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Schon immer hat der Mensch Bäche und Flüsse für seine Zwecke genutzt, als Trinkwasser, zur Erholung, für den Fischfang, zur Bewässerung, zur Einleitung von Abwasser, zur Energiegewinnung und für vieles mehr. Mit den vielfältigen Nutzungen der Gewässer und ihrer Überschwemmungsgebiete, der Auen, hat sich das Aussehen der Gewässer geändert. Sie wurden funktionstüchtig gemacht, d.h. begradigt, die Ufer befestigt und das Gewässerprofil ausgebaut. Deiche, Wehre und Staustufen wurden angelegt und die Laufstrecke gekürzt. In vielen Städten wurden sie überbaut oder endeten in der Kanalisation. Andere wurden zum Abwassersammler umgewidmet. Vorrangiges Ziel war es, die Abwässer und den Regen möglichst schnell durch den Fluss abzuleiten.
Die Ansprüche des Menschen an den Umgang mit unseren Gewässern haben sich geändert. Flüsse und Bäche sollen wieder verstärkt als natürliche Elemente im Raum wahrgenommen werden, zwar vom Menschen nach wie vor intensiv genutzt, aber auch nachhaltig gepflegt sowie angemessen und vorausschauend entwickelt. Mit viel Spielraum für die eigene Dynamik der Gewässer.
Heute und in der Zukunft können die Maßnahmen zur Gewässerpflege und zur Gewässerentwicklung damit in eine andere Richtung gehen. Sie zielen auf die Wiederherstellung eines intakten Fluss-Auen-Ökosystems, wo immer dies unter Berücksichtigung von Hochwasserschutz, Abwasserabfluss und industrieller wie auch landwirtschaftlicher Nutzung möglich ist. In stark besiedelten Flussauen zum Beispiel ist es nicht mehr möglich, den ursprünglichen Zustand zurückzuholen. Doch auch hier lassen sich die Bedingungen optimieren, die dem Fluss mehr Naturnähe ermöglichen. Damit erhalten viele Pflanzen und Tiere einen deutlich verbesserten Lebensraum und der Mensch vielfältiger erlebbare und naturnähere Flusslandschaften.
Zielgröße für diese ökologische Gewässerentwicklung ist der „gute Zustand“ der Gewässer wie ihn die EG-Wasserrahmenrichtlinie europaweit anstrebt. Dazu werden die Flüsse erst einmal frei gehalten von Abwasser. Dies wird zukünftig in geschlossenen Kanälen unterirdisch abgeleitet. Im Anschluss werden die Flüsse und ihre Nebenläufe Schritt für Schritt in naturnahe Gewässer umgewandelt.
© Emschergenossenschaft/Lippeverband