Future Cities – Urbane Netzwerke stellen sich dem Klimawandel

Der Klimawandel betrifft nicht nur die Hurrikanregionen der USA oder die von Überflutung bedrohten Atolle des Pazifiks. Auch hier in Nordeuropa sind die Folgen steigender Durchschnittstemperaturen deutlich zu spüren. Typische Auswirkungen sind beispielsweise niederschlagsreichere Winter und heißere, trockene Sommer. Diese Veränderungen stellen die Wasserwirtschaft vor allem in den für extreme Wettersituationen besonders anfälligen Städten vor neue Herausforderungen. Unter Federführung des LIPPEVERBANDES haben sich daher acht Partner aus fünf EU-Ländern im Projekt Future Cities zusammengeschlossen. Gemeinsam wurden bis Anfang 2013 neue Konzepte zur Bewältigung des Klimawandels erarbeitet. Der Etat des Projekts beträgt elf Millionen Euro, die jeweils zu 50 Prozent von den Partnern und dem European Regional Development Fund beigesteuert werden.

Das Projekt konzentriert sich auf wasserwirtschaftliche und städtebauliche Maßnahmen in dicht besiedelten Bereichen, da hier die Anpassungsmaßnahmen besonders kostenintensiv sind und innovative Lösungen erfordern. Durch Kombination der Schlüsselelemente Wasser, Vegetation und Energie sollen möglichst effiziente Strategien zur Bewältigung des Klimawandels erarbeitet werden. Erster Schritt ist dabei die Entwicklung eines gemeinsamen Bewertungsschemas für die klimagerechte Entwicklung einer Stadtregion (Klima-Assessment). Auf dieser Basis werden in den nächsten Schritten Maßnahmen zur konkreten Anpassung an den Klimawandel entwickelt und beispielhaft in Pilotprojekten umgesetzt. Begleitet werden diese drei Aufgabenfelder von einem vierten Aufgabenblock, der eine Schärfung des öffentlichen Bewusstseins für Klimafragen durch eine aktive Kommunikationspolitik umfasst.

Pilotprojekte

Ein wichtiger Ansatz zur Bewältigung der Klimaherausforderungen ist die Kombination von Wassersystemen mit Grünstrukturen. Der LIPPEVERBAND setzt bei seinen Pilotprojekten beispielsweise auf die natürliche Versickerung von Regenwasser, um die Kanalisation zu entlasten. Parallel werden beim Umbau der Seseke als Auen gestaltete Rückhalteflächen geschaffen, die bei Hochwasser große Regenwassermengen aufnehmen können. Die EMSCHERGENOSSENSCHAFT als zweiter deutscher Projektpartner gestaltet in Kooperation mit der Stadtverwaltung Bottrop ein bestehendes Gewerbegebiet klimagerecht um. Neben umfassenden Maßnahmen zur Energieeinsparung spielt auch hier die Regenwasserversickerung eine entscheidende Rolle.  

Nach der ersten Fachkonferenz 2009 im französischen Rouen wurde zum Kulturhauptstadtjahr 2010 im Emschereinzugsgebiet Zwischenbilanz gezogen. 2013 wurden dann im südenglischen Hastings die abschließenden Ergebnisse zusammengetragen und das gemeinsam entwickelte Klima-Assessment veröffentlicht. Wie empfindlich sind dichtbesiedelte Regionen gegenüber Klima-Extremen wie Hitze, Überflutung oder Sturm? Anhand der neuen Bewertungsmethodik wird es möglich, systematisch zu ermitteln, wie klimaangepasste eine Stadtregionen ist.
Dass alle getroffenen Maßnahmen per se Sinn machen, steht schon jetzt fest, denn sie wurden bewusst als „No Regret-Projekte“ angelegt. Abseits von aktuell noch nicht exakt vorhersehbaren Klimaänderungen haben sie bereits heute eine positive Wirkung.

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Das Projekt Future Cities

Der LIPPEVERBAND hat mit acht Partnerorganisationen aus fünf europäischen Mitgliedsstaaten die Projektpartnerschaft „Future Cities – urban networks to face climate change“ initiiert.

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Der Future Cities Kompass - Anleitung zur Entwicklung von klimatauglichen Stadtregionen ist in englischer und deutscher Sprache erhältlich.
 

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