Bahnhofstraße: Vorbereitung für Kanalerneuerung
Fünf Bäume müssen vorübergehend entfernt werden. Lippeverband plant Neupflanzungen mit Regenwasserspeichern
Hamm. In Vorbereitung auf die anstehenden Kanalerneuerungen an der Bahnhofstraße zwischen dem Café Heinrich und dem ehemaligen Gebäude der Galeria Kaufhof, einschließlich der Straße „Am Stadtbad“ und „Luisenstraße“, entfernt der Lippeverband am Donnerstag, 29. Januar, fünf Bäume.
Im Zuge der Kanalarbeiten werden ebenfalls weitere Versorgungstrassen (Gas, Wasser, Fernwärme und Strom) erneuert. Der Lippeverband hat gemeinsam mit den Stadtwerken Hamm umfassende Überprüfungen durchgeführt, um die notwendigen Eingriffe in den Baumbestand so gering wie möglich zu halten. Die hohe Menge an Versorgungsleitungen, große Abwasserkanäle und zu wenig Platz machen die Entnahme der Bäume unumgänglich. In Absprache mit der Stadt Hamm pflanzt der Lippeverband nach Ende der Baumaßnahme sechs neue Bäume an den vorherigen Standorten.
Die Tiefbauarbeiten zur Kanal- und Versorgererneuerung starten voraussichtlich im Juni 2026. Im Zuge der Maßnahme, die voraussichtlich bis Ende 2027 andauern wird, entstehen auf einer Länge von rund 250 Metern neue Abwasserkanäle. Weitere 200 Meter Kanäle werden außerdem in geschlossener Bauweise saniert. Über Sperrungen im Zuge der Baumaßnahme wird der Lippeverband rechtzeitig informieren.
Neue Bäume mit Regenwasserspeicher unter der Erde
Im Bereich von städtischen Straßen oder anderen versiegelten Flächen fließt Regenwasser im Normalfall in die Kanalisation. Für Bäume entlang der Straße ist das kostbare Nass damit verloren. Um das zu ändern, legt der Lippeverband für die Neupflanzungen im Innenstadtbereich Baumrigolen an. Baumrigolen sind unterirdische Einbauten, die den Niederschlag speichern können. Oberirdisch anfallendes Regenwasser kann so kontrolliert über ein spezielles Rohrsystem direkt an den Wurzelbereich der Bäume geführt und zwischengespeichert werden. So werden die Bäume optimal mit Regenwasser versorgt – auch bei Trockenwetterperioden. Die Maßnahme trägt zusätzlich zur Verbesserung des innerstädtischen Mikroklimas bei.
Der Lippeverband
Der Lippeverband wurde vor 100 Jahren – am 19. Januar 1926 – gegründet, um die Folgen der Industrialisierung und des Bergbaus in Einklang mit der Natur, der Gesundheit und der Lebensqualität der Menschen zu bringen. Der Verband konnte ohne größere Zeitverluste seine Aufgaben angehen, da sich die Verbandsorgane entschlossen hatten, die Geschäftsführung mit der bereits 1899 gegründeten Emschergenossenschaft zu vereinigen. Man vermied dadurch den Aufbau einer eigenen Verwaltung. Sitz des neuen Verbandes wurde Dortmund. Dort war die Sesekegenossenschaft ansässig, die bereits 1913 nach Vorbild der Emschergenossenschaft gebildet worden war und nun im Lippeverband aufging. Zuständig war der Lippeverband nicht für das gesamte Lippe-Gebiet ab der Quelle, sondern für den industriell stark geprägten Raum von Lippborg bis Wesel – inklusive der Nebenlaufgebiete. Bis heute lebt der Lippeverband als öffentlich-rechtliche Einrichtung das Genossenschaftsprinzip als Leitidee des eigenen Handelns. Weitere Informationen zum Lippeverband sowie zu Veranstaltungen rund um das 100-jährige Bestehen finden interessierte Bürgerinnen und Bürger ab dem 19. Januar 2026 auf jubilaeum.eglv.de.