Lippeverband saniert Kanäle in Nordkirchen und Capelle

Maßnahme startet am kommenden Montag und dauert voraussichtlich bis Anfang Dezember

Nordkirchen. Der Lippeverband führt ab dem 26. Oktober auf einer Länge von insgesamt rund 900 Metern Kanalsanierungen durch. Betroffen von der Maßnahme in Nordkirchen sind die Straßen Schlossstraße (Ecke Mühlenstraße, zwischen den Hausnummer 5 bis 23) und die gesamte Wagnerstraße (inklusive der vier Stichstraßen), sowie die Werner Straße in Capelle (von der Bahnhofstraße bis zur Gorfeldstraße). Altersbedingt müssen die Kanäle umfassend saniert werden. Der Lippeverband rechnet mit einer Bauzeit von zirka sechs Wochen und bittet Bürgerinnen und Bürger um Verständnis bei etwaigen Beeinträchtigungen.

Die Kanalsanierung erfolgt in geschlossener Bauweise, da hierbei im Gegensatz zur offenen Bauweise die Belastung von Anwohnenden (kurze Einbauzeit, weniger Staub, weniger Lärm) erheblich verringert wird. Für Tagesarbeiten kann es teilweise zu Sperrungen von Anliegerstraßen kommen. Es wird gebeten, die ausgeschilderten Halteverbote zu beachten und einzuhalten.

Die Arbeiten starten mit einer vorlaufenden Kamerabefahrung der Kanäle. Die eigentliche Sanierung erfolgt, indem die bestehenden Kanalhaltungen mit einem sogenannten „Schlauch-Relining“ ausgekleidet werden. Im Anschluss an die Kanalsanierung erfolgt noch die Sanierung von insgesamt 30 Schächten.

Die Aufgaben des Lippeverbandes in Nordkirchen
Die Gemeinde Nordkirchen hat ihre Abwasserbeseitigungspflicht Anfang 2019 auf den Lippeverband übertragen. Neben der Kläranlage Nordkirchen ist der Wasserwirtschaftsverband seitdem zusätzlich für 90 Kilometer Freispiegelkanäle, 18 Kilometer Druckrohrleitungen, 30 Regenwasserbehandlungsanlagen und 33 Pumpwerke zuständig. Damit liegen in der Gemeinde nun seit rund anderthalb Jahren erstmals alle Anlagen, die für das Fortschaffen und die Reinigung von Abwasser aus Privathaushalten sowie von Industrie und Gewerbe nötig sind, in einer Zuständigkeit. Diese Abwasserbeseitigung aus einer Hand statt von zwei getrennten Verantwortlichen verschlankt und beschleunigt viele Prozesse und Abstimmungen.

100 Jahre Lippeverband
Der Lippeverband wurde vor 100 Jahren – am 19. Januar 1926 – gegründet, um die Folgen der Industrialisierung und des Bergbaus in Einklang mit der Natur, der Gesundheit und der Lebensqualität der Menschen zu bringen. Der Verband konnte ohne größere Zeitverluste seine Aufgaben angehen, da sich die Verbandsorgane entschlossen hatten, die Geschäftsführung mit der bereits 1899 gegründeten Emschergenossenschaft zu vereinigen. Man vermied dadurch den Aufbau einer eigenen Verwaltung. Sitz des neuen Verbandes wurde seinerzeit Dortmund. Dort war die Sesekegenossenschaft ansässig, die bereits 1913 nach Vorbild der Emschergenossenschaft gebildet worden war und nun im Lippeverband aufging. Zuständig war der Lippeverband nicht für das gesamte Lippe-Gebiet ab der Quelle, sondern für den industriell stark geprägten Raum unterhalb Lippborg bis zum Rhein bei Wesel – inklusive der Nebenlaufgebiete. Bis heute lebt der Lippeverband als öffentlich-rechtliche Einrichtung das Genossenschaftsprinzip als Leitidee des eigenen Handelns. Weitere Informationen zum Lippeverband sowie zu Veranstaltungen rund um das 100-jährige Bestehen finden interessierte Bürgerinnen und Bürger auf jubilaeum.eglv.de.