Spatenstich mit Tiefgang: Großangelegte Kanalsanierung in Dinslaken

Im Auftrag der Stadt Dinslaken saniert der Lippeverband die Kanäle in der Hünxer Straße und der Hanielstraße. Gemeinsam mit dem Dinslakener Bürgermeister gab der Wasserwirtschaftsverband den Startschuss für die Infrastrukturmaßnahme

Dinslaken. Der Lippeverband macht im Auftrag der Stadt Dinslaken die unterirdische Kanalinfrastruktur in den Hauptverkehrsstraßen Hünxer Straße und Hanielstraße wieder fit. Den offiziellen Auftakt der Arbeiten markierte Bürgermeister Simon Panke gemeinsam mit Vertreter*innen des Lippeverbandes und der Stadt Dinslaken. Die durch Bergsenkungen und altersbedingt geschädigten Kanäle und Anschlussleitungen müssen umfassend saniert und erneuert werden. In die Maßnahme investiert die Stadt Dinslaken über fünf Millionen Euro. Für die Umsetzung dieser und weiterer wasserwirtschaftlicher Maßnahmen haben Stadt und Wasserwirtschaftsverband eine Kooperationsvereinbarung geschlossen.

Für den Zeitraum der Arbeiten werden die Hünxer Straße auf einer Länge von zirka 400 Metern – zwischen der Krusenstraße und der Straße Am Pfauenzehnt – sowie die Hanielstraße auf einer Länge von 200 Metern – zwischen der Hünxer Straße und der Otto-Lilienthal-Straße – ab Juli 2026 für voraussichtlich zwei Jahre abschnittsweise halbseitig gesperrt. Die Bauarbeiten werden in mehreren Bauabschnitten durchgeführt. Hierfür sind verkehrliche Maßnahmen erforderlich, die je nach Baufortschritt variieren können. Der Fuß- und Radverkehr ist allerdings in beide Richtungen möglich. Im weiteren Verlauf werden mögliche Umleitungen in Abstimmung auf den Bauablauf ausgewiesen. Der Lippeverband wird regelmäßig über den Fortschritt der Bauarbeiten und die Umleitungsführung informieren. Der Wasserwirtschaftsverband bittet für etwaige Beeinträchtigungen um Verständnis.

„Wir nutzen sie jeden Tag, bei der Toilettenspülung, beim Waschen oder Spülen, und doch bleibt sie für die meisten unsichtbar. Damit unsere Kanalinfrastruktur jedoch zuverlässig funktioniert, muss sie gut in Stand gehalten werden. Genau das setzen wir mit der Kanalsanierungsmaßnahme in der Hünxer Straße und der Hanielstraße um. Gemeinsam mit dem Lippeverband sorgen wir für eine starke Abwasser-Infrastruktur für die Dinslakenerinnen und Dinslakener“, sagt Bürgermeister Simon Panke.

Um die Vorflut in den durch Bergsenkungen und altersbedingt beschädigten Kanälen wiederherzustellen, saniert und erneuert der Lippeverband insgesamt rund 1000 Meter Schmutz- und Regenwasserkanäle in der Hünxer Straße und der Hanielstraße. Dabei verlegt der Wasserwirtschaftsverband auf einer Länge von 615 Metern neue Schmutzwasserkanäle mit einem Innendurchmesser von 25 Zentimetern sowie auf knapp 480 Metern Regenwasserkanäle mit einem Innendurchmesser von 30 bis 50 Zentimetern. Im Zuge der Arbeiten wird zusätzlich eine aus der Krusenstraße kommende Druckrohrleitung in der Hünxer Straße auf rund 500 Metern im Auftrag der Stadt verlängert.

Die Arbeiten beginnen in der Einmündung Krusenstraße und werden sukzessive in der Hünxer Straße bis zu Am Pfauenzehnt fortgesetzt. Nach Fertigstellung dieses Abschnitts folgen die Hanielstraße und Teile der Luisenstraße. Voraussichtlich Ende 2028 sollen die Arbeiten komplett abgeschlossen sein.

Kooperation zwischen Stadt und Lippeverband
„Mit einer Investitionssumme von fünf Millionen Euro ist die Kanalsanierungsmaßnahme das größte Bauvorhaben innerhalb der Kooperation zwischen der Stadt Dinslaken und dem Lippeverband, die gemeinsam im Januar 2024 geschlossen wurde“, sagt Prof. Dr. Frank Obenaus, Technischer Vorstand des Lippeverbandes. Gegenstand der Vereinbarung ist die Koordination und Kooperation bei der Durchführung wasserwirtschaftlicher Maßnahmen aus dem Abwasserbeseitigungskonzept (ABK) auf dem Stadtgebiet. Dazu zählen Kanalisationsmaßnahmen, ökologische Gewässerumbaumaßnahmen sowie Abkopplungsmaßnahmen im Bereich städtischer Liegenschaften. Der Wasserwirtschaftsverband setzt die Projekte in Abstimmung mit der Stadt Dinslaken planerisch und baulich um. Nach Abschluss der Maßnahmen werden die Anlagen betriebsbereit an die Stadt Dinslaken übergeben.

„Davon profitieren alle Beteiligten. Besonders den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Dinslaken kommt die Stärkung der städtischen Abwasserinfrastruktur zugute, denn eine zuverlässige Abwasserentsorgung gehört zu den zentralen Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge.“, sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender des Lippeverbandes. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts handelt der Lippeverband nicht profitorientiert, sondern immer im Interesse der Allgemeinheit.

Neben der Kanalsanierungsmaßnahme in der Hünxer Straße und der Hanielstraße setzt der Lippeverband gemeinsam mit der Emschergenossenschaft weitere 25 Maßnahmen innerhalb der Kooperation in den kommenden Jahren um.

100 Jahre Lippeverband
Der Lippeverband wurde vor 100 Jahren – am 19. Januar 1926 – gegründet, um die Folgen der Industrialisierung und des Bergbaus in Einklang mit der Natur, der Gesundheit und der Lebensqualität der Menschen zu bringen. Der Verband konnte ohne größere Zeitverluste seine Aufgaben angehen, da sich die Verbandsorgane entschlossen hatten, die Geschäftsführung mit der bereits 1899 gegründeten Emschergenossenschaft zu vereinigen. Man vermied dadurch den Aufbau einer eigenen Verwaltung. Sitz des neuen Verbandes wurde seinerzeit Dortmund. Dort war die Sesekegenossenschaft ansässig, die bereits 1913 nach Vorbild der Emschergenossenschaft gebildet worden war und nun im Lippeverband aufging. Zuständig war der Lippeverband nicht für das gesamte Lippe-Gebiet ab der Quelle, sondern für den industriell stark geprägten Raum unterhalb Lippborg bis zum Rhein bei Wesel – inklusive der Nebenlaufgebiete. Bis heute lebt der Lippeverband als öffentlich-rechtliche Einrichtung das Genossenschaftsprinzip als Leitidee des eigenen Handelns. Weitere Informationen zum Lippeverband sowie zu Veranstaltungen rund um das 100-jährige Bestehen finden interessierte Bürgerinnen und Bürger auf jubilaeum.eglv.de.