Kanalbau und Klimaresilienz: Neugestaltung der Sterkrader Innenstadt startet im Oktober

Startschuss für das Klima.Quartier Sterkrade als zentrales Zukunftsprojekt

Oberhausen. Nach vielen Jahren intensiver Planung und Vorbereitung beginnt am 5. Oktober der blau-grüne Wandel der Bahnhofstraße in Sterkrade. Gemeinsam mit Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, gaben Oberbürgermeister Thorsten Berg und Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender von Emschergenossenschaft und Lippeverband, bei der offiziellen Baustelleneröffnung den Startschuss für eines der zentralen Zukunftsprojekte Oberhausens.

„Jetzt wird aus einer großen Idee konkrete Realität. Wir machen die Bahnhofstraße fit für die Folgen des Klimawandels und steigern gleichzeitig die Aufenthaltsqualität in der Sterkrader Innenstadt. So entsteht ein Zukunftsprojekt mit Vorbildcharakter – für Oberhausen und weit darüber hinaus“, betont Oberbürgermeister Thorsten Berg.

Minister Oliver Krischer ergänzt: „Die Anpassung an die Folgen des Klimawandels ist eine Generationenaufgabe. Extreme Hitze und Starkregen nehmen zu, darauf müssen wir uns vorbereiten. Was hier in Sterkrade entsteht, zeigt ganz konkret, wie wir unsere Städte klimaresilient machen. Das fördern wir als Land gezielt.“

Die Maßnahmen für insgesamt drei Teilprojekte werden durch die Arbeitsgemeinschaft H & W Tiefbau und Westmünsterland Straßenbau H&B als Baufirma gebündelt umgesetzt.

Gemeinsames Handeln ist erforderlich
Starkregen, Hitze und Dürre stellen Städte vor immer größere Herausforderungen. Um den Folgen des Klimawandels wirksam zu begegnen und Städte langfristig lebenswert zu gestalten, braucht es gemeinsames Handeln. So wurde aus einem gesetzlich vorgeschrieben Kanalumbau zur Trennung von Rein- und Mischwasser ein Vorzeigeprojekt mit den vier starken Partnern Stadt Oberhausen, Emschergenossenschaft, Zukunftsinitiative Klima.Werk und WBO. Bei der umfassenden Neugestaltung greifen drei Großprojekte ineinander: der klimaresiliente Umbau, die städtebauliche Aufwertung und die Erneuerung der unterirdischen Infrastruktur. Dazu gehört der Bau eines neuen Reinwasserkanals für den Elpenbach durch die Emschergenossenschaft sowie eines neuen Mischwasserkanals durch die Wirtschaftsbetriebe Oberhausen (WBO).

„Durch den Bau des neu­en Rein­was­ser­ka­nals unter der Bahnhofstraße trennen wir nicht nur den El­pen­bach von der Misch­was­ser­ka­na­li­sa­ti­on, sondern schaffen damit auch mehr Ka­pa­zi­tät für Schmutz-​ und Nie­der­schlags­was­ser. Das entlastet die Kanalisation bei immer häufiger auftretenden Starkregenvorfällen“, erklärt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender von Emschergenossenschaft und Lippeverband.

Effiziente und gebündelte Umsetzung durch eine Arbeitsgemeinschaft
Der Stadt ist bewusst: Die Neugestaltung der Bahnhofstraße wird während der Bauphase im Alltag in Sterkrade spürbar sein. „Wo wir die Innenstadt umbauen, entstehen Einschränkungen. Doch durch die gebündelte Ausführung durch die Arbeitsgemeinschaft H & W Tiefbau und Westmünsterland Straßenbau H&B können sämtliche Maßnahmen eng aufeinander abgestimmt und effizient umgesetzt werden. So halten wir auch die Einschränkungen für die Sterkraderinnen und Sterkrader sowie Gewerbetreibenden während der Bauphase so gering wie möglich. Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger sowie Gewerbetreibende bleibt die Stadt Oberhausen“, betont Dr. Thomas Palotz, zuständiger Beigeordneter bei der Stadt Oberhausen.

Investitionen für klimaresilienten Umbau werden zum Großteil gefördert
Insgesamt fließen erhebliche Investitionen in die Zukunft Sterkrades. Für den klimaresilienten Umbau stehen 14,2 Millionen Euro aus dem Förderprogramm „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ (KRiS), fast 7 Millionen Euro aus der Städtebauförderung sowie ein Eigenanteil der Stadt Oberhausen von 1 Million Euro zur Verfügung. Damit werden rund 22 Millionen Euro in den klimaresilienten und städtebaulichen Umbau von Oberhausen-Sterkrade investiert. Zusätzlich stellt die Emschergenossenschaft 11 Millionen Euro für den neuen Reinwasserkanal bereit.

Regelmäßige Informationsangebote
Der Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Gewerbetreibenden wird ab sofort weiter intensiviert. Neben dem regelmäßig stattfindenden Baustellenstammtisch informiert das Bauzaungespräch (jeden ersten Mittwoch im Monat um 12.15 Uhr direkt an der Baustelle) über aktuelle Fortschritte und anstehende Arbeiten, Interessierte können Fragen stellen und mit Projektverantwortlichen in den Austausch gehen. Neben Webseite und Social Media gibt es alle Neuigkeiten auch bei WhatsApp. Der Kanal liefert einmal pro Woche einen kompakten Überblick über alles, was im Klima.Quartier Sterkrade passiert und informiert über aktuelle Planungen und nächste Schritte, anstehende und laufende

Maßnahmen, Termine und Veranstaltungen sowie wichtige Aktionen und Entwicklungen in Sterkrade. Anmelden können sich Interessierte unter www.bit.ly/klimaquartier-whatsapp. Bei Fragen rund um das Projekt Klima.Quartier Sterkrade können sich Interessierte jederzeit unter der E-Mail-Adresse klimaquartier@oberhausen.de melden. Alle Infos und Neuigkeiten zum Projekt gibt es unter www.klimaquartier-sterkrade.de und auf Facebook und Instagram.

Über das Klima.Quartier Oberhausen-Sterkrade

Das Klima.Quartier Oberhausen-Sterkrade ist ein Modellprojekt für die klimaresiliente Umgestaltung und Stadtentwicklung im Ruhrgebiet. Die Bahnhofstraße als Lebensader des Stadtteils und ihre Umgebung werden aktiv auf den Klimawandel vorbereitet und somit fit gemacht für die Zukunft. Durch den blau-grünen Wandel entsteht eine Innenstadt, die gegen Hitze, Trockenheit und Starkregen gewappnet ist – und letztlich zu einem lebenswerten Ort für uns alle wird. Hinter den Maßnahmen für Klimaresilienz, Stadterneuerung und Kanalbau an der Bahnhofstraße stehen die Stadt Oberhausen, die Emschergenossenschaft, die Zukunftsinitiative Klima.Werk und die Wirtschaftsbetriebe Oberhausen (WBO), die die vier Teilprojekte gemeinsam planen und aufeinander abstimmen. Die Emscher-Wassertechnik GmbH begleitet das Gesamtvorhaben als zentrale Projektsteuerung.