Dinslaken: Neuer Hof an der Emschermündung wird zum Informationszentrum für Emscher-Umbau und Emscherkunst

05.04.13

Emschergenossenschaft, Stadt Dinslaken und Kreis Wesel legen symbolischen Grundstein für Neubau am Hagelkreuz

Dinslaken. Der Emscher-Umbau und die Emscherkunst werfen ihre Schatten voraus: Am Hagelkreuz hat die Emschergenossenschaft am Freitag gemeinsam mit der Stadt Dinslaken und dem Kreis Wesel den symbolischen Grundstein für den Neubau des Emschermündungshofes gelegt. Dort entsteht ein Informationszentrum mit einer breiten Angebotsvielfalt, und das nicht nur während der Ausstellung Emscherkunst.2013 in diesem Sommer – sondern auch darüber hinaus!



Welcher Ort wäre besser geeignet für ein Info-Zentrum zum Emscher-Umbau als der „Hof Emschermündung“? Die zukünftig umgestaltete Emschermündung steht sinnbildlich für den ökologischen Wandel der gesamten Industrieregion Ruhrgebiet. Im Übergangsraum zwischen bäuerlicher Landschaft und dem Ballungsraum – auf einem idyllischen Hof im Schatten eines Kraftwerkes – wird Strukturwandel greifbar und der Wert einer intakten Landschaft offenkundig.

Unmittelbar an der Mündung der Emscher in den Rhein entsteht an einer ehemaligen Hofstätte ein Ort der Information sowie des informellen Lernens, Erlebens und Erfahrens ökologischer Zusammenhänge. Am Freitag haben Dr. Jochen Stemplewski (Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft), Dinslakens Bürgermeister Dr. Michael Heidinger und Norbert Witte (stellvertretendes Vorstandsmitglied der Kreisverwaltung Wesel) als symbolische „Grundsteinlegung“ für das neue Gebäude eine „Zeitkapsel“ auf dem Gelände vergraben – darin befindet sich unter anderem eine aktuelle Dinslakener Tageszeitung.

Der neue Mündungshof
Im Außenbereich sollen Färbergärten, Obstgärten und ökologische Sukzessionsflächen entstehen. Die Räumlichkeiten der Hofanlage selbst sollen zu einem Informations- und Bildungszentrum sowie zur zentralen Geschäftsstelle der Netzwerkinitiative sevengardens umgenutzt werden.

Interessierten bietet der Hof Raum für unterschiedlichste Veranstaltungen: in Seminaren werden beispielsweise Multiplikatoren im Themenfeld der Färbergärten geschult, Ökologie-Workshops finden „draußen und drinnen“ statt und bringen Kindern und Erwachsenen auf spielerische Weise die heimische Natur nah.

Interessant für Radtouristen
Gleichzeitig sollen aber auch Besucher, insbesondere Radtouristen, angesprochen werden: Zahlreiche regionale und bereits jetzt hoch-frequentierte Fahrradrouten führen unmittelbar am Hof vorbei. Eine von RevierRad betriebene  Radstation bietet Leihräder und Reparaturservice. Interessierte können sich in einer kleinen Ausstellung u.a. über das Färbergartenprojekt sowie über die ökologische Umgestaltung des Emschersystems und den Umbau der Emschermündung informieren.

Im Jahr 2013 wird zudem die Ausstellung Emscherkunst mit ihrem Themenfeld Klimawandel einen besonderen Schwerpunkt bilden. Der Emscher-mündungshof wird dann mit dem Informationszentrum eine ganz besondere Rolle spielen – für den Standort Dinslaken ist es auf jeden Fall einer der Höhepunkte.

Die Partner
• Die Emschergenossenschaft trägt mit der Umsetzung des Generationenprojektes Emscher-Umbau entscheidend zur ökologischen Verbesserung im Revier bei. Sie ist Eigentümerin der Liegenschaft und Projektträgerin für die Umnutzung des Hofes.

• „sevengardens“ ist eine unabhängige, global agierende Netzwerkinitiative. Die Arbeit von „sevengardens“ basiert auf einem alten Kulturgut, den Färbergärten. Im „Hof Emschermündung“ soll die zentrale Geschäftsstelle von „sevengardens“ entstehen.
 
• Die Kreisgruppe Wesel des Naturschutzbundes Deutschland ist mit zirka 5800 Mitgliedern eine der größten und ältesten NABU- Kreisgruppen in der Bundesrepublik. Auch sie will den „Hof Emschermündung“ mit der Ortsgruppe Dinslaken für Treffen, Workshops und Führungen nutzen.
 
• RevierRad bietet als größter Fahrradvermieter im Ruhrgebiet an derzeit 24 Stationen vom Citybike über Tandems und Kinderfahrräder insgesamt über 500 Leihräder und entsprechendes Zubehör an. Am zentralen Knotenpunkt vieler regionaler und überregionaler Radrouten möchte RevierRad zukünftig in den Nebengebäuden des „Hof Emschermündung“ eine neue Radstation mit Serviceangeboten einrichten.

Unterstützt und mitgetragen wird das gesamte Projekt von der Stadt  Dinslaken.

Der Emscher-Umbau
Seit vielen Jahrzehnten dienten die Emscher und ihre Nebenläufe als offenes Abwasser-System. Dieses einseitige „Zweckbündnis von Mensch und Fluss“ wandelt sich zurzeit in ein „Freundschaftsverhältnis“. Bis 2020 wird sich die Emscher-Region zu einer Freizeit- und Erholungslandschaft zwischen renaturierten Gewässern entwickelt haben (Investitionsvolumen: 4,5 Milliarden Euro). In Teilen ist diese Vision vom „Neuen Emschertal“ bereits Wirklichkeit.

Neue Kläranlagen wurden gebaut, die Verlegung von Abwasserkanälen unter die Erde ist vielerorts bereits abgeschlossen und auch die ökologische Erneuerung der Wasserläufe sowie die landschaftliche Gestaltung des Umlandes, unter anderem mit dem Aufbau eines Wegenetzes für Spaziergänger und Radwanderer, sind in Abschnitten schon realisiert. Dennoch bleibt noch vieles zu tun, bis nicht mehr Bagger und Planierraupe, sondern die zurückgekehrte Natur das Gesamtbild am Fluss bestimmt.

Die Emscherkunst
Vom 22. Juni bis 6. Oktober 2013 findet die nächste Ausstellung Emscherkunst.2013 statt, der Ausstellungsraum ist die Emscher-Insel zwischen Gelsenkirchen und Oberhausen sowie das Emscherdelta bei Dinslaken/Duisburg mit der Mündung des Flusses in den Rhein. Die internationale Ausstellung Emscherkunst im nördlichen Ruhrgebiet begleitet als Triennale bis 2020 die Renaturierung der Emscher. Während der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 war die Emscherkunst das größte Kunstprojekt im öffentlichen Raum und begeisterte 200.000 nationale und internationale Besucher.

Die Emscherkunst.2013 ist eine Kooperation von Emschergenossenschaft, Urbane Künste Ruhr und Regionalverband Ruhr.