Defekte Abwasserleitung im Bereich Altendorf
Lippeverband erneuert Kanal auf 100 Metern Länge
Nordkirchen. Der Lippeverband erneuert kurzfristig eine Abwasserleitung im Bereich Altendorf. Aufgrund ihres altersbedingt schlechten Zustandes war es in der vergangenen Woche an der Leitung zu einer größeren Undichtigkeit gekommen. Der Lippeverband hat umgehend Maßnahmen ergriffen und die Leitung stillgelegt. Das anfallende Abwasser aus den Ortsteilen Südkirchen und Capelle wird nun in unterirdischen Speicherbecken zwischengespeichert und mit Hilfe von Tankfahrzeugen zur Kläranlage befördert. Für die Abwasserbeseitigung der Bürger*innen hat die Maßnahme keine Auswirkungen – Toilette, Dusche, Waschmaschine etc. können normal genutzt werden. Das erhöhte Verkehrsaufkommen durch den Abtransport des Abwassers mittels der Tankfahrzeuge versucht der Lippeverband so gering wie möglich zu halten. Bei Regenereignissen kann es unter Umständen auch abends und nachts zur Abfuhr kommen. Der Wasserwirtschaftsverband bittet für etwaige Beeinträchtigungen um Verständnis.
Das defekte Kanalstück wird auf einer Länge von 100 Metern unter Hochdruck erneuert. Dazu wird das beschädigte Rohr in offener Bauweise ausgebaut und durch eine neu eingebaute Kunststoffleitung ersetzt. Die Arbeiten werden voraussichtlich Ende der kommenden Woche fertiggestellt, sodass dann die Abwasserleitung wieder in Betrieb genommen werden kann. Nach der Akutmaßnahme werden weitere rund 350 Meter des Kanals zeitnah erneuert. Die Arbeiten sind mit dem Eigentümer der betroffenen Fläche und mit der Gemeinde abgestimmt.
Der Kanal stammt noch aus den 1980er-Jahren und ist ein bekannter Schwachpunkt im Nordkirchener Kanalsystem. Die Erneuerung des Kanals befand sich bereits in der Planung und war für Ende des Jahres vorgesehen. In Abstimmung mit der Gemeinde wird der Lippeverband diese Maßnahme vorziehen.
100 Jahre Lippeverband
Der Lippeverband wurde vor 100 Jahren – am 19. Januar 1926 – gegründet, um die Folgen der Industrialisierung und des Bergbaus in Einklang mit der Natur, der Gesundheit und der Lebensqualität der Menschen zu bringen. Der Verband konnte ohne größere Zeitverluste seine Aufgaben angehen, da sich die Verbandsorgane entschlossen hatten, die Geschäftsführung mit der bereits 1899 gegründeten Emschergenossenschaft zu vereinigen. Man vermied dadurch den Aufbau einer eigenen Verwaltung. Sitz des neuen Verbandes wurde seinerzeit Dortmund. Dort war die Sesekegenossenschaft ansässig, die bereits 1913 nach Vorbild der Emschergenossenschaft gebildet worden war und nun im Lippeverband aufging. Zuständig war der Lippeverband nicht für das gesamte Lippe-Gebiet ab der Quelle, sondern für den industriell stark geprägten Raum unterhalb Lippborg bis zum Rhein bei Wesel – inklusive der Nebenlaufgebiete. Bis heute lebt der Lippeverband als öffentlich-rechtliche Einrichtung das Genossenschaftsprinzip als Leitidee des eigenen Handelns. Weitere Informationen zum Lippeverband sowie zu Veranstaltungen rund um das 100-jährige Bestehen finden interessierte Bürgerinnen und Bürger auf jubilaeum.eglv.de.