Voruntersuchungen für Grundwasserableitung
Emschergenossenschaft führt in der kommenden Woche Probebohrungen in der Landschützstraße und der Horsthauser Straße durch
Recklinghausen. Die Emschergenossenschaft plant den Bau einer Grundwasserableitung im Bereich der Horsthauser Straße in Recklinghausen, um das saubere Wasser künftig in die Emscher einleiten zu können – aktuell wird es über den Abwasserkanal unnötigerweise in Richtung Kläranlage transportiert. Während diese Baumaßnahme für das zweite Halbjahr 2027 vorgesehen ist, müssen bereits in der kommenden Woche vorlaufende Baugrunduntersuchungen durchgeführt werden. Zwei Probebohrungen finden im Eingangsbereich der Landschützstraße statt, vier weitere in der Horsthauser Straße. Die Emschergenossenschaft bittet die Anwohnerinnen und Anwohner um Verständnis für etwaige Beeinträchtigungen.
Im Bereich der Landschützstraße und der Heinrichstraße in Recklinghausen betreibt die Stadt Recklinghausen ein Drainagesystem zum Schutz der angrenzenden Bebauung vor ansteigendem Grundwasser. Das gefasste Drainagewasser wird derzeit in die vorhandene Mischwasserkanalisation eingeleitet. Im Zusammenhang mit der ökologischen Umgestaltung der Emscher soll das nicht klärpflichtige Drainagewasser aus dem Mischwassersystem entflochten und künftig über einen separaten Ableitungskanal der Emscher zugeführt werden. Dies ist sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll: Weitestgehend sauberes Grundwasser gehört ins Gewässer und nicht in den Kanal – und auch nicht in die Kläranlage, wo das saubere Wasser unnötig gereinigt würde.
Die Baugrunduntersuchungen beginnen am 3. November und sollen bereits bis zum 6. November abgeschlossen sein. Die beprobten Flächen werden sofort nach der Maßnahme in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt.
Emschergenossenschaft
Am 14. Dezember 1899 als erster deutscher Wasserwirtschaftsverband gegründet, ist die Emschergenossenschaft heute gemeinsam mit dem 1926 gegründeten Lippeverband Deutschlands größter Betreiber von Kläranlagen und Pumpwerken. Die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Unternehmens sind die Abwasserentsorgung, der Hochwasserschutz sowie die Klimafolgenanpassung. Ihr bekanntestes Projekt ist der Emscher-Umbau (1992-2021), bei dem die Emschergenossenschaft im Herzen des Ruhrgebietes eine moderne Abwasserinfrastruktur baute. Dafür wurden 436 Kilometer an neuen unterirdischen Abwasserkanälen verlegt und vier Großkläranlagen gebaut. Rund 340 Kilometer an Gewässern werden insgesamt renaturiert. Parallel entstanden in enger Kooperation mit den kommunalen Partnern über 360 Kilometer an Rad- und Fußwegen, die das neue blaugrüne Leben an der Emscher und ihren Nebenläufen erleb- und erfahrbar machen. www.eglv.de