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Sie befinden sich hier: WasserportalFlussgebietsmanagementUmgang mit Regenwasser
In den dicht besiedelten Wohn- und Gewerbegebieten der Region hat das Regenwasser kaum eine Chance, natürlich zu versickern. Der Boden ist so bebaut, dass er größere Niederschlagsmengen nicht mehr aufnehmen kann. Meist wird das Regenwasser in die Kanalisation geleitet und anschließend gemeinsam mit dem Schmutzwasser zur Kläranlage transportiert. Diese Vorgehensweise hat eine ganze Reihe von kostspieligen Nachteilen. So müssen beispielsweise Abwasserkanäle deutlich größer ausgelegt werden, damit die Abflüsse auch bei Starkregen sicher bewältigt werden, vergleichsweise sauberes Regenwasser muss durch die Mischung mit Abwasser aufwändig geklärt werden. Darüber hinaus fehlt das entsorgte Regenwasser bei der Neubildung von Grundwasser und der Versorgung von Gewässern mit Oberflächenwasser.
Der andere Weg: dort, wo es nicht möglich ist, versiegelte Flächen wieder zu entsiegeln, wird Wasser von versiegelten Flächen gesammelt und nicht der Kanalisation zugeführt, sondern vor Ort in den Boden abgeleitet. Der Niederschlag kann dort natürlich versickern. Das kostbare Regenwasser von der Abwasserableitung abzukoppeln und schon an Ort und Stelle anderen Wegen (Versickern, Nutzen oder gedrosselt in Gewässer einleiten) zuzuführen, bringt dreifachen Nutzen.
Die Kosten für den Bau, Ausbau und die laufenden Reparaturen der Abwasserkanäle und Kläranlagen werden auf alle Nutzer umgelegt. Entlastet man diese aufwendige Infrastruktur von den Regenwassermengen, wirkt sich das auf die Höhe der Abwassergebühren aus. Nutzt man darüber hinaus die Regenwasserentkopplung auf dem eigenen Grundstück, entfallen außerdem die Entwässerungsgebühren für solche Flächen. Das Portmonee wird doppelt entlastet.
Versickert das Regenwasser vor Ort, unterstützt dies die Neubildung von Grundwasser. Wird es dem nächsten Oberflächengewässer zugeleitet, trägt es zu einer insgesamt ausgeglichenen Wasserführung bei. Beides stärkt den natürlichen Wasserhaushalt mit seinen vielfältigen ökologischen Funktionen.
Eine naturnahe Regenwasserbewirtschaftung am Ort des Entstehens macht Regenwasser wieder neu und vielfältig sichtbar und erlebbar. Wasser, das nicht in der Kanalisation verschwindet, sondern in Wasserspielen, Gräben, Rinnen und Gewässern öffentlich wahrnehmbar ist, ist ein attraktives Element, um Lebensumfelder interessant und vielfältig zu gestalten und mit naturnahen Strukturen auszustatten.
Das Land Nordrhein-Westfalen hält die naturnahe Regenwasserbewirtschaftung für so wichtig, dass sie im Landeswassergesetz für Neubaugebiete Vorrang vor der Mischwasserkanalisation erhält.
© Emschergenossenschaft/Lippeverband