Oberhausen: Emscher-Umbau in Oberhausen: Eckiger Doppelrohr-Kanal gewinnt zügig an Länge

Oberhausen. Der Bau des finalen Abschnitts des Abwasserkanals Emscher (AKE) macht Fortschritte. Zurzeit verlegt die Emschergenossenschaft im Rahmen des Emscher-Umbaus die eckigen Doppel-Kanalrohre im Holtener Bruch in Oberhausen – in offener Bauweise. Etwas mehr als 1200 von insgesamt 3200 Metern liegen bereits.

Fotos der eindrucksvollen Baumaßnahme (Fotos: Rupert Oberhäuser/EGLV)

Fotos der eindrucksvollen Baumaßnahme (Fotos: Rupert Oberhäuser/EGLV)

Der Kanal, den die Emschergenossenschaft aktuell verlegt, bildet später die Basis des neuen Emscher-Deiches, den die Flussmanager im Holtener Bruch zurückversetzen. Er wird auf und neben den Kanalrohren aufgeschüttet, die Emscher hat künftig folglich deutlich mehr Platz und kann sich bei Hochwasser auch mal in der Aue ausbreiten.

Was deutlich auffällt: In Oberhausen werden keine runden Kanalrohre verlegt, sondern eckige… Wieso das? Ganz einfach: aus simplen Platzgründen! Ein Kastenprofil (Innenmaße: 2,45 m Höhe; 2,25 m Breite) nimmt weniger Platz ein als zwei runde Kanalrohre, die einen bestimmten Mindestabstand zueinander einhalten müssen. Und da der Emschergenossenschaft auf der Strecke zwischen dem Pumpwerk Oberhausen (im Holtener Bruch) und dem Klärwerk Dinslaken-Emschermündung der Platz fehlt, hat sich das Wasserwirtschaftsunternehmen für das Kastenprofil entschieden. Knapp unter Erdoberfläche liegt der Kanal deshalb, weil die Strecke bis zum Klärwerk nur etwas mehr als drei Kilometer lang ist und der Kanal nicht allzu tief dort ankommen soll.

Die Emschergenossenschaft investiert rund 36 Millionen Euro in den Bau dieses letzten AKE-Abschnitts. Ende 2020 soll er fertig sein! In Betrieb kann er 2021 genommen werden, wenn auch das große AKE-Pumpwerk im Holtener Bruch in Biefang fertig ist – denn dieses Pumpwerk „beschickt“ erst den hochliegenden Kanal mit Abwasser.

Die Emschergenossenschaft
Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, das effizient Aufgaben für das Gemeinwohl mit modernen Managementmethoden nachhaltig erbringt und als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip lebt. Sie wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet und kümmert sich seitdem unter anderem um die Unterhaltung der Emscher, um die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie um den Hochwasserschutz.

Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,266 Milliarden Euro investiert werden. Diese Kosten werden zu rund 80 Prozent von den Mitgliedern der Emschergenossenschaft getragen, d.h. von Bergbau, Industrie und Kommunen. Knapp 20 Prozent steuern das Land NRW und die EU über Fördermittel bei.

Voraussichtlich Ende 2020 soll die Emscher, einst der „dreckigste Fluss Europas“, weitestgehend wieder vom Abwasser befreit sein und – wo der Platz es zulässt – naturnah umgestaltet werden.