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Die Lippe-Umgestaltung – Zurück zu Naturnähe

Ursprünglich war die Lippe ein typischer Flachlandfluss mit Mäandern, Altwässern, Sand- und Kiesbänken. Bei Hochwasser überflutete der Fluss regelmäßig die Niederungen an seinen Ufern und ließ auf diese Weise eine lebendige Auenlandschaft mit Wäldern, Röhrichten, Hochstaudenfluren sowie sumpfigen und grasigen Bereichen entstehen. Im 19. Jahrhundert wurde die am Nordrand des zunehmend industriell geprägten und immer dichter besiedelten Ruhrgebiets gelegene Lippe durch wasserwirtschaftliche Eingriffe stark verändert. Hierzu gehörte die Begradigung und damit Verkürzung des Flusses, die Befestigung der Ufer durch Steinaufschüttung, Hochwasserschutzmaßnahmen wie Verwallungen und Deiche sowie der Bau von Wehren und Staustufen.

Unterhalb von Hamm kam eine starke Verschmutzung durch die Einleitung von industriellen und kommunalen Abwässern hinzu. Die Lippe war zu einem naturfernen, künstlich ausgebauten Fluss geworden, dessen Auen größtenteils vom Fluss abgeschnitten und trockengelegt waren.

Ab 1976 begann ein Umdenkungsprozess, der bis heute anhält und an dessen Ende eine wesentlich naturnähere Lippe stehen wird. Auch wenn es kein Zurück zum Urzustand geben kann, soll die Lippe sich ihr Bett – wo immer dies möglich ist – wieder selber suchen können. Von seinen Fesseln befreit sollen der Fluss und die wiederbelebte Auenlandschaft an seinen Ufern zu einem ökologisch wertvollen und touristisch attraktiven Lebensraum für eine Fülle von Pflanzen und Tieren werden.

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