Neues Pumpwerk entwässert Deichhinterland auf Marler Seite

Drei Pumpen fördern Wasser über den Deich in die Lippe

Halima. Der Neubau der Hochwasser-Schutzdeiche in Haltern-Lippramsdorf und Marl (HaLiMa) bringt eine Neuordnung der bestehenden Pumpwerke mit sich. Auch zukünftig muss der Lippeverband das Hinterland der Deiche dauerhaft entwässern, da es bergbaubedingt abgesackt ist. Auf Marler Seite beginnt nun der Bau des neuen Pumpwerks Bonenkamp. Hier fließt das Wasser am tiefsten Gelände-punkt zusammen und wird durch eine stählerne Leitung über den Deich in die Lippe gefördert.

Der Neubau ersetzt das bestehende Pumpwerk Bonenkamp, das nach Inbetriebnahme zurückgebaut wird. In den nächsten Tagen richtet der Lippeverband die Baustelle ein, dann erfolgt noch in diesem Jahr der Aushub der Baugrube. Die Zufahrt ist über die Lippramsdorfer Straße und die zwischen dem Deich sowie dem Wesel-Datteln-Kanal liegenden asphaltierten Wege eingerichtet. Während der Baumaßnahme ist vermehrter Baustellenverkehr leider unvermeidbar. Die Bauzeit dauert voraussichtlich 18 Monate.

Nach Fertigstellung reicht das Pumpwerk dann elf Meter tief ins Erdreich hinein, drei Pumpen fördern das Wasser mit einer Leistung von 0,5 Kubikmeter pro Sekunde. Das oberirdisch sichtbare Gebäude wird knapp sechs Meter hoch, die Seitenwände zwölf und sechszehn Meter lang.

Das Pumpwerk Meinken, das auf der Halterner Seite dieselbe Funktion wie das Pumpwerk Bonenkamp erfüllt, ist Ende 2018 in Betrieb gegangen.

Hintergrund HaLiMa

Mit dem Neubau der Hochwasser-Schutzdeiche an der Lippe zwischen Haltern-Lippramsdorf und Marl stellt der Lippeverband den Hochwasserschutz in dieser Region langfristig auf eine solide Grundlage.

Nicht nur, dass die neuen Deiche dem Stand der Technik entsprechen – sie werden auch weiter im Hinterland liegen und dem Fluss damit Raum geben für eine rund 60 Hektar große Aue. Außerdem sind die neuen Deiche nicht so steil wie die bisherigen und fügen sich damit trotz einer Höhe bis zu 14 Metern besser in das Landschaftsbild ein.

Das Gesamtprojekt hat riesige Dimensionen: Die Deiche werden auf fünf Kilometern Flussstrecke neu gebaut. Dafür sind insgesamt 3,2 Millionen Kubikmeter Boden zu bewegen. In siebeneinhalb Jahren Bauzeit erfolgt nicht nur der Deichbau, sondern am Ende werden die alten Deiche abgetragen und es wird mit dem Material die Lippe verfüllt, die sich in diesem Bereich tief „eingegraben“ hat. Am Ende wird die neue Aue gestaltet. Um die Belastungen für die Bevölkerung durch Baustellenverkehr und Bodentransporte in Grenzen zu halten, transportiert der Lippeverband einen Großteil der benötigten Böden auf dem Schiffsweg zur Baustelle.