Kamen: Entspannen am Heerener Mühlbach

Lippeverband und Stadt Kamen übergeben Rastplatz an Stadtteil-Kümmerer

Kamen. An der Bergstraße in Kamen-Heeren-Werve hat der Lippeverband in Absprache mit der Stadt einen kleinen Rastplatz angelegt. Hier können es sich jetzt Menschen aus dem Stadtteil auf zwei Bänken gemütlich machen und den Blick über den Heerener Mühlbach schweifen lassen. Eine Gruppe von Aktiven aus dem Stadtteil hatte die Idee, Aufenthaltsplätze am Gewässer zu schaffen. Als „Kümmerer“ haben sie zukünftig vor Ort ein Auge auf die kleine Fläche.

Der Lippeverband hat ab den frühen 1990er-Jahren das ehemalige Schmutzwassersystem der Seseke komplett umgebaut. Dabei wurde die offene Schmutzwasserableitung beseitigt und die Gewässer renaturiert. Auch der Heerener Mühlbach als ein Nebenlauf der Seseke gehörte dazu.

„Als Lippeverband freuen wir uns, dass wir hier im Rahmen der Kooperation ‚Gemeinsam an der Lippe‘ eine Aufenthaltsmöglichkeit am Bach schaffen konnten. Vor der Entflechtung und Renaturierung hätten an dieser Stelle wohl die wenigsten sitzen wollen“, erinnert Projektleiter Toyin Rasheed. „Wenn Leute sich engagieren und ihren Stadtteil aktiv gestalten, freut uns das als Stadt natürlich. Es ist eine kleine aber schöne Maßnahme, die wir hier gemeinsam mit dem Lippeverband umsetzen konnten. Jetzt steht der Erholung am Bach nichts mehr im Wege“, stellt Gabriela Schwering von der Stadtplanung fest.

Gemeinsame hoffe man darauf, dass mit den neuen Bänken pfleglich umgegangen werde. „Die ‚Kümmerer‘ haben zwar ein Auge auf den Standort und stehen im engen Austausch mit uns als Stadt, für den achtsamen Umgang trägt aber natürlich jeder Nutzer selbst die Verantwortung“, macht die Stadtplanerin deutlich. Die Gesamtkosten inklusive Planung und Realisierung für das Projekt belaufen sich auf rund 6.000 Euro.

Hintergrund: Gemeinsam an der Lippe:

Seit 2014 führt der Lippeverband in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung NRW (MHKBG), dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW (MULNV) und den Lippe-Kommunen die Kooperation „Gemeinsam an der Lippe“ durch. Die Kooperation verfolgt das Ziel, städtebauliche und wasserwirtschaftliche Maßnahmen in den Programmgebieten der Städtebauförderung miteinander zu verknüpfen und so zur Verbesserung der Lebensqualität der hier lebenden Menschen beizutragen. Die im Rahmen der Kooperation entwickelten und umgesetzten Projekte werden zu 80% vom Städtebauministerium gefördert. Der Lippeverband übernimmt den Rest der Kosten in Höhe von 20%.

Heerener Mühlbach:

Zwischen 2002 und 2005 wurden die geschlossene Abwasserkanäle am Heerener Mühlbach gebaut, damit war der Bach zunächst sauber, aber das Wasser floss noch in Sohlschalen aus Beton. Die Renaturierung des Heerener Mühlbaches mit Regenwasserabkopplung erfolgte zwischen Mai 2011 und April 2013 und kostete 4,3 Mio. Euro – zu 50 Prozent finanziert aus dem EU-Programm „Interreg IV B“ unter dem Motto „Grün-Blauer Klimakorridor“. Damit wird auf die klimatischen Effekte des neu entstandenen, naturnahen Gewässers verwiesen, das den gesamten Ort durch-fließt. Das Besondere an der Mühlbach-Umgestaltung ist die Tatsache, dass das Regenwasser von 80 Hausgrundstücken entlang des Baches in das Gewässer abgeleitet werden. Dadurch wird die Wasserführung im Bach gestärkt und vergleichmäßigt. Der Lippeverband unterhält zirka 2,2 Kilometer des Gesamtflusslaufes im unteren Bereich des Gewässers.