Umbau der Aspelflötte: Straße Haverkamp wird gesperrt
Emschergenossenschaft baut Durchlass für das künftig offen fließende Gewässer
Bottrop. Im Rahmen des interkommunalen Stadtentwicklungsprojektes „Freiheit Emscher“ setzt die Emschergenossenschaft den wasserwirtschaftlichen Umbau der Aspelflötte um. Im Zuge der Offenlegung des in weiten Teilen verrohrten Gewässers entsteht unter der Straße Haverkamp ein neuer Durchlass für die Aspelflötte. Für diesen Bauabschnitt muss die Straße ab Montag, 30. März, gesperrt werden. Die Anwohnenden der Straße Haverkamp und Lüningstraße sind bereits separat per Hauswurfsendung informiert worden. Für die Anlieger sowie die Feuerwehr wird eine provisorische Umfahrung eingerichtet, damit die Häuser erreicht werden können. Ebenso wird ein provisorischer Gehweg hergestellt. Die Emschergenossenschaft bittet die Bürger*innen um Verständnis.
Die Sperrung in Zusammenhang mit dem Umbau der Aspelflötte dauert bis voraussichtlich Ende September 2026. Im Anschluss daran wird die Stadt Bottrop voraussichtlich Anfang 2027 – ebenfalls im Rahmen von „Freiheit Emscher“ – mit dem 2. Bauabschnitt des Gewerbeboulevards von der Straße In der Welheimer Mark bis zum Bahndurchlass in der Straße Haverkamp beginnen, so dass die Straße Haverkamp dann erneut gesperrt sein wird.
Zum Hintergrund des Umbaus der Aspelflötte:
Ursprünglich waren sowohl die Aspelflötte sowie der Schäpersbach direkt an die Emscher angeschlossen. Infolge von bergbaubedingten Bodensenkungen in der Welheimer Mark kam es jedoch zu Abflussproblemen, weswegen die natürliche Vorflut der Gewässer verloren ging und diese stattdessen an die unterirdische Kanalisation angebunden wurden. Dieser ökologische Missstand wird im Zuge des Großprojektes „Freiheit Emscher“ behoben. Der nun gestartete Gewässerumbau dient der Schaffung einer nachhaltigen Entwässerung für das neu entstehende Gewerbegebiet, indem die Aspelflötte und der Schäpersbach an die Boye und somit an das Emscher-System angebunden werden. Durch die künftige Ableitung wird neben dem Pumpwerk Schäpersbach insbesondere das Pumpwerk Piekenbrocksbach entlastet.
Der Bau neuer Gewässerabschnitte bzw. die Umgestaltung der vorhandenen Abschnitte der Aspelflötte dient der ökologischen Aufwertung des Gewässers. Auf einer Länge von zirka 930 Metern wird die Aspelflötte im aktuellen Bestand von Betonsohlschalen befreit und naturnah umgestaltet, während das Gewässer auf einer Länge von insgesamt zirka 1265 Metern komplett neu angelegt und modelliert wird. Zur Anbindung des Schäpersbachs an die Aspelflötte wird die Emschergenossenschaft die Bahnlinie im nördlichen Projektbereich mit einem rund 100 Meter langen Rohrvortrieb (Innendurchmesser: zwei Meter) unterqueren müssen. Die Fertigstellung des gesamten Gewässerumbaus ist für Ende 2028 geplant.
Neue Rad- und Fußwege entstehen
Durch die Verknüpfung mit den Maßnahmen der Stadt Bottrop zum Neubau des Gewerbeboulevards und des geplanten Gewerbegebietes Freiheit Emscher wird die Aspelflötte in den kommenden Jahren im öffentlichen Raum sicht- und erlebbar: Im Zuge der Bachrevitalisierung baut die Emschergenossenschaft gewässerbegleitende Wege auf einer Länge von zirka 1.900 Metern. Davon werden rund 960 Meter zu Fuß- und Radwegen ausgebaut, welche auch an den neuen Fuß- und Radwegen des Gewerbeboulevards und des neuen Gewerbegebietes angebunden werden.
Die Gesamtkosten für den wasserwirtschaftlichen Umbau der Aspelflötte liegen bei zirka 24,1 Millionen Euro. Rund 16,3 Millionen Euro an Fördermitteln erhält die Emschergenossenschaft aus dem Just Transition Fund (JTF) des Landes Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union. Die Stadt Bottrop und die RAG beteiligen sich mit einem Eigenanteil von jeweils rund 2,7 Millionen Euro, die Emschergenossenschaft übernimmt rund 2,4 Millionen Euro.
Emschergenossenschaft
Am 14. Dezember 1899 als erster deutscher Wasserwirtschaftsverband gegründet, ist die Emschergenossenschaft heute gemeinsam mit dem 1926 gegründeten Lippeverband Deutschlands größter Betreiber von Kläranlagen und Pumpwerken. Die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Unternehmens sind die Abwasserentsorgung, der Hochwasserschutz sowie die Klimafolgenanpassung. Ihr bekanntestes Projekt ist der Emscher-Umbau (1992-2021), bei dem die Emschergenossenschaft im Herzen des Ruhrgebietes eine moderne Abwasserinfrastruktur baute. Dafür wurden 436 Kilometer an neuen unterirdischen Abwasserkanälen verlegt und vier Großkläranlagen gebaut. Rund 340 Kilometer an Gewässern werden insgesamt renaturiert. Parallel entstanden in enger Kooperation mit den kommunalen Partnern über 360 Kilometer an Rad- und Fußwegen, die das neue blaugrüne Leben an der Emscher und ihren Nebenläufen erleb- und erfahrbar machen. www.eglv.de