Das etwas andere Insektenhotel

Zur Förderung der Artenvielfalt hat die Emschergenossenschaft auf ihrer Kläranlage Duisburg-Alte Emscher ein „Sandarium“ gebaut

Duisburg. Wer an ein Insektenhotel denkt, hat meist Holzblöcke mit Bohrlöchern oder gebündelte Schilfröhrchen vor Augen. Doch viele Insekten bevorzugen eine ganz andere Unterkunft: den natürlichen Boden. Um diesen Arten zusätzlichen Lebensraum zu bieten und die Biodiversität zu fördern, hat die Emschergenossenschaft auf ihrer Kläranlage Duisburg-Alte Emscher ein sogenanntes „Sandarium“ angelegt.

Rund drei Viertel der mehr als 600 in Deutschland vorkommenden Wildbienenarten nisten im Boden. Doch nicht nur Wildbienen sind auf geeignete Bodenflächen angewiesen. Auch zahlreiche weitere Insekten, darunter bestimmte Käfer, Wespen und Ameisen, nutzen unterirdische Hohlräume für ihren Nachwuchs.

Das von der Emschergenossenschaft angelegte Sandarium hat eine Grundfläche von 2,75 x 2,75 Metern und eine Höhe von 70 Zentimetern –­ optisch gestaltet wurde es angelehnt an das Unternehmenslogo: die sich durch die Region windende neue Emscher.

Die Umrandung aus Schredderholz erfüllt gleich mehrere Funktionen: Sie schafft zusätzlichen Lebensraum für weitere Insekten und dient Wildbienen als Baumaterial, mit dem sie ihre Nistgänge und Brutröhren verschließen können.

Vom öffentlichen Weg aus sichtbar
Das Sandarium befindet sich in unmittelbarer Nähe des Emscherkunstwerks „Emscher Folly“ der Künstlerin Nicole Wermers (auf Höhe des Thyssen-Tors 7). Vom dort entlangführenden, öffentlichen Geh- und Radweg aus ist es gut zu sehen.

Die Kläranlage Duisburg-Alte Emscher stammt aus dem Jahr 1989, zuletzt ausgebaut wurde sie von der Emschergenossenschaft 1999 im Zuge des Generationenprojektes Emscher-Umbau zur Revitalisierung des zentralen Flusses des Ruhrgebietes. Ausgelegt ist das Klärwerk für 500.000 Einwohnerwerte (Menschen plus Industrieunternehmen).

Emschergenossenschaft
Am 14. Dezember 1899 als erster deutscher Wasserwirtschaftsverband gegründet, ist die Emschergenossenschaft heute gemeinsam mit dem 1926 gegründeten Lippeverband Deutschlands größter Betreiber von Kläranlagen und Pumpwerken. Die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Unternehmens sind die Abwasserentsorgung, der Hochwasserschutz sowie die Klimafolgenanpassung. Ihr bekanntestes Projekt ist der Emscher-Umbau (1992-2021), bei dem die Emschergenossenschaft im Herzen des Ruhrgebietes eine moderne Abwasserinfrastruktur baute. Dafür wurden 436 Kilometer an neuen unterirdischen Abwasserkanälen verlegt und vier Großkläranlagen gebaut. Rund 340 Kilometer an Gewässern werden insgesamt renaturiert. Parallel entstanden in enger Kooperation mit den kommunalen Partnern über 360 Kilometer an Rad- und Fußwegen, die das neue blaugrüne Leben an der Emscher und ihren Nebenläufen erleb- und erfahrbar machen. www.eglv.de