Hochwasserschutzmaßnahmen

Wie wahrscheinlich ist es, von einem Hochwasser betroffen zu werden? Kann man voraussagen, wann es eintrifft und wie stark es sein wird?
Um diese Fragen zu beantworten, entwickeln wir seit Oktober 2007 ein Hochwasserinformationssystem für die Emscher-Lippe-Region, mit dem hochwasserrelevante Informationen kontinuierlich zur Verfügung stehen. Basis sind Regen- und Pegeldaten aus eigenen Messungen, die durch Radardaten und durch die Niederschlagsvorhersage des Deutschen Wetterdienstes ergänzt werden. Sie fließen in hydrologische Modelle der Emscher und der Lippe ein. Das ermöglicht uns eine rasche und sichere Einschätzung der Niederschlags- und Hochwasserlage und der daraus abzuleitenden Maßnahmen.

Diese auf den Einzelfall abgestimmten Sofortmaßnahmen ergänzen die grundsätzlichen Hochwasserschutzvorsorgemaßnahmen organisatorischer und technischer Art: Hochwasserrückhaltebecken, Deiche, Pumpwerke und Hochwasser-Aktionspläne.

Hochwasserrückhaltebecken – zum Ausgleichen der Abflussmengen

Retention und Refugium zugleich – Hochwasserrückhaltebecken sind technische Bauwerke des Hochwasserschutzes und ökologische Entwicklungsschwerpunkte gleichzeitig.

Flussdeiche – zum Kanalisieren der Wassermassen

Flussbegleitende Deiche dienen dem Schutz der tief liegenden Senkungsbereiche (Polder) rechts und links des Gewässers vor Überschwemmungen. Oft bestehen sie aus Waschbergen, einem Nebenprodukt des Bergbaus.

Pumpwerke – zum Trockenhalten von Senkungsgebieten

Wo nichts mehr abfließt, hilft nur noch pumpen! In den Senkungsgebieten rund um die Emscher (38 Prozent Polderanteil) und um die Lippe (16 Prozent Polderanteil) laufen knapp 200 Pumpwerke rund um die Uhr.

Hochwasser-Aktionsplan Emscher

Das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in NRW lässt für alle größeren Gewässer in NRW Hochwasser-Aktionspläne erarbeiten. Für die Emscher liegt die Federführung bei der EMSCHERGENOSSENSCHAFT.

Hochwasser-Aktionsplan Lippe

Hochwasserereignisse werden durch das Zusammenwirken zweier unterschiedlicher Vorkommnisse erzeugt: Die Natur liefert die Regenfälle, der Mensch die Randbedingungen rund um die Gewässer. Wie sieht das an der Lippe aus?

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Auf einem Blick - Hochwasserschutzmaßnahmen an Emscher und Lippe

 

Karte Emscher

Karte Lippe

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Glossar

Eindeichung
Hochwasserschutz durch Bau von Deichen an den Ufern von Gewässern. Überall dort erforderlich, wo der Wasserspiegel von Gewässern zeitweilig stark ansteigt und das Gewässer nicht ausreichend tief im Einschnitt verläuft, um für einen natürlichen Hochwasserschutz zu sorgen.

 

Hochwasseraktionsplan
Ein Plan für ein Flussgebiet, um Hochwasserschäden vorzubeugen und Schutzmaßnahmen für den akuten Hochwasserfall vorzusehen. Nach einer Vorgabe des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in NRW werden für alle größeren Gewässer Hochwasseraktionspläne erstellt. Im HWAP Emscher werden die potenziellen Überflutungsgebiete für verschiedene Hochwasserereignisse ermittelt sowie vorhandene Schadenspotenziale und mögliche Schäden aufgezeigt.

 

Hochwasserrückhaltebecken
Stauanlage, deren Hauptzweck die Regulierung der Abflussmenge eines Fließgewässers bei Hochwasser ist.

 

Pumpwerk
Wasserwirtschaftliche Anlage, die überall dort benötigt wird, wo Wasser nicht durch die Schwerkraft in die gewünschte Richtung abfließt. Beispiele sind Gewässerpumpwerke, Abwasserpumpwerke oder Hochwasserpumpwerke.

 

Retentionsräume oder Rückhalteflächen
Flächen, die bei Hochwasser ohne Gefährdung der Bevölkerung oder erhebliche Sachschäden überflutet werden können. Die Rückhaltung großer Wassermengen verringert so die Scheitelhöhe des Hochwassers.

Wasser A-Z