Seseke-Weg: Teilstrecke bereits asphaltiert

Abschnitt von Bönen bis Kamen wird nach ersten Arbeiten zur Verbesserung des Fahrkomforts voraussichtlich Ende Oktober freigegeben

Kamen. Der Lippeverband verbessert aktuell den Fahrkomfort auf dem Seseke-Weg zwischen Bergkamen und Lünen. Die 7,7 Kilometer lange Strecke zwischen der Kleystraße in Bönen und der Ostenallee in Kamen ist bereits asphaltiert worden, zurzeit finden aber noch Pflasterarbeiten in den Eingangsbereichen und an den Bankplätzen statt. Eine Freigabe dieser Wege wird gegen Ende Oktober erfolgen. Die abschließende Oberflächenbehandlung des Asphalts mit einer sogenannten Bitumen-Absplittung wird aufgrund der zuletzt gesunkenen Temperaturen im kommenden Frühjahr durchgeführt.

Der Seseke-Weg wird auf einer Gesamtstrecke von insgesamt knapp 16 Kilometern asphaltiert. Der Fahrkomfort auf der beliebten Pendlerstrecke zwischen Bönen und Lünen wird damit deutlich verbessert und seine Pflegeanfälligkeit gleichzeitig reduziert. In Kamen hat der Lippeverband erste Asphaltierungen vorgenommen und wird den Seseke-Weg ab Ende Oktober sukzessive freigeben, wenn letzte Pflasterarbeiten in den Eingangsbereichen der Wege und an den Bankplätzen abgeschlossen sind.

„Die Renaturierung der Seseke von einem offenen Schmutzwasserlauf zu einem idyllischen Gewässer hat die Lebens- und Aufenthaltsqualität in Kamen bereits erheblich aufgewertet. Mit dem begleitenden Seseke-Weg wird das neue blaugrüne Leben am Gewässer erleb- und erfahrbar. Die Asphaltierung erhöht den Fahrkomfort und fördert darüber hinaus die Nahmobilität – für unsere Stadt ist das ein toller Mehrwert“, sagt Bürgermeisterin Elke Kappen.

In den beiden Bauabschnitten zwischen der Kleystraße in Bönen bis zur Derner Straße in Kamen (5,1 Kilometer) und von dort aus bis zur Ostenallee (2,6 Kilometer, ebenfalls in Kamen) ist der Asphalt bereits aufgetragen worden. Ab Ende Oktober wird der Lippeverband den Seseke-Weg in diesen Bereichen wieder für Radfahrende öffnen. Im Abschnitt zwischen der Hilsingstraße in Kamen und der Preußenstraße in Lünen wird der Lippeverband voraussichtlich ab Mitte Oktober die Asphaltierungsarbeiten starten – denn aktuell wird in diesem Bereich noch westlich der Straße „Am langen Kamp“ das Pumpwerk Kamen-Altenmethler durch den Lippeverband saniert. Die Freigabe dieser Wegestrecke erfolgt voraussichtlich Ende November.

Abschließende Oberflächenbehandlung im Frühjahr 2027

Aufgrund der zuletzt gesunkenen Temperaturen ist die finale Oberflächenbehandlung der Asphaltschicht erst wieder im Frühjahr 2027 möglich. Dann wird der Seseke-Weg mit seiner neuen Beschichtung – im Gegensatz zur bisherigen, wassergebundenen Wegedecke – weniger pflegeintensiv sein. „Durch die in den vergangenen Jahren immer häufiger auftretenden stärkeren Regenereignissen und Trockenphasen war eine ständige Instandsetzung des Weges nicht wirtschaftlich und machte wiederkehrende Eingriffe in die Landschaft nötig, um etwaige Schäden auszubessern. Die Kombination aus Bitumen und Splitt wird künftig dafür sorgen, dass eine hervorragende Rissüberbrückung stattfinden kann – eine Technik, die wir aus der Forstwirtschaft übernommen haben. Bei einer defekten Wegedecke kann auf kleinster Fläche der Schaden behoben werden, ohne einen großen Abschnitt neu herstellen zu müssen“, sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender des Lippeverbandes. Die raue Oberfläche stellt zudem sicher, dass die Wege nicht als Rennstrecke dienen. Das Abführen von Oberflächenwasser erfolgt über die Bankette (Randstreifen neben der Fahrbahn) direkt in das anliegende Gewässer oder in den Grundwasserkörper.

Die helle Farbe des neuen Wegebelags bietet weitere Vorteile: Im Gegensatz zu einer Schwarzdecke findet weniger Aufheizung statt, sodass sich Tiere im heißen Sommer nicht die Pfoten verbrennen und sich nachts keine Amphibien auf dem Weg sammeln. Sie trägt außerdem zu einem besseren Mikroklima bei und fügt sich stimmiger in die Landschaft ein. Dass die Oberflächenbehandlung mit Absplittung aktuell noch nicht erfolgt ist, stellt im Herbst und im Winter kein Problem dar, da sich der Asphalt in dieser Zeit nicht aufheizt.

Der Lippeverband investiert insgesamt zirka 2,4 Millionen Euro in die Asphaltierung des Seseke-Weges.

100 Jahre Lippeverband

Der Lippeverband wurde vor 100 Jahren – am 19. Januar 1926 – gegründet, um die Folgen der Industrialisierung und des Bergbaus in Einklang mit der Natur, der Gesundheit und der Lebensqualität der Menschen zu bringen. Der Verband konnte ohne größere Zeitverluste seine Aufgaben angehen, da sich die Verbandsorgane entschlossen hatten, die Geschäftsführung mit der bereits 1899 gegründeten Emschergenossenschaft zu vereinigen. Man vermied dadurch den Aufbau einer eigenen Verwaltung. Sitz des neuen Verbandes wurde seinerzeit Dortmund. Dort war die Sesekegenossenschaft ansässig, die bereits 1913 nach Vorbild der Emschergenossenschaft gebildet worden war und nun im Lippeverband aufging. Zuständig war der Lippeverband nicht für das gesamte Lippe-Gebiet ab der Quelle, sondern für den industriell stark geprägten Raum unterhalb Lippborg bis zum Rhein bei Wesel – inklusive der Nebenlaufgebiete. Bis heute lebt der Lippeverband als öffentlich-rechtliche Einrichtung das Genossenschaftsprinzip als Leitidee des eigenen Handelns. Weitere Informationen zum Lippeverband sowie zu Veranstaltungen rund um das 100-jährige Bestehen finden interessierte Bürgerinnen und Bürger auf jubilaeum.eglv.de.