Emscher-Lippe-Region: Juli 2012 war geprägt von Gewittern und Starkregen

01.08.12

Niederschlagsbilanz für den vergangenen Monat

Emscher-Lippe-Region. Dieser Sommer ist kein Sommer – für diese Erkenntnis bedarf es zwar keiner Zahlen und Daten, doch die Niederschlagsbilanz von Emschergenossenschaft und Lippeverband für den vergangenen Monat belegt es eindeutig: Nachdem bereits der Juni 2012 im Emscher- und Lippegebiet im Vergleich zum langjährigen Mittel deutlich nasser ausfiel (im Emschergebiet wurde das langjährige Niederschlagsmittel um 45 Prozent überschritten, im Lippegebiet um 42 Prozent) fiel der Juli 2012 verglichen mit dem 120-jährigen Mittel ebenfalls zu nass aus.

Die Niederschlagsverteilung im Juli war geprägt durch einen relativ trockenen Beginn und einer nassen Phase, die ab dem 5. Juli einsetzte und bis zum 19. Juli andauerte. Allein in diesem Zeitraum,  der durch Gewitter und Starkregen gekennzeichnet war, fielen im Emschergebiet 128,4 mm Niederschlag und im Lippeverbandsgebiet 88,3 mm.

Im gesamten Monat Juli wurden im Emschergebiet im Mittel 148 mm registriert. Dies entspricht im Vergleich zum Wert der 120-jährigen Reihe (84 mm) einer Überschreitung von 77 Prozent. Im ebenfalls zu nassen Sommer 2011 lag der Juli-Niederschlag übrigens bei 100 mm. Seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1889 wurde ein vergleichbarer Wert erst fünf Mal überschritten, das letzte Mal im Juli 1980 mit 169 mm. Der höchste Monatswert (EG-Gebietsmittel) betrug 189 mm im Jahr 1965.

Die Schwerpunkte der Niederschlagsverteilung lagen im mittleren und östlichen Emschergebiet (Bottrop, Gladbeck, Gelsenkirchen, Herne, Herten, Recklinghausen, und Dortmund). Der höchste Monatsniederschlag an einer Station fiel am PW Herne-Hordel mit 173 mm. Dies ist mehr als das Doppelte (206%) des langjährigen Monatsmittels. Der höchste Tageswert im Emschergebiet wurde am 5. Juli an unserer Mess-Station in Bochum-Riemke mit 37,8 mm gemessen.

Der Gebietsniederschlag im Lippeverbandsgebiet betrug in diesem Juli 109 mm. Dies entspricht im Vergleich zum Wert der 120-jährigen Reihe (82 mm) einer Überschreitung von 32 Prozent. Zum Vergleich: Im Sommer 2011 lag der Juli-Niederschlag bei  70 mm. Der höchste Monatswert (Lippeverband-Gebietsmittel) seit 1891 betrug 185 mm im Jahr 1965.

Den größten Monatsniederschlag einer Einzelstation verzeichnete die Messstation an der Kläranlage Westerholt mit einer Summe von 151 mm. Dies entspricht 187 Prozent des langjährigen Monatsmittels. Der höchste Tageswert im Lippeverbandsgebiet wurde am 10. Juli an der Station Kläranlage Waltrop registriert. Er betrug 39,7 mm.