Hauptkanal Recklinghausen: Baubeginn für die neue Regenwasserbehandlungsanlage

Maßnahme im Rahmen des Emscher-Umbaus

Essen. Die Emschergenossenschaft baut ab der kommenden Woche im südlichen Abschnitt des Hauptkanals Recklinghausen eine Regenwasserbehandlungsanlage. Die Arbeiten werden bis Ende 2020 dauern. Im Zuge der Maßnahme wird der Rad- und Fußweg am Florian-Polubinski-Weg im Bereich des Recklinghäuser Südfriedhofs zwischen Engelbertstraße und Emscher ebenfalls ab der kommenden Woche gesperrt. Der Fuß- und Radverkehr wird über die Saarstraße umgeleitet. Die Emschergenossenschaft bittet um Verständnis.

Eine Regenwasserbehandlungs-anlage dient der Trennung von sauberem Regenwasser und schmutzigem Abwasser. In einem Stauraumkanal oder Regenüberlaufbecken wird bei starken Niederschlägen das Mischwasser zunächst „angehalten“ und beruhigt. Dabei kommt das physikalische Gesetz der Schwerkraft zum Tragen: Die schwereren Schmutzsedimente setzen sich nach unten ab und können gedrosselt durch eine Ableitung in den unterirdischen Abwasserkanal Emscher und anschließend zur Kläranlage transportiert werden.

Das oben schwimmende, weitestgehend saubere und nicht-klärpflichtige Regenwasser dagegen kann nach Erreichen einer bestimmten Menge und Höhe über eine sogenannte Entlastungsschwelle ins Emscher-Gewässer „schwappen“.

Auch ökonomisch sinnvoll

Mit Hilfe der Regenwasserbehandlungsanlagen erhalten die Gewässer also weitestgehend sauberes Wasser, während die Abwasserkanäle und insbesondere die Kläranlagen entlastet werden. Das ist nicht nur ökologisch äußerst sinnvoll, sondern auch ökonomisch – denn die Abwasserkanäle müssen nicht durchgängig übergroß dimensioniert werden, was die Baukosten erheblich senkt! Zudem gehört sauberes Regenwasser ins Gewässer und nicht in die Kläranlage, wo es unnötigerweise noch einmal für viel Geld gereinigt würde.