Besonders gefährdete/gefährdende Objekte

Es wurde versucht, in den Überflutungsgebieten und potenziellen Überflutungsgebieten besonders gefährdete bzw. besonders gefährdende Objekte zu identifizieren. Schäden durch Hochwasser an diesen Objekten bzw. Schäden, die erst durch diese Objekte verursacht werden, können nur teilweise monetär bewertet werden. Mit dem Hinweis auf die Lage dieser Objekte in hochwassergefährdeten Gebieten sollen die Eigentümer bzw. Betreiber auf die möglichen Gefahren aufmerksam gemacht werden. In Zusammenarbeit mit der EMSCHERGENOSSENSCHAFT und den zuständigen Behörden können Maßnahmen ergriffen werden, Risiken und Schäden soweit wie möglich zu mindern.

Zu diesen Objekten gehören große Industrieanlagen und Gewerbegebiete, die zum einen große Schäden verursachen – auch durch Produktionsausfall – und zum anderen auch die Umwelt gefährden können durch die Freisetzung von Produktionsstoffen oder Energielieferanten wie Heizöl oder Gas.

Eine evtl. Menschen gefährdende Unterbrechung der Energieversorgung kann entstehen, wenn Kraftwerke von Hochwasserereignissen betroffen sind.

Umweltgefährdungen in größerem Ausmaß können entstehen, wenn Chemiebetriebe, Tanklager, andere Lager von Gefahrstoffen o. ä. betroffen werden.

U-Bahnstationen und Bergwerksschächte können bei einem Volllaufen Menschen gefährden und außerdem den Fließweg des Wassers verändern. Die Gefährdung von Menschenleben wird nicht monetär bewertet und die Ermittlung der Auswirkungen auf das Fließverhalten kann im Rahmen des HWAP Emscher nicht geleistet werden. Hier müssten umfangreiche Detailuntersuchungen durchgeführt werden.

Große Industrieanlagen und Gewerbegebiete

Die größten Schäden entstehen in Gewerbegebieten, die z. T. auf den Flächen ehemaliger Großbetriebe (Stahlwerke, Kokereien, Zechen) angesiedelt sind und unterschiedliche Gewerbestrukturen aufweisen, die aus den vorliegenden ATKIS-Daten nicht genau zu entnehmen sind. Die größten Schäden der nicht unter den Punkten "Kraftwerke" und Chemiebetriebe, Tanklager, etc." genannten Objekte weisen folgende Gewerbegebiete im Überflutungsgebiet bzw. potenziellen Überflutungsgebiet auf:

  • Dortmund
    - Gewerbegebiet Dorstfeld Nord (u. a. Straßenbahn-Betriebshof)
  • Gelsenkirchen
    - Gewerbegebiet Emscherstraße (u. a. Vaillant GmbH)
    - Gewerbegebiet Verkehrshof Ruhrgebiet (u. a. Gelsenkanal, TÜV)
    - Gewerbegebiet Kurt-Schumacher-Straße
  • Oberhausen
    - Gewerbegebiet Buschhausen-Lindnerstraße
    - Gewerbegebiet Buschhausen-Max-Eyth-Straße (u. a. STOAG Stadtwerke Oberhausen)
    - Gewerbegebiet Buschhausen-Feldstraße
  • Duisburg - Gewerbegebiet Neumühl

Hier ist zu beachten, dass sich der ermittelte Schaden aus den vorliegenden ATKIS-Daten ergibt. Eine Zusammenstellung der angesiedelten Betriebe und deren Untersuchung hinsichtlich möglicher besonderer Gefährdungen wäre sinnvoll.

Kraftwerke

Folgende Kraftwerke liegen in einem potenziellen Überflutungsgebiet und sollten auf ihre Hochwassersicherheit überprüft werden:

  • RWE Power AG, Müllheizkraftwerk Karnap
  • Umspannstation und Kraftwerk Gelsenkirchen

Chemiebetriebe, Tanklager, etc.

Folgende Chemiebetriebe, Tanklager und ähnliche Objekte liegen in einem potenziellen Überflutungsgebiet und sollten auf ihre Hochwassersicherheit überprüft werden:

  • Chemische Betriebe Pluto GmbH (ehem. Zeche Pluto, Schacht Wilhelm)
  • Ruhr Oel GmbH, Werk Gelsenkirchen-Horst
  • Hafen der Ruhr Oel GmbH, Werk Gelsenkirchen-Horst
  • DSK, Zentralkokerei Prosper
  • Kohleölanlage in der Welheimer Mark
  • Tanklager VEBA-OEL AG
  • Thyssengas GmbH, seit 01.02.2004 RWE Energy AG
  • Celanese Chemicals Europe GmbH, Werk Ruhrchemie

Zugleich sollte überprüft werden, ob sich weitere Standorte in den potenziellen Überflutungsgebieten befinden.

Schächte des Bergbaus

Es wurden keine Schächte direkt in den Überflutungsgebieten bzw. potenziellen Überflutungsgebieten ermittelt. Allerdings gibt es eine Reihe von Schächten in direkter Nähe zu den potenziellen Überflutungsgebieten:

  • Gelsenkirchen
    - ehem. Bergwerk Nordstern, Schacht IV
    - Schacht Emschermulde 1
    - Schacht Emschermulde 2
    - Bergwerk Consolidation, Schacht 3
    - Bergwerk Consolidation, Schacht 4
    - Bergwerk Consolidation, Schacht 9
  • Essen
    - Schacht Mathias Stinnes
  • Duisburg
    - ehem. Schacht Friedrich Thyssen 4
    - ehem. Schacht Friedrich Thyssen 8
    - ehem. Schacht Neumühl, Schacht 4

Trotz nicht direkter Betroffenheit ist es sinnvoll, die Schächte auf Sicherheit gegen eindringendes Wasser zu untersuchen. Zugleich sollte in Zusammenarbeit mit der Deutschen Steinkohle überprüft werden, ob sich weitere Schachtstandorte in den potenziellen Überflutungsgebieten befinden. Hier sollte ebenfalls geprüft werden, ob und ab welcher Einstauhöhe Bergwerksschächte (auch stillgelegte) durch Hochwasser betroffen werden.

U-Bahnstationen

Nach Recherche von Hydrotec befinden sich U-Bahnschächte in den unten aufgeführten potenziellen Überflutungsgebieten. Die Einlaufmöglichkeiten in die Stationen und Lüftungsschächte und die daraus resultierenden Gefährdungen sollten mit den Betreibern der Verkehrslinien geklärt werden.

Herne-Nord/Schalke
Linie 301: Haltestellen GE-Ruhrzoo, GE-Trinenkamp

Karnap
Linie 17: Haltestellen GE-Fischerstraße, E-Alte Landstraße, E-Boyer Straße, E-Arenberger Straße

Insel
Linie 17: E-Heßlerstraße