Emscher-Weg: Warum Asphalt die bessere Variante ist

Emschergenossenschaft beantwortet meistgestellte Fragen rund um die aktuellen Arbeiten

Oberhausen. Im Zuge der Verbesserung des Fahrkomforts auf dem Emscher-Weg erreichen die Emschergenossenschaft aktuell zahlreiche Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern rund um die Asphaltierung des knapp 100 Kilometer langen Radwanderweges. Die Emschergenossenschaft erläutert in diesem Kontext, weswegen der Asphalt sich auch im Sommer nicht aufheizt und daher auch für Vierbeiner sowie für Insekten keine schädliche Gefahr bedeutet – und warum sich der Wasserwirtschaftsverband überhaupt für Asphalt als (bessere) Variante gegenüber der wassergebundenen Wegedecke entschieden hat.

In der Vergangenheit wurden die Betriebswege der Emschergenossenschaft, die zur öffentlichen Nutzung als Rad- und Fußwege freigegeben wurden, mit einer wassergebundenen Wegedecke versehen. Diese ist jedoch sehr anfällig und pflegeintensiv, insbesondere auch bei wie in den vergangenen Jahren immer häufiger auftretenden stärkeren Regenereignissen und Trockenphasen. So sind die Eingriffe durch Instandhaltungsmaßnahmen nicht nur nicht-wirtschaftlich, sondern auch ein immer wiederkehrender Eingriff in die Landschaft.

Die Emschergenossenschaft hat daraufhin nach Alternativen gesucht und sich für ein Verfahren entschieden, das aus dem Forstwirtschaftswegebau bekannt ist.  Vor allem in ländlichen Regionen dient es dem Schutz der Wege vor Frostschäden, da durch die Kombination von Bitumen und Splitt eine hervorragende Rissüberbrückung stattfindet.

Ökologische Vorteile
Die Oberflächenbehandlung wird dabei in einem zweiten Arbeitsschritt nach dem Asphaltieren aufgetragen. Sie wird aus unterschiedlichen Aspekten genutzt: Der ökologische Aspekt bezieht sich darauf, dass sich der Asphalt durch die Aufhellung nicht so stark aufheizt. Dies bietet den Vorteil, dass sich tagsüber Kleinstlebewesen und Hunde nicht die Pfoten verbrennen und sich nachts keine bzw. weniger Amphibien darauf versammeln als auf einer Schwarzdecke. Zudem schmiegt sich die farbige Oberfläche deutlich gefälliger in das Landschaftsbild. Kurzum: hell statt schwarz, natürlich statt technisch – das bedeutet eine höhere Barrierefreiheit für Tiere.

Bei einer defekten Wegedecke kann zudem auf kleinster Fläche der Schaden behoben werden, ohne einen großen Abschnitt neu herstellen zu müssen. Die raue Oberfläche stellt auch sicher, dass die Wege nicht als Rennstrecke dienen. Das Abführen von Oberflächenwasser erfolgt über die Bankette (Randstreifen neben der Fahrbahn) direkt in das anliegende Gewässer oder in den Grundwasserkörper. Übrigens: Wassergebundene Decken heißen so, weil sie kaum eine Versickerungswirkung haben. Auch deshalb hat sich die Emschergenossenschaft im gesamten Emscher-Gebiet für das neue Verfahren entschieden, weil sie in ihrem Selbstverständnis als Infrastruktur-Dienstleisterin ein gutes Angebot für die Nahmobilität schaffen will ­– ohne Staub- und Schmutzwirkungen beim Befahren.

Die aktuellen Arbeiten in Oberhausen
In Oberhausen sind die Asphaltierungsarbeiten ab der Lindnerstraße in Richtung Dinslaken größtenteils abgeschlossen. Es werden nun noch die Banketten angelegt. Die Oberflächenbehandlung erfordert bestimmte Minimaltemperaturen, die zurzeit nicht mehr gegeben sind. Daher erfolgt die Absplittung im kommenden Frühjahr. Aufgrund der kühlen Temperaturen ist jedoch ohnehin in den Herbst- und Wintermonaten nicht mit einer Aufheizung des Asphaltes zu rechnen.

Die Emschergenossenschaft weist in diesem Kontext auch noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass die abgesperrten Baustellenbereiche unter keinen Umständen unbefugt betreten oder befahren werden dürfen. Dies gilt auch dann, wenn Baustellenabsperrungen für die eigenen Baufahrzeuge kurzzeitig offenstehen. Erst wenn die Absperrungen vollständig abgeräumt sind, sind die Wege wieder freigegeben. Es wird eindringlich auch darum gebeten, Absperrungen nicht fahrlässig beiseite zu schieben: Wer dies tut, bringt sich selbst und andere Bürger*innen in Gefahr und muss mit einer Anzeige seitens der Emschergenossenschaft rechnen.

Emschergenossenschaft
Am 14. Dezember 1899 als erster deutscher Wasserwirtschaftsverband gegründet, ist die Emschergenossenschaft heute gemeinsam mit dem 1926 gegründeten Lippeverband Deutschlands größter Betreiber von Kläranlagen und Pumpwerken. Die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Unternehmens sind die Abwasserentsorgung, der Hochwasserschutz sowie die Klimafolgenanpassung. Ihr bekanntestes Projekt ist der Emscher-Umbau (1992-2021), bei dem die Emschergenossenschaft im Herzen des Ruhrgebietes eine moderne Abwasserinfrastruktur baute. Dafür wurden 436 Kilometer an neuen unterirdischen Abwasserkanälen verlegt und vier Großkläranlagen gebaut. Rund 340 Kilometer an Gewässern werden insgesamt renaturiert. Parallel entstanden in enger Kooperation mit den kommunalen Partnern über 360 Kilometer an Rad- und Fußwegen, die das neue blaugrüne Leben an der Emscher und ihren Nebenläufen erleb- und erfahrbar machen. www.eglv.de