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19.01.12
Nördlich des Flusses sind Flächen weitgehend im öffentlichen Besitz, südlich noch Lücken zu schließen
Werne/ Lünen. Für die Lippe-Renaturierung zwischen Werne und Lünen konnte zwischenzeitlich ein großer Teil der benötigten Flächen erworben werden. Von besonderer Bedeutung dabei waren insgesamt 60 ha Fläche, die auf die so genannten Rieselfelder südlich von Werne entfallen und in das Eigentum der öffentlichen Hand gebracht wurden. Damit ist der für die „neue Lippe“ erforderliche Flächenerwerb noch nicht am Ziel, doch konnte durch die 2010/ 2011 erfolgten Grundstücksgeschäfte ein wesentlicher Fortschritt erzielt werden.
Federführend dabei war das Dezernat „Ländliche Entwicklung, Bodenordnung“ der Bezirksregierung Arnsberg, die seit Ende 2000 das gesamte Bodenordnungsverfahren mit Kauf- und Tauschverhandlungen durchführt. Beim Ringtausch rund um die Rieselfelder wurden im ersten Schritt dem Kreis Unna 56 Hektar Waldflächen des Landes NRW im Tausch gegen wertgleiche Uferflächen des Kreises an der Lippe übereignet.
Die so erworbenen Waldflächen wiederum tauschte der Kreis mit dem größten Grundeigentümer in den Rieselfeldern, die sich ebenfalls an der Lippe befinden. Weitere Teilflächen der Rieselfelder hat derKreis Unnavom Grundeigentümer erworben. Die Flächen in den Rieselfeldern sind im Eigentum des Kreises verblieben. Damit sind mittlerweile 95 Prozent der Rieselfeldflächen für eine naturnahe extensive Nutzung durch die Landwirtschaft, für die Anlage von Auwald und die Gewässerentwicklung gesichert.
Durch weitere Grundstückstausche nördlich der Lippe ist es gelungen, die letzten Lücken im Uferbereich zwischen Lünen und Werne zu schließen, so dass sich dort nun ein geschlossenes Band entlang der Lippe in öffentlichem Eigentum befindet.
Die weiteren Verhandlungen um Grundstückstausch und –verkauf konzentrieren sich in diesem Jahr auf die noch offenen Teilbereiche südlich der Lippe und östlich von Werne. Dabei sollen wie auch in der Vergangenheit auf die individuellen Anforderungen der landwirtschaftlichen Betriebe Rücksicht genommen und Nutzungskonflikte aufgelöst werden.
Damit ist es weiterhin zu früh, einen konkreten Zeitpunkt für die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens zur Lippe-Umgestaltung geschweige denn einen Baubeginn zu nennen. Doch zahlt sich der „lange Atem“ bei diesem wasserwirtschaftlichen Großprojekt offenbar aus.
Mit dem Bau eines Fischaufstiegs am Wehr Werne hat der LIPPEVERBAND im vergangenen Jahr bereits die erste Phase des Projekts realisiert. Der Fischaufstieg als vorgezogene Maßnahme dient vor allem dem Zweck, das Gewässer für Fische und andere Wasserorganismen durchgängig zu machen. Mit der nachfolgenden, über elf Kilometer Flusslänge geplanten Lippe-Renaturierung verfolgt der LIPPEVERBAND das Ziel, an der Lippe ein vielfältiges, flacheres und breiteres Gewässerprofil zu schaffen. Damit wird die Bedeutung der Lippe als Naturraum erheblich gesteigert werden können.
© Emschergenossenschaft/Lippeverband