Schäden je Stadt

Direkte Anlieger der Emscher sind 13 Städte bzw. Gemeinden. Für die Gemeinde Holzwickede mit der Emscherquelle und einem Teil des Oberlaufs wurde keine Schadensberechnung durchgeführt, da hier keine Unterlagen zu hydraulischen Berechnungen verfügbar waren.

Die 12 sich unterhalb anschließenden Stadtgebiete von Dortmund bis Dinslaken wurden bei den Berechnungen erfasst und sind in den folgenden Auswertungen dargestellt. Zu beachten ist die Nicht-Gleichzeitigkeit des Eintretens der Hochwasserereignisse.

Überflutungsgebiet

Im Stadtgebiet von Dortmund existiert auf Grund der nur teilweisen Eindeichung der Emscher das einzige nennenswerte Überflutungsgebiet, Flächenschäden im Überflutungsgebiet treten auch in den Städten Castrop-Rauxel und Recklinghausen auf.

Potenzielles Überflutungsgebiet

In den anderen Anliegerstädten treten Schäden nur in potenziellen Überflutungsgebieten auf. In Castrop-Rauxel und Recklinghausen befinden sich keine potenziellen Überflutungsgebiete.

Schäden Überflutungsgebiet

Das Überflutungsgebiet der Emscher für HW100 und HW200 liegt in allen Stadtgebieten mit Ausnahme von Dortmund innerhalb der Emscherdeiche bzw. im überwiegend ebenfalls eingedeichten Rückstaubereich der Nebenläufe. Da diese Flächen für den Hochwasserabfluss vorgesehen sind, wird hier kein Schaden berechnet. Im Stadtgebiet von Dortmund, wo die Emscher nur teilweise eingedeicht ist, sind auch Flächen außerhalb der Talaue betroffen, darunter auch das Gewerbegebiet Dortmund-Dorstfeld Nord, das bis zu einem HW50 hochwasserfrei eingedeicht ist. Dort entstehen auch die höchsten Schäden.

Die Schäden im Gewerbegebiet Dortmund-Dorstfeld Nord entstehen durch den Rückstau der Emscher oberhalb des Dükers in der Brücke Huckarder Straße, die im eingedeichten Bereich die Emscher quert. Ein Planverfahren zur Beseitigung dieser Engstelle wurde eingeleitet und es liegt ein genehmigter Entwurf zum Ersatz des Dükers durch ein großes Brückenbauwerk vor. Danach werden bis zu einem HW100 keine Schäden durch Hochwasser im Gewerbegebiet auftreten.

In den Stadtgebieten von Castrop-Rauxel und Recklinghausen sind land- und forstwirtschaftliche Flächen in geringem Ausmaß betroffen.

 

Stadt / Gemeinde

Anzahl Objekte
ÜFG
HW100

-

Vermögen
Objekte
ÜFG
HW100
T €

Schaden

ÜFG
HW100
T €

Schaden

ÜFG
HW200*)
T €

Schaden

ÜFG
HWextrem*)
T €

Dortmund

191

366.798

138.357

1.353

2.286

Castrop-Rauxel

0

0

1

1

2

Recklinghausen

0

0

2

3

3

Herne

0

0

0

0

711

Herten

0

0

0

0

2.545

Gelsenkirchen

0

0

0

0

8

Summe

191

366.798

138.360

1.357*)

5.555*)

*) HW200 und HWextrem von Dortmund-Deusen bis zur Mündung berechnet

Ermittelte Gesamtschäden in den Überflutungsgebieten je Stadt und Jährlichkeit


Im Vergleich zu den potenziellen Überflutungsgebieten treten im Überflutungsgebiet – mit Ausnahme von Dortmund – vernachlässigbare Schäden auf.

Eine Aufschlüsselung der Schäden innerhalb der Stadtflächen von Dortmund nach den verschiedenen ATKIS-Nutzungsarten sind den Schadenstabellen je Stadt in der Anlage "Schäden je Stadt"

Schäden potenzielles Überflutungsgebiet

In den potenziellen Überflutungsgebieten können ca. 19.500 Objekte bei einem HW200 betroffen sein. Das Vermögen der betroffenen Objekte und Einrichtungen liegt bei über 7 Mrd. Euro.

Für die potenziellen Überflutungsgebiete ist eine Gleichzeitigkeit zweier oder mehrerer Überflutungen auszuschließen. Dies ist begründet durch die starke Volumenabnahme der Hochwasserwelle unterhalb einer angenommenen Deichversagensstelle. Es ist daher nicht zulässig, Schadenssummen über das Gesamtgebiet zu bilden. Bei der Ermittlung der Schäden je Stadt/kreisfreie Stadt muss berücksichtigt werden, an welchen potenziellen Überflutungsgebieten Flächenanteile bestehen.

