Regenwasserbehandlung: Neun neue Anlagen für Oberhausen

Trennung von Regen- und Abwasser

Oberhausen. Der Bau des Abwasserkanals Emscher (AKE) steht auch 2019 im Fokus der Arbeiten der Emschergenossenschaft. Darüber hinaus werden die Flussmanager in diesem Jahr mit dem Bau von insgesamt neun Regenwasserbehandlungsanlagen im Bereich des AKE beginnen. Mit den Anlagen soll eine Trennung der Wasserströme erreicht werden: Der Schmutzanteil wird in den Abwasserkanal und über diesen in die Kläranlage transportiert, während das Regenwasser in die künftig saubere Emscher eingeleitet wird.

Die neun Anlagen entstehen südlich der Emscher an der Sühlstraße und an der Osterfelder Straße sowie nördlich des Flusses an der Breilstraße, Glückaufstraße, am Düsselbachweg, an der Waghalsstraße, Wittekindstraße und Kanalstraße. Sie nehmen das Mischwasser aus den städtischen Einzugsgebieten auf. Die Emschergenossenschaft arbeitet hierbei eng mit der Stadt Oberhausen und den Wirtschaftsbetrieben Oberhausen (WBO) zusammen.

Die Funktionsweise

Eine Regenwasserbehandlungs-anlage dient der Trennung von sauberem Regenwasser und schmutzigem Abwasser. In einem Stauraumkanal oder Regenüberlaufbecken wird bei starken Niederschlägen das Mischwasser zunächst „angehalten“ und beruhigt. Dabei kommt das physikalische Gesetz der Schwerkraft zum Tragen: Die schwereren Schmutzsedimente setzen sich nach unten ab und können gedrosselt durch eine Ableitung in den Abwasserkanal und anschließend zur Kläranlage transportiert werden.

Das oben schwimmende, weitestgehend saubere und nicht-klärpflichtige Regenwasser dagegen kann nach Erreichen einer bestimmten Menge und Höhe über eine sogenannte Entlastungsschwelle ins Gewässer „schwappen“. Mit Hilfe der Regenwasserbehandlungsanlagen erhalten die Gewässer also weitestgehend sauberes Wasser, während die Abwasserkanäle und insbesondere die Kläranlagen entlastet werden. Das ist nicht nur ökologisch äußerst sinnvoll, sondern auch ökonomisch – denn die Abwasserkanäle müssen nicht durchgängig übergroß dimensioniert werden, was die Baukosten erheblich senkt! Zudem gehört sauberes Regenwasser ins Gewässer und nicht in die Kläranlage, wo es unnötigerweise noch einmal für viel Geld gereinigt würde.