Emscher-Deich in Oberhausen: Optimierung schreitet zügig voran
Emschergenossenschaft verbessert den Hochwasserschutz. Maßnahme dient der Anpassung an die Folgen des fortschreitenden Klimawandels
Oberhausen. Die Emschergenossenschaft macht vor dem Hintergrund des Klimawandels und der damit verbundenen Zunahme an Starkregen- und Hochwasserereignissen ihre Deiche Schritt für Schritt fit für die Zukunft. Auf einer Länge von 300 Metern, zwischen der Brücke Konrad-Adenauer-Allee im Westen und der Bahnbrücke im Osten, findet eine erste umfangreiche Sanierung statt: Seit dem Frühjahr wird der Emscher-Deich sowohl land- als auch wasserseitig ertüchtigt. Neben einer Stabilisierung der Böschung geht damit unter anderem auch eine Erhöhung der Deichkrone einher. Die Baumaßnahmen auf der Gewässerseite sind nun abgeschlossen, die Arbeiten auf der Landseite folgen im kommenden Jahr.
Der Emscher-Deich wurde in den vergangenen Monaten in Fließrichtung betrachtet auf der rechten Seite mit einer neun Meter tiefen Spundwand verstärkt. Sie sichert den Deich bei Trockenwetter vor dem Durchsickern des Emscher-Wassers in den Deichkörper und gleichzeitig schützt sie das Bauwerk vor einem Abrutschen der Böschung. So ist die Hochwasserschutzanlage für die Herausforderungen des Klimawandels gewappnet und schützt in Zukunft noch besser vor Überschwemmungen.
Für 2027 ist darüber hinaus der Bau eines Drainagekörpers und einer Winkelstützwand geplant. Der Drainagekörper wird in den Deich eingezogen und schützt ihn im Hochwasserfall vor Instabilität, indem er Sickerwasser sicher ableitet. Die knapp vier Meter hohe Winkelstützwand aus Beton wird die Schutzanlage auf der Landseite zusätzlich stützen. Im Zuge dieser Arbeiten wird der Deich aufgrund der zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels außerdem um 20 Zentimeter erhöht.
Hintergrund: Ertüchtigung der Emscher-Deiche
Die Emschergenossenschaft führt ein umfassendes Deichertüchtigungsprogramm durch. Das Generationenvorhaben ist bis in die 2040er-Jahre geplant. Aufgrund des fortgeschrittenen Alters der Deiche und durch die Folgen des Klimawandels sind Deichsanierungen notwendig, um den Hochwasserschutz an der Emscher weiterhin zu gewährleisten – und damit eine wichtige Investition in die Zukunft. Die Maßnahmen sind Bestandteil der sogenannten Roadmap Krisenhochwasser, die von Emschergenossenschaft und Lippeverband als Reaktion auf die Hochwasserereignisse im Juli 2021 im Ahrtal und in Hagen erarbeitet wurde, um den Hochwasserschutz an Emscher und Lippe noch weiter zu verbessern. Nach langwierigen Genehmigungsverfahren konnten die ersten Arbeiten zur Deichertüchtigung an der Emscher in Oberhausen im April 2026 starten.
Viele der Emscher-Deiche stammen aus den 1920er- oder 30er-Jahren und wurden seitdem immer wieder angepasst. In der Vergangenheit wurde für die Erhöhung vor allem das Gestein Waschberge genutzt, ein Nebenprodukt der Kohleförderung. Heute setzt die Emschergenossenschaft bei der Deichertüchtigung auf andauernde Lösungen. Die Deichsanierung in Oberhausen ist der Auftakt des Deichertüchtigungsprogramms.
Weitere Baumaßnahmen sind geplant: In Oberhausen-Buschhausen soll der in Fließrichtung linksseitige Deichabschnitt auf einer zwei Kilometer langen Strecke optimiert werden, indem eine zwölf Meter tiefe Spundwand in die Deichkrone eingesetzt wird. Schritt für Schritt sorgt die Emschergenossenschaft dafür, dass die Deiche für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet sind.
Emschergenossenschaft
Am 14. Dezember 1899 als erster deutscher Wasserwirtschaftsverband gegründet, ist die Emschergenossenschaft heute gemeinsam mit dem 1926 gegründeten Lippeverband Deutschlands größter Betreiber von Kläranlagen und Pumpwerken. Die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Unternehmens sind die Abwasserentsorgung, der Hochwasserschutz sowie die Klimafolgenanpassung. Ihr bekanntestes Projekt ist der Emscher-Umbau (1992-2021), bei dem die Emschergenossenschaft im Herzen des Ruhrgebietes eine moderne Abwasserinfrastruktur baute. Dafür wurden 436 Kilometer an neuen unterirdischen Abwasserkanälen verlegt und vier Großkläranlagen gebaut. Rund 340 Kilometer an Gewässern werden insgesamt renaturiert. Parallel entstanden in enger Kooperation mit den kommunalen Partnern über 360 Kilometer an Rad- und Fußwegen, die das neue blaugrüne Leben an der Emscher und ihren Nebenläufen erleb- und erfahrbar machen. www.eglv.de