Wasserabfluss

Die Region im Fluss halten

Die Tatsache, dass Wasser wie selbstverständlich durch die Emscher und die Lippe sowie deren Nebenläufe fließt, müssen wir, EMSCHERGENOSSENSCHAFT und LIPPEVERBAND, in den vom Bergbau geprägten Einzugsbereichen seit über 100 Jahren aufwändig und technisch anspruchsvoll organisieren. In den Poldergebieten der Emscher- und der südlichen Lipperegion arbeiten zahlreiche Entwässerungspumpwerke Tag und Nacht. Ihr Standort ist jeweils der tiefste Punkt einer Senkungsfläche.

Damit Wasser nicht rückwärts fließt

Die Regelung des Wasserabflusses war von Anfang an eine unserer Kernaufgaben. Wasser sucht sich seinen Weg. Es folgt dem Gefälle und findet immer den tiefsten Punkt. Ist das natürliche Gefälle eines Fliessgewässers beeinträchtigt oder gar gestört, stoppt der Abfluss und Wasser sammelt sich in Senken – oder fließt rückwärts! Wie lässt sich eine solche Situation verhindern? Auf zwei Wegen: Zum einen haben wir im unteren Flussverlauf liegende Flussabschnitte vertieft. Wenn Flüsse und Bäche ins Stocken kamen, haben wir so das Gefälle erhöht. Zum anderen haben wir abgesunkene Gewässerbereiche so weit angehoben und mit Deichen abgesichert, bis die Höhenlage der früheren Sohle wieder erreicht und der Abfluss damit gewährleistet wurde. Dort, wo die Wasserläufe von Emscher und Lippe durch menschliche Eingriffe angehoben wurden, mussten Deiche her, um das tiefer liegende Umland vor Hochwasser zu schützen.

Deich- und Polderlandschaft

Besonders im dicht besiedelten, hoch industrialisierten Revier entstand so eine Deich- und Polderlandschaft. Der Bau zahlreicher Deiche und Pumpwerke wurde notwendig, um die Polderflächen hinter den Deichen von Wasser freizuhalten. Die ständig zunehmenden Bergsenkungen machten diese wasserwirtschaftliche Lösung unentbehrlich.

Da sich die Landschaft infolge des Bergbaus dauerhaft verändert hat, trägt dieser als Verursacher seither die Kosten.