Flussmanager arbeiten am Tieftalgraben

Errichtung einer Regenwasserbehandlungsanlage

Gelsenkirchen. Im Rahmen des Emscher-Umbaus wurde kürzlich die ökologische Umgestaltung des Tieftalgrabens südlich der Altenessener Straße in Gelsenkirchen abgeschlossen. Als letzte Maßnahme erfolgt nun die Errichtung einer Regenwasserbehandlungsanlage zur Trennung von Rein- und Schmutzwasser.

Bei dem Tieftalgraben handelt es sich um ein Gewässer, das bislang in Teilen in das Essener Kanalnetz nahe der Stadtgrenze zu Gelsenkirchen floss und von dort weiter in Richtung Norden, bis es nördlich der Tiefbachstraße in den Schwarzbach mündete. Mit dem Abschluss der ökologischen Verbesserung wird das Reinwasser des Tieftalgrabens nun gänzlich nach Süden in den Katernberger Bach in Essen fließen. Dafür sorgt ein Trennbauwerk an Tiefbachstraße.

Letzte Maßnahme

Als finale Maßnahme erfolgt nun zur Errichtung einer sogenannten Mischwasserbehandlung die Erweiterung des vorhandenen Trennbauwerkes an der Tiefbachstraße zu einem Entlastungsbauwerk. Das dahinterliegende Kanalnetz erhält so die Funktion eines Stauraumkanals (siehe Erläuterung Funktionsweise). Die vorhandene Bausubstanz wird dabei vollständig in das künftige Bauwerk integriert.

Der konkrete Baubereich beschränkt sich auf das Areal rund um die vorhandenen Bauwerke in der Verlängerung der Tiefbachstraße. Die Tiefbachstraße wird für die Anlieferung der Baumaßnahme genutzt. Die Bauarbeiten begannen im November des vergangenen Jahres mit der Baustelleneinrichtung und der Herstellung einer Umleitung für den Radverkehr. Die Baugrube zwischen den vorhandenen Bauwerken wurde fertiggestellt und unmittelbar vor Weihnachten erfolgten bereits erste Betonierarbeiten.

Die Bauarbeiten sollen insgesamt noch bis September 2019 andauern. Innerhalb dieser Zeit wird es zu „gefühlten“ Unterbrechungen kommen, da zwischendurch maschinen- und elektrotechnische Installationsarbeiten im Inneren des neuen Bauwerks durchzuführen sind.

Die Funktionsweise

Eine Regenwasserbehandlungs-anlage dient der Trennung von sauberem Regenwasser und schmutzigem Abwasser. In einem Stauraumkanal oder Regenüberlaufbecken wird bei starken Niederschlägen das Mischwasser zunächst „angehalten“ und beruhigt. Dabei kommt das physikalische Gesetz der Schwerkraft zum Tragen: Die schwereren Schmutzsedimente setzen sich nach unten ab und können gedrosselt durch eine Ableitung in den Abwasserkanal und anschließend zur Kläranlage transportiert werden.

Das oben schwimmende, weitestgehend saubere und nicht-klärpflichtige Regenwasser dagegen kann nach Erreichen einer bestimmten Menge und Höhe über eine sogenannte Entlastungsschwelle ins Gewässer „schwappen“. Mit Hilfe der Regenwasserbehandlungsanlagen erhalten die Gewässer also weitestgehend sauberes Wasser, während die Abwasserkanäle und insbesondere die Kläranlagen entlastet werden. Das ist nicht nur ökologisch äußerst sinnvoll, sondern auch ökonomisch – denn die Abwasserkanäle müssen nicht durchgängig übergroß dimensioniert werden, was die Baukosten erheblich senkt! Zudem gehört sauberes Regenwasser ins Gewässer und nicht in die Kläranlage, wo es unnötigerweise noch einmal für viel Geld gereinigt würde.