Direkt zum Inhalt oder zur Hauptnavigation oder zum Seitenabschluss.
Sie befinden sich hier: WasserportalPressePresseinformationenPresseinformationen Detail
07.05.10
Ehemalige Kläranlage erwacht aus Dornröschenschlaf und wird zu einem Ankerpunkt auf der Emscher-Insel
Bottrop. Die Kläranlage Bernemündung wurde vor mehr als zehn Jahren stillgelegt und verweilte seitdem im „Dornröschenschlaf“. Die EMSCHERGENOSSENSCHAFT erweckte sie bereits in diesem Frühjahr aus ihrem Schlaf und baut sie nun aktuell zum wichtigen Portal auf der Emscherinsel um. Dabei wird unter anderem eines der beiden riesigen Klärbecken mit 21.000 Stauden und Gräsern bepflanzt. Die ersten Einpflanzungen nahm am heutigen Freitag Dr. Jochen Stemplewski, Vorstandsvorsitzender der EMSCHERGENOSSENSCHAFT, mit Umweltminister Eckhard Uhlenberg, Bauminister Lutz Lienenkämper und Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler vor.
Die ersten Veränderungen auf dem Gelände des früheren Klärwerks Bernemündung sind bereits sichtbar: Das Maschinenhaus, in dem die Gastronomie einzieht, ist entkernt und das linke Klärbecken trocken gelegt worden. In dem Becken, das einen Durchmesser von 73 Meter hat, entsteht der so genannte Senkgarten: 21.000 Stauden und Gräser pflanzt der Künstler Piet Oudolf in das später begehbare Becken, das einen leichten Hauch von Amphitheater-Ambiente versprüht. Die Konturen kann man heute bereits deutlich sehen.
„Wir stehen mitten im Kulturhauptstadt-Jahr 2010, und viele Orte unserer Metropolregion werden unter dem Motto „Kultur durch Wandel – Wandel durch Kultur“ bespielt. Dieses Motto passt auch bestens zu unserer ehemaligen Kläranlage hier an der Bernemündung. Denn auch hier findet ein Wandel statt, hier ist der Wandel der Region erlebbar, denn wir erwecken diesen Ort aus seinem Dornröschenschlaf. Auch Kultur wird hier geboten, denn der Standort ist zugleich Hauptspielort des Kulturhauptstadtprojektes EmscherKunst.2010“, so Dr. Jochen Stemplewski, Vorstandsvorsitzender der EMSCHERGENOSSENSCHAFT.
Gemeinsam mit den NRW-Ministern Eckhard Uhlenberg und Lutz Lienenkämper sowie dem Bottroper Oberbürgermeister Bernd Tischler setzte Dr. Stemplewski am Freitag die ersten Pflanzen für den Senkgarten ein. „Hier entsteht ein attraktiver Park, der gleichermaßen Anlaufpunkt für Gäste und Bottroper ist. Die Kläranlage Bernemündung wird aus ihrem Schattendasein hervorgeholt und zu einem sichtbaren Beitrag der Industriekultur“, sagt Oberbürgermeister Bernd Tischler.
Das Projekt, in das insgesamt fünf Millionen Euro investiert werden, wird vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie vom Ministerium für Bauen und Verkehr gefördert. „Der Bernepark ist ein hervorragendes Beispiel für ein Kulturhauptstadt-Projekt, das die Entwicklung des Neuen Emschertals in Verbindung mit dem Emscher-Umbau thematisiert. Die ehemalige unzugängliche Kläranlage wird im Rahmen der Emscherkunst, dem größten Kunstprojekt der Kulturhauptstadt 2010, zu einem für die Bevölkerung offenen Park umgenutzt. Das Projekt zeigt damit beispielhaft, wie parallel zum Emscher-Umbau lebendige und lebenswerte Stadt- und Landschaftsräume entstehen werden“, erläuterte Umweltminister Eckhard Uhlenberg.
Bau- und Verkehrsminister Lutz Lienenkämper betont: „Die Kombination aus Kunst, Kultur, Tourismus und lokaler Wirtschaft schafft hier aus dem industriellen Erbe einer Kläranlage eine einzigartige Parklandschaft. Dies ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie die Ressourcen des Landes, der Emschergenossenschaft und der Kommunen zielführend miteinander verknüpft werden.“
Betreiber wird die Gafög
Die ehemaligen Klärbecken und weitere technische Anlagen werden in die Gestaltung des Außenraumes mit einbezogen. Die zukünftige Bespielung des ehemaligen Maschinenhauses sieht eine Kombination aus gastronomischen Tätigkeiten, Ausstellungen, des Fördervereins EmscherFreunde, Informationen rund um den Umbau des Emscher-Systems und zur Geschichte der Anlage vor. Betreiber des neuen BerneParks wird die Gafög Arbeitsförderungsgesellschaft gGmbH sein.
Für eine ungewöhnliche Übernachtungsmöglichkeit auf dem Gelände sorgt der österreichische Künstler Andreas Strauss mit dem „Parkhotel“: Die fünf einzelnen „Hotelzimmer“ bestehen aus Betonrohre, die einen Durchmesser von 2,40 Meter haben. Ausgestattet sind die Schlafräume jeweils mit einem Doppelbett. Zudem haben alle eine Luke an der Decke, durch die der freie Blick auf den Sternenhimmel über Bottrop gewährleistet wird. Die Rückwand der Röhren wird mit künstlerischen Motiven geschmückt, die vordere Wand dient dem Eintreten in das „Hotelzimmer“.
Wahrzeichen im Emschertal
Im Kulturhauptstadtjahr 2010 wird die Kläranlage Bernemündung zu einem Ort von regionaler Bedeutung auf der Emscher-Insel entwickelt werden. Dabei wird die EMSCHERGENOSSENSCHAFT Hand in Hand mit den Kooperationspartnern Stadt Bottrop, Stadtteil Bottrop-Ebel (Soziale Stadt NRW), LEG AS, interessierten Bürgern aus dem Stadtteil, Kunst- und Kulturschaffenden aus der Region und weiteren im Verlauf des Projektes einzubindenden Partnern arbeiten. „Die Kläranlage Bernemündung wird zu einem Wahrzeichen im Neuen Emschertal entwickelt“, sagt Dr. Jochen Stemplewski.
© Emschergenossenschaft/Lippeverband