Lippeverband wird 100 Jahre jung
In Werne betreibt das Wasserwirtschaftsunternehmen seit 1967 eine Kläranlage. Das Werk sorgt dafür, dass nur gereinigtes Wasser in die Lippe fließt
Werne. Der Lippeverband feiert in wenigen Tagen sein 100-jähriges Bestehen: Am 19. Januar 1926 erfolgte der Erlass des Lippe-Gesetzes – es gilt als die Geburtsstunde des Lippeverbandes. In Werne betreibt das öffentlich-rechtliche Wasserwirtschaftsunternehmen eine Kläranlage – diese hat eine wichtige Bedeutung für die Gewässerqualität in der Lippe.
Seit 100 Jahren nimmt der Lippeverband in der Region – und für die Menschen in der Region – unverzichtbare Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge wahr. Dazu gehören unter anderem die Abwasserentsorgung sowie der Hochwasserschutz. Darüber hinaus gehen die wasserwirtschaftlichen Maßnahmen des Lippeverbandes immer auch mit einer städtebaulichen Entwicklung der Quartiere entlang der Gewässer einher. Mit dieser Verzahnung von Wasserwirtschaft und Städtebau verfolgt der Lippeverband im Schulterschluss mit seinen Mitgliedskommunen eine Verbesserung der Lebens- und Aufenthaltsqualität für die Bevölkerung in der Region. Der Betrieb von modernen Abwasserkanälen, Pumpwerken, Kläranlagen und Hochwasserschutzeinrichtungen bildet den Dreh- und Angelpunkt einer sozial-ökologischen Transformation: „Die Renaturierung von einst technisch überformten Flüssen und Bächen ermöglicht die Rückkehr von blaugrünem Leben in diese Gewässer sowie eine verbesserte Erleb- und Erfahrbarkeit dieser neuen Naherholungsorte für die Menschen. Unser Selbstverständnis als Infrastrukturdienstleister für unsere Mitglieder hat sich in den vergangenen 100 Jahren nicht geändert. Das Wohl der Allgemeinheit steht dabei für uns nach wie vor an erster Stelle“, sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender des Lippeverbandes.
Das Wirken des Lippeverbandes in Werne
Als öffentlich-rechtlicher Wasserwirtschaftsverband betreibt der Lippeverband in Werne eine Kläranlage und eine Regenwasserbehandlungsanlage. Außerdem unterhält der Verband in Werne rund neun Kilometer Wasserläufe.
Eine große Bedeutung für die Wasserqualität in der Lippe hat die Kläranlage des Lippeverbandes. Sie sorgt dafür, dass der Lippe nur gereinigtes Wasser zugeführt wird. Die Anlage stammt aus dem Jahr 1967 und wurde zuletzt 2005 ausgebaut. Ausgelegt ist sie für 54.000 Einwohnerwerte (Menschen plus Industrieunternehmen). Im Jahr 2024 sind in der Kläranlage Werne insgesamt 6.651.282 Kubikmeter Abwasser gereinigt worden. Im Durchschnitt flossen der Kläranlage im Jahr 2023 rund 220 Liter Abwasser pro Sekunde zu.
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Der Lippeverband
Der Lippeverband wurde vor 100 Jahren – am 19. Januar 1926 – gegründet, um die Folgen der Industrialisierung und des Bergbaus in Einklang mit der Natur, der Gesundheit und der Lebensqualität der Menschen zu bringen. Der Verband konnte ohne größere Zeitverluste seine Aufgaben angehen, da sich die Verbandsorgane entschlossen hatten, die Geschäftsführung mit der bereits 1899 gegründeten Emschergenossenschaft zu vereinigen. Man vermied dadurch den Aufbau einer eigenen Verwaltung. Sitz des neuen Verbandes wurde Dortmund. Dort war die Sesekegenossenschaft ansässig, die bereits 1913 nach Vorbild der Emschergenossenschaft gebildet worden war und nun im Lippeverband aufging. Zuständig war der Lippeverband nicht für das gesamte Lippe-Gebiet ab der Quelle, sondern für den industriell stark geprägten Raum von Lippborg bis Wesel – inklusive der Nebenlaufgebiete. Bis heute lebt der Lippeverband als öffentlich-rechtliche Einrichtung das Genossenschaftsprinzip als Leitidee des eigenen Handelns. Weitere Informationen zum Lippeverband sowie zu Veranstaltungen rund um das 100-jährige Bestehen finden interessierte Bürgerinnen und Bürger ab dem 19. Januar 2026 auf jubilaeum.eglv.de.