Bundesumweltministerin zu Besuch beim Emscher-Umbau

Svenja Schulze besucht Standorte in Bottrop

Bottrop. „Wasser ist die Grundlage, die Leben auf unserem Planeten überhaupt erst möglich macht. Die Renaturierung des Fluss-Systems Emscher, jahrzehntelang zur Kloake des Ruhrgebiets degradiert, ist daher eine Erfolgsstory, auf die wir stolz sein können“, machte Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, beim Besuch von Bundesumweltministerin Svenja Schulze deutlich. Am Mittwoch, 8. August, besuchte die Ministerin die Kläranlage Bottrop und informierte sich über das Generationenprojekt Emscher-Umbau, das nach mehr als 150 Jahren die Emscher, als zentralen Fluss des Ruhrgebietes, vom Abwasser befreit.

Von den 54 Meter hohen Faultürmen hinab bot sich ein weiter Blick über die Metropole Ruhr. Danach ging es rund 40 Meter hinunter in das Pumpwerk „Abwasserkanal Emscher Bottrop“, das im September 2018 in Betrieb gegangen ist und das Abwasser aus dem unterirdischen Kanal in die benachbarte Kläranlage hebt. „Der Wandel des Ruhrgebiets zeigt sich hier am Beispiel der Emscher überdeutlich: Heute erleben wir eine facettenreiche Region, die für hohen grünen Innovationsgeist steht“, so Uli Paetzel.

Herausforderungen wie Klima-wandel oder saubere Gewässer seien dabei nur gemeinsam zu bewältigen: „Die Menschen im Ruhrgebiet haben ihre Heimat, das ehemalige Kohlerevier, neu erfunden. An der Emscher und ihren Nebenläufen entstehen Radwege und Naherholungsflächen, aber auch Unternehmen profitieren von den ökologisch verbesserten Standorten mit grün-blauen Infrastrukturen.“

Der hohe Innovationsgeist werde auch am Standort der Kläranlage Bottrop selbst deutlich. Hier betreibt die Emschergenossenschaft als öffentlich-rechtlicher Wasserverband nicht nur eine der größten Anlagen Deutschlands, sie gilt gleichzeitig auch als „Kläranlage der Zukunft“. „Durch den Mix von nachhaltigen Energieträgern läuft die Anlage komplett energieautark“, erläuterte Dr. Emanuel Grün, Technischer Vorstand der Emschergenossenschaft. Wärme, Gas und Klär-schlamm, die beim Prozess der Abwasserreinigung entstehen, nutzt die Emschergenossenschaft zum energetischen Betrieb: „Die Mischung der Energieträger ist der Schlüssel zur CO2-Reduzierung und Energieautarkie.“ Am Standort in Bottrop sorgen dafür mehrere Blockheiz-kraftwerke, eine Photovoltaikanlage, eine Windenergieanlage und eine Dampfturbine.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze besucht in der Metropole Ruhr mehrere Projekte und Standorte, die sich durch ihre hohe klima- und umweltrelevante Ausrichtung auszeichnen. Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler sagte: „Wir als Stadt Bottrop sind stolz darauf, ein zentraler Schauplatz des Generationenprojekts Emscher-Umbau zu sein!“