365 Tage im Jahr im Einsatz für Nordkirchen

Zum „Tag der Daseinsvorsorge“ am 23. Juni

Nordkirchen. Jeden Tag kommen die Nordkirchener Bürgerinnen und Bürger mit der Arbeit des Lippeverbandes in Berührung – ob beim Betätigen der Klospülung, beim Duschen oder beim Abwasch. Die Menschen, die mit ihrem täglichen Einsatz den Betrieb der wasserwirtschaftlichen Anlagen sichern, stehen oft nicht im Mittelpunkt – dabei sind sie unverzichtbar für das zuverlässige Funktionieren unserer Kommunen. Zum diesjährigen „Tag der Daseinsvorsorge“ (23. Juni), der unter dem Motto „Füreinander. Für dich. Für uns. Für alle“ steht, rückt der Lippeverband die Arbeit seiner Beschäftigten in den Fokus.

Seit 100 Jahren übernimmt der Lippeverband zentrale Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge in der Region und für die Menschen vor Ort. Dazu gehören unter anderem die Abwasserentsorgung und der Hochwasserschutz. Darüber hinaus gehen die wasserwirtschaftlichen Maßnahmen des Lippeverbandes immer auch mit einer städtebaulichen Entwicklung der Quartiere entlang der Gewässer einher. Gemeinsam mit seinen Mitgliedskommunen verfolgt der Wasserwirtschaftsverband das Ziel, die Lebens- und Aufenthaltsqualität in der Region nachhaltig zu verbessern. Die enge Verzahnung von Wasserwirtschaft und Stadtentwicklung schafft dabei attraktive Lebensräume und leistet zugleich einen wichtigen Beitrag zur sozial-ökologischen Transformation.

Moderne Abwasserkanäle, Pumpwerke, Kläranlagen und Hochwasserschutzeinrichtungen bilden dabei die Grundlage einer leistungsfähigen Infrastruktur. Gleichzeitig werden ehemals technisch ausgebaute Flüsse und Bäche naturnah umgestaltet. So entstehen lebendige Gewässer, die neuen Lebensraum für Tiere und Pflanzen bieten und den Menschen als attraktive Orte für Erholung und Naturerlebnis dienen. Als verlässlicher Infrastrukturdienstleister für seine Mitglieder und die gesamte Region gestaltet der Lippeverband diesen Wandel seit einem Jahrhundert aktiv mit. Dieses Selbstverständnis prägt seine Arbeit damals wie heute.

Die Aufgaben des Lippeverbandes in Nordkirchen
In Nordkirchen betreibt der Lippeverband bereits seit 1986 eine Kläranlage. Sie ist ausgelegt für 23.000 Einwohnerwerte. Im Durchschnitt fließen der Anlage rund 66 Liter Abwasser pro Sekunde zu. Pro Jahr reinigt der Lippeverband in Nordkirchen insgesamt über 1,8 Millionen Kubikmeter Abwasser.

Seit Anfang 2019 betreibt der Lippeverband zudem auch das Kanalnetz der Schlossgemeinde. Diese hatte die Aufgabe der Abwasserbeseitigungspflicht auf den Lippeverband übertragen, nachdem sich der Rat der Gemeinde am 27. September 2018 nach mehrmonatigen intensiven und transparenten Gesprächen und Untersuchungen mit breiter Mehrheit für diese Übertragung entschieden hat. Während die Kommune zuvor für das Sammeln und Fortleiten des Abwassers verantwortlich war, verantwortete der Lippeverband die Übernahme, Behandlung und Einleitung. Diese trennende Schnittstelle entfällt seit der Übertragung auf den sondergesetzlichen Wasserverband. Diese Abwasserbeseitigung erfolgt nun aus einer Hand. Zuletzt stellte der Verband im April den Ausbau einer Abwasserdruckrohrleitung fertig und löste damit ein langjähriges Geruchsproblem im Ortskern.

Zum Kanalsystem zählen in Nordkirchen 92 Kilometer Kanäle, 18 Kilometer Druckrohrleitungen, 33 Pumpwerke und 29 verschiedene Regenwasserbehandlungsanlagen wie Regenrückhalte- und Überlaufbecken.

Der Lippeverband
Der Lippeverband wurde vor 100 Jahren – am 19. Januar 1926 – gegründet, um die Folgen der Industrialisierung und des Bergbaus in Einklang mit der Natur, der Gesundheit und der Lebensqualität der Menschen zu bringen. Der Verband konnte ohne größere Zeitverluste seine Aufgaben angehen, da sich die Verbandsorgane entschlossen hatten, die Geschäftsführung mit der bereits 1899 gegründeten Emschergenossenschaft zu vereinigen. Man vermied dadurch den Aufbau einer eigenen Verwaltung. Sitz des neuen Verbandes wurde Dortmund. Dort war die Sesekegenossenschaft ansässig, die bereits 1913 nach Vorbild der Emschergenossenschaft gebildet worden war und nun im Lippeverband aufging. Zuständig war der Lippeverband nicht für das gesamte Lippe-Gebiet ab der Quelle, sondern für den industriell stark geprägten Raum von Lippborg bis Wesel – inklusive der Nebenlaufgebiete. Bis heute lebt der Lippeverband als öffentlich-rechtliche Einrichtung das Genossenschaftsprinzip als Leitidee des eigenen Handelns. Weitere Informationen zum Lippeverband sowie zu Veranstaltungen rund um das 100-jährige Bestehen finden interessierte Bürgerinnen und Bürger ab dem 19. Januar 2026 auf jubilaeum.eglv.de.