Recklinghäuser Abwasser fließt nicht mehr in die Emscher

Hellbach wird bis Mitte des Jahres renaturiert

Der renaturierte Breuskes Mühlenbach in Recklinghausen. Foto: Stefan Tuschy/EGLV

Recklinghausen. Die oberirdische Einleitung des Recklinghäuser Abwassers in die Emscher ist Geschichte! Die Emschergenossenschaft hat kürzlich den unterirdischen Hellbach-Abwasserkanal an den ebenfalls unterirdisch verlaufenden Abwasserkanal Emscher angeschlossen. Damit wird das aus dem Hellbach-Einzugsgebiet (zu dem auch der Breuskes Mühlenbach gehört) kommende Schmutzwasser nun nach zehn Jahren Bauzeit komplett unter Tage in Richtung Kläranlage Bottrop abgeführt – die Emscher wird somit deutlich von der Schmutzfracht entlastet! Der Hellbach indes wird weiter renaturiert. Mitte dieses Jahres werden auch diese Arbeiten abgeschlossen sein.

Rund 150 Liter pro Sekunde werden aktuell im Trockenwetterfall aus dem Einzugsgebiet des Hellbachs in den Abwasserkanal Emscher eingeleitet. Der Emscher-Fluss führt damit nun deutlich weniger Abwasser, was im Idealfall zu einer Verringerung des altbekannten Geruchs führt.

Die Emschergenossenschaft hatte vor zehn Jahren, im Frühjahr 2009, mit dem Bau des nun angeschlossenen Abwasserkanals am Hellbach begonnen. Rund 100 Millionen Euro hat der öffentlich-rechtliche Wasserwirtschaftsverband in die Abwasserfreiheit des Gewässers investiert. Zuvor wurden über mehrere Jahrzehnte die gesamten Abwässer aus der Recklinghäuser Innenstadt und dem Einzugsgebiet des Breuskes Mühlenbachs offen durch die beiden Nebengewässer in den Emscher-Hauptlauf eingeleitet.

Große Herausforderung

Der Hellbach-Umbau war eines der anspruchsvollsten und schwierigsten Projekte im Rahmen des Emscher-Umbaus, denn der Hellbach verläuft unter anderem inmitten von eng bebauten Wohngegenden, vor allem in Recklinghausen-Süd. „Die Planung für den Bau eines unterirdischen Abwasserkanals in diesem Bereich war bereits eine große Herausforderung, die Umsetzung dann erst recht“, sagt Projektleiterin Ines Budach. Doch die Strapazen haben sich gelohnt, denn der Breuskes Mühlenbach als Bestandteil des Hellbach-Systems ist mittlerweile bereits seit einigen Jahren komplett ökologisch umgestaltet. „Ein absoluter Glanzpunkt im Rahmen dieses Projekts“, so Ines Budach mit Stolz.

Der Vorher-Nachher-Effekt sei immer wieder ganz toll. „Wenn man am renaturierten Bach steht, etwa an der Friedrich-Ebert-Straße, und sieht, wie aus einem in Beton eingepferchten Gewässer wieder ein natürliches Flussbett entsteht und wie die Natur sich dort entfaltet – dann erkennt man einmal mehr, wie sinnvoll und wichtig diese Aufgabe ist“, so Ines Budach.

Dieser Effekt wird sich bald auch am Hellbach selbst beobachten lassen. Nördlich der A2 hat die Emschergenossenschaft die naturnahe Umgestaltung der einstigen Köttelbecke bereits weitestgehend abgeschlossen, aktuell baut sie noch südlich der Autobahn. Mitte 2019 wird der Hellbach-Umbau komplett fertig sein, im Bereich der Käthe-Kollwitz-Schule entsteht mit dem Blauen Klassenzimmer zudem ein Lernstandort direkt am idyllischen Gewässer.

Abschluss-Fest

Übrigens: Den Abschluss der Hellbach-Renaturierung will die Emschergenossenschaft im Spätsommer groß feiern – gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern! Details hierzu werden noch bekannt gegeben.