Konzept

zum Energie- und Stoffstrommanagement

Moderne Wasserwirtschaft braucht viel Energie. Die Emschergenossenschaft beschäftigt sich schon seit geraumer Zeit mit den Themen Eigenenergieerzeugung, Energieoptimierung und Einsatz von regenerativen Energien.

Emschergenossenschaft und Lippeverband sind der größte Kläranlagenbetreiber Deutschlands. Allein die 56 Kläranlagen an Emscher und Lippe bestehen heute zum großen Teil aus High-Tech-Maschinen und Elektrotechnik und verbrauchen rund 170 Mio. kWh. Hier fallen große Mengen an Reststoffen aus der Abwasserbehandlung, insbesondere in Form von Klärschlamm, an. Klärschlamm ist ein wertvoller Energieträger.

Trotz eines sehr hohen Energieverbrauches haben Kläranlagen erhebliche Potentiale zur Energieerzeugung. Klärschlamm und Klärgas sind speicherfähige Energieträger – bereits heute wird das gewonnene Klärgas in den Gasbehältern zwischengespeichert. Als weiteres Speichermedium kann der Wasserstoff hinzukommen. Sonne und Wind sind wichtige regenerative Energiequellen in diesem Verbund. Durch die Kombination dieser Technologien zur Energieerzeugung wird die Kläranlage zu einem Hybridkraftwerk. Alle Komponenten müssen sinnvoll vernetzt und gesteuert werden. Wir arbeiten an solchen Vernetzungen, zunächst für einzelne Anlagenstandorte wie unsere Kläranlage in Bottrop.

Die kontinuierliche Überprüfung und Steigerung der Energieeffizienz hat aus technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Gründen für uns einen hohen Stellenwert. Ein wichtiger Ansatz ist die Optimierung des Energieeinsatzes, also Energie einsparen und die Steigerung des Einsatzes regenerativer Energien. In unserer Kläranlage in Bottrop werden heute schon über 60 Prozent der benötigten Energie an Ort und Stelle klimafreundlich erzeugt. Neben der ökonomischen Seite steht dabei auch die Versorgungssicherheit im Vordergrund.

Unser Konzept zum Energie- und Stoffstrommanagement soll Möglichkeiten der energetischen Optimierung und deren Weiterentwicklung aufzeigen. Denn die  wasserwirtschaftliche Erneuerung unserer Region muss gleichzeitig auch einen substantiellen Beitrag für zukunftsfähige Energie, Klimaschutz und Strukturwandel im Emschergebiet leisten.