klärpflichtige Regenwasser dagegen kann nach Erreichen einer bestimmten Menge und Höhe über eine sogenannte Entlastungsschwelle ins Gewässer „schwappen“. Mit Hilfe der Regenwasserbehandlungsanlagen erhalten die Gewässer also weitestgehend sauberes Wasser, während die Abwasserkanäle und insbesondere die Kläranlagen entlastet werden.

Das ist nicht nur ökologisch äußerst sinnvoll, sondern auch ökonomisch – denn die Abwasserkanäle müssen nicht durchgängig übergroß dimensioniert werden, was die Baukosten erheblich senkt! Zudem gehört sauberes Regenwasser ins Gewässer und nicht in die Kläranlage, wo es unnötigerweise noch einmal für viel Geld gereinigt würde.