Stadt / Gemeinde

Anzahl Objekte
pot. ÜFG
HW200
-

Vermögen
Objekte
pot. ÜFG
HW200
T €

Schaden

pot. ÜFG
HW100
T €

Schaden

pot. ÜFG
HW200
T €

Dortmund
(Deusen)

74

48.572

34.173

35.831

Dortmund
(Kleingartenanlage)

49

2.510

409

522

Castrop-Rauxel

 

0

0

0

0

Recklinghausen

 

0

0

0

0

Herne
(Waldfriedhof)

1

1.124

562

597

Herne
(Herne Nord/Schalke) *)

1.542

358.848

91.267

101.032

Herten
(Waldfriedhof)

2

3.764

1.964

2.087

Gelsenkirchen
(Herne Nord/Schalke)*)

1.190

269.092

111.986

127.654

Gelsenkirchen (Waldfriedhof)

0

0

3

3

Gelsenkirchen
(Resser Mark)

247

29.002

13.082

14.959

Gelsenkirchen
(Erle)

1.945

1.328.380

511.947

595.722

Gelsenkirchen
(Horst)

1.011

354.247

280.512

297.620

Gelsenkirchen
(Karnap) *)

1.988

523.217

338.714

350.356

Gelsenkirchen
(Insel)

127

196.180

44.308

66.089

Gladbeck
(Karnap) *)

395

62.117

18.247

19.665

Essen
(Insel)

973

215.377

74.334

95.235

Essen
(Boye) *)

0

0

0

1

Essen
(Karnap) *)

1.948

460.575

212.076

221.337

Bottrop
(Boye) *)

794

156.135

42.490

52.200

Bottrop
(Insel)

373

246.392

77.408

93.325

Oberhausen
(Insel)

77

7.422

1.296

2.116

Oberhausen
(Alte/Kleine Emscher)*)

607

866.273

263.100

275.286

Oberhausen
(Schwarze Heide)

1.943

770.899

137.086

228.156

Oberhausen(Nassenkampgraben)

0

0

0

0

Duisburg
(Alte/Kleine Emscher)*)

3.215

1.331.860

381.804

431.070

Dinslaken (Schlagregenshof)

0

0

1

2

Dinslaken
(Averbruch)

1.118

213.878

26.645

44.292

Dinslaken
(B8)

0

0

99

128

Dinslaken
(Pflipsenhof)

0

0

0

1

Dinslaken
(Am Birnbaum)

24

7.033

1.403

1.865

Dinslaken
(Eppinghoven)

5

560

61

82

Dinslaken
(Stapp)

0

0

24

29

Summe

19.648

7.453.457

**)

**)

*)Potenzielles Überflutungsgebiet ermittelt mit dem 2D-Strömungsmodell
**)Eine Summe darf aus Gründen des nicht gleichzeitigen Eintretens der Überflutungen nicht gebildet werden

Ermittelte Gesamtschäden in den potenziellen Überflutungsgebieten je Stadt/Gemeinde und Jährlichkeit


Die größte Gefährdung liegt vor für die Stadt Gelsenkirchen, die Anteile an sieben potenziellen Überflutungsgebieten aufweist, darunter auch Herne Nord/Schalke. Das möglicherweise betroffene Vermögen ist ebenso wie die möglichen Schäden hoch.

Die Städte Oberhausen, Duisburg und Essen weisen ebenfalls höhere Gefährdungen auf.

Eine Aufschlüsselung der Schäden innerhalb der Stadtflächen nach den verschiedenen ATKIS-Nutzungsarten sind den entsprechenden Schadenstabellen je Stadt in der Anlage "Schäden je Stadt" zu entnehmen.

Schäden für das Extremereignis

Für das Extremereignis HWextrem mit Deichversagen und Flutung des Polders Herne Nord/Schalke ergibt sich ein Schaden von ca. 95 Mio. €, der niedriger liegt als für das HW200 und ungefähr dem Schaden für das HW100 entspricht. Dies ist begründet in der Tatsache, dass die Deichversagensstelle beim HW100 und HW200 an der jeweils kritischsten Stelle – mit dem tiefsten Geländepunkt hinter dem Deich – angenommen wurde.

Für das Extremereignis mit Überströmsicherung der überlasteten Deichstrecken reduziert sich der Schaden auf weniger als die Hälfte von HW100 und erstreckt sich dann auf vier betroffene Bereiche, davon zwei Bereiche in Herne und Gelsenkirchen mit Schaden.

Fall Extremereignis/
Bereich

Fläche / Volumen
ha / 1.000 m³

Vermögen Objekte
T €

Schaden

T €

HWextrem,
Herne Nord/Schalke

361 / 4.500

495.821

94.505

HWextrem_üs,
Bereich 1 (Herne Nord)

49,4 / 0,5

110.647

24.607

HWextrem_üs,
Bereich 2 (Schalke)

81,8 / 0,6

77.967

15.184

HWextrem_üs, Bereich 3
(Überleitungsstelle RHK)

Ableitung im RHK

-

0

HWextrem_üs, Bereich 4
(Oberhausen, Neue Mitte)

Ableitung im RHK

-

0

Summe Extremereignis mit
Überströmsicherung (HWextrem_üs)

187 / 2,8

188.614

39.791


Ermittelte Gesamtschäden für das Extremereignis