Hof Emschermündung: Erste Bauarbeiten starten im Außenbereich

Emschergenossenschaft schafft verbesserte Parkmöglichkeiten und mehr Bäume an dem beliebten Ausflugsziel am Rhein

Dinslaken. Die Emschergenossenschaft erweitert und modernisiert den Hof Emschermündung, um die Infrastruktur an steigende Besucherzahlen anzupassen und neue Angebote zu schaffen. Neben dem Bau eines neuen Gebäudes, das in Zukunft das Café und einen Seminarraum beheimatet, wird auch die Zufahrtstraße „Am Hagelkreuz“ umgestaltet. Darüber hinaus entstehen mehr nachhaltig angelegte Parkmöglichkeiten. Nach bereits erfolgten Vorarbeiten starten nun in der kommenden Woche die Bauarbeiten für die Straße und den Außenbereich des Mündungshofes.

„Der Hof Emschermündung hat sich in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Ausflugsziel und Aushängeschild in Dinslaken – und darüber hinaus – entwickelt. Als Stadt begrüßen wir es daher sehr, dass die Emschergenossenschaft diesen Standort nun weiter aufwertet und ihn zu einer Perle des Neuen Emschertals gestaltet. Für die Bürgerinnen und Bürger ist das ein großer Gewinn“, sagt Simon Panke, Bürgermeister der Stadt Dinslaken.

Am Hof Emschermündung soll nach den Planungen der Emschergenossenschaft ein zukunftsfähiger Ort entstehen, der die historische Identität, nachhaltige Entwicklung sowie Tourismus, Bildung und kulturelle Identität miteinander verbindet. Dafür baut der öffentlich-rechtliche Wasserwirtschaftsverband ein neues Café, in dem mehr Besucher*innen Platz finden und von dessen Dachterrasse aus sie auf die neue Emscher-Mündung – und auf den Rhein – blicken können. Sowohl im künftigen Neubau als auch im aktuell bestehenden Hofgebäude entstehen zudem neue Räumlichkeiten für Bildungsangebote, Ausstellungen und Tagungen.

Nachhaltig und zukunftsorientiert
„Mit der Erweiterung des Hofes wollen wir die Erleb-, Erfahr- und Erreichbarkeit dieses besonderen Standortes weiter verbessern. Nachhaltig und zukunftsorientiert wird der Hof Emschermündung in Zukunft noch mehr Besucher*innen einladen, diesen Ort der Bildung, der Kultur und der Begegnung zu besuchen und das neue blaugrüne Leben an der Emscher-Mündung in den Rhein zu entdecken“, sagt Liana Weismüller, Vorständin für Personal und digitale Transformation bei der Emschergenossenschaft.

Bislang gab es nur überschaubare Parkmöglichkeiten rund um die Emscher-Mündung. Durch den Bau eines neuen Parkplatzes werden in Zukunft 58 neue PKW-Stellplätze, zwei Busstellplätze und 45 Plätze für Fahrräder die Erreichbarkeit des Hofes deutlich verbessern. Der Parkplatz ist so angelegt, dass dort durch die Neugestaltung keine versiegelte Fläche entsteht, sondern bei Regen Niederschlagswasser vor Ort im Boden versickern kann. Die bestehende Straße „Am Hagelkreuz“ wird zudem zu einer autofreien Alleestraße umgebaut, die mit der Anpflanzung heimischer Bäume den naturnahen Charakter des Hofes weiter unterstreicht und die Vielfalt von Pflanzen und Tieren fördert. Die Zufahrt zum neuen Parkplatz wird über die Hagelstraße erfolgen.

Der geplante Neubau auf dem Hofgelände wird optisch ein stimmiges Gesamtbild mit dem Außenbereich und dem bestehenden Hofgebäude ergeben. Er orientiert sich architektonisch an den vorhandenen Bauwerken, setzt sich jedoch bewusst durch eine Holzfassade vom Erscheinungsbild des historischen Gebäudes mit seinen Putz- und Ziegelfassaden ab. Der geschützte Innenhof mit seinem alten Walnussbaum bildet künftig das Herzstück des Areals und bietet einen naturnahen Aufenthalts- und Veranstaltungsort.

Zentraler Ort der Naherholung
„Die neue Emscher-Mündung in den Rhein steht symbolisch für den Strukturwandel in der Region, der mit der Renaturierung der Emscher einhergegangen ist – mit Mehrwerteffekten für Flora und Fauna, insbesondere aber für die Menschen. Wo die Emscher früher schnurgerade in Richtung Rhein floss, haben wir in den vergangenen Jahren ein blaugrünes Mündungsdelta geschaffen, das die Aufenthaltsqualität deutlich verbessert hat. Den Hof Emschermündung wollen wir an diesem Standort zu einem zentralen Ort der Naherholung entwickeln, an dem man verweilen und entspannen kann“, sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft.

Darüber hinaus entsteht am Hof Emschermündung ein Aquarellgarten: Zwischen dem Bestandsgebäude, dem Bahndamm und der Hagelstraße wird eine 1,4 Hektar große Fläche aus bunten Blumen gepflanzt, die teilweise auch als Färberpflanzen genutzt werden können. Die Emschergenossenschaft schafft dort zudem einen Lernort für Schulen und Kindertagesstätten. Hinter dem neuen Gebäude ­– in Richtung der Emscher – wird es außerdem noch einen Spielplatz geben.

Die nun beginnenden Bauarbeiten im Außenbereich werden voraussichtlich bis zum Frühjahr 2027 andauern. Das Café bleibt in diesem Zeitraum geschlossen. Kurse von „sevengardens“ finden weiterhin im Atelier des Hofs statt und sind über die Homepage www.hof.sevengardens.de zu buchen beziehungsweise einzusehen. Ein Zugang für Fußgänger*innen ist über einen hinter dem bestehenden Gebäude führenden Weg möglich.

Emschergenossenschaft
Am 14. Dezember 1899 als erster deutscher Wasserwirtschaftsverband gegründet, ist die Emschergenossenschaft heute gemeinsam mit dem 1926 gegründeten Lippeverband Deutschlands größter Betreiber von Kläranlagen und Pumpwerken. Die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Unternehmens sind die Abwasserentsorgung, der Hochwasserschutz sowie die Klimafolgenanpassung. Ihr bekanntestes Projekt ist der Emscher-Umbau (1992-2021), bei dem die Emschergenossenschaft im Herzen des Ruhrgebietes eine moderne Abwasserinfrastruktur baute. Dafür wurden 436 Kilometer an neuen unterirdischen Abwasserkanälen verlegt und vier Großkläranlagen gebaut. Rund 340 Kilometer an Gewässern werden insgesamt renaturiert. Parallel entstanden in enger Kooperation mit den kommunalen Partnern über 360 Kilometer an Rad- und Fußwegen, die das neue blaugrüne Leben an der Emscher und ihren Nebenläufen erleb- und erfahrbar machen. www.eglv.de