Klärschlamm und Klärgas

Gereinigtes Abwasser hinterlässt Spuren: Klärschlamm und auch Klärgas, wertvolle Reststoffe der Abwasserreinigung und gleichzeitig Rohstoffe für die Energiegewinnung.

Klärgas zur Senkung der eigenen Energiekosten

In den Faulbehältern der Kläranlagen entstehen im letzten Schritt der Abwasserreinigung große Mengen des energiereichen Klärgases. Dieses Gas kann als Brennstoff für Blockheizkraftwerke dienen, in denen gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt werden. Diese nutzen wir bevorzugt auf den eigenen Anlagen.
So deckt zum Beispiel das Blockheizkraftwerk des LIPPEVERBANDES auf der Kläranlage Dorsten einen großen Teil des Strombedarfs der Anlage und beheizt zusätzlich die Betriebsgebäude. Gleiches gilt z.B. für die Kläranlage der EMSCHERGENOSSENSCHAFT in Bottrop.

Auf diesem Wege werden natürliche Ressourcen geschont, das Klärgas sinnvoll genutzt und die Betriebskosten gesenkt.

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Klärgas als innovativer Ausgangsstoff

Aufbereitet zu Gas in Erdgasqualität oder zu Wasserstoff lässt sich Klärgas für viele Zwecke nutzen: um Fahrzeuge zu betanken sowie um Gebäude zu beheizen und mit Strom zu versorgen.
Im Pilotprojekt EuWaK (Erdgas und Wasserstoff aus Kläranlagen), das die EMSCHERGENOSSENSCHAFT am Klärwerksstandort Bottrop betreibt, werden alle drei Optionen genutzt. Die Kläranlage verfügt mit einer Ausbaugröße von 1,34 Millionen Einwohnerwerten über eine der bundesweit größten Klärschlammbehandlungs-kapazitäten und eignet sich daher besonders als Entwicklungs- und Testumgebung.

In einer Zeit immer knapper werdender Erdöl- und Erdgasvorräte gilt Wasserstoff als Energieträger der Zukunft. Bislang wird Wasserstoff in der Regel allerdings aus fossilen Brennstoffen gewonnen und bringt daher seinen größten Vorteil als CO2-neutrale, saubere Energiequelle nicht zum Tragen. Faulgas aus Klärwerken bietet die Chance, große Mengen CO2-neutrales „Erdgas“ zu erzeugen, aus dem in einem zweiten Schritt Wasserstoff gewonnen werden kann. Beide Gase können für die Energieerzeugung der Kläranlage selbst, aber auch für die Strom- und Wärmeversorgung benachbarter Wohnsiedlungen genutzt werden. Eine dritte Möglichkeit ist der Aufbau von Tankstellen für erdgas- oder wasserstoffgetriebene Fahrzeuge.

Klärschlamm als Energieträger und Rohstoff

Neben dem Klärgas ist der Klärschlamm ein weiterer wichtiger Reststoff. Er wird entweder verbrannt und zur Erzeugung von Strom eingesetzt oder in der Landwirtschaft und im Landschaftsbau verwendet.
Der Schlamm ist wegen seines Gehalts an wertvollen Bodenstoffen, zum Beispiel Phosphor, ein geeigneter Dünger. Daher wird ein Teil des Klärschlamms unter strengen gesetzlichen Auflagen auf landwirtschaftlich genutzten Flächen aufgebracht. Geringere Mengen werden außerdem im Landschaftsbau genutzt.

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