Methodik der Schadensermittlung

Hochwasserereignisse können in dicht besiedelten Gebieten hohe volkswirtschaftliche Schäden hervorrufen. Für die Höhe der Schäden spielen neben der betroffenen Siedlungsdichte und den Nutzungen auch die Fläche des Überflutungsgebietes, die Einstautiefe und -dauer eine wesentliche Rolle, die wiederum abhängig von der Auftretenswahrscheinlichkeit des Hochwassers sind.

Für eine geldliche Bewertung von Hochwasserschutzmaßnahmen muss die Höhe der durch die Maßnahmen vermeidbaren Schäden bekannt sein. Hierzu dient der bis zu einer bestimmten Jährlichkeit ermittelte Schaden.

In Anlehnung an die DVWK-Mitteilungen Nr. 10, „Ökonomische Bewertung von Hochwasserschutzwirkungen“, (DVWK, 1985) wird zwischen den folgenden Nutzungskategorien bzw. Auswirkungen unterschieden:

Verhinderte Schäden

  • Personenschäden
  • verletzte Personen, Grad der Verletzungen
  • Sachschäden
    - privater Wohnbereich (Gebäude, Inventar, Hof und Garten)
    - Öffentliche Einrichtungen
    - Einrichtungen von Handel und Gewerbe (Gebäude, Inventar, Lagerbestände,
    Produktionsausfall)
    - Industrie (Gebäude, Inventar, Lagerbestände, Produktionsausfall, Folgekosten
    (Vertragsstrafen)
    - Landwirtschaft (Gebäude, Inventar, Lagerbestände, Produktionsausfall)
    - sonstige Infrastruktureinrichtungen (Verkehrs-, Ver- und Entsorgungseinrichtungen,
    Folgeschäden (Stromausfall, Verkehrsumleitungen)
    - Landschaft (Landschaftselemente, Bodenabtrag, Verschlammung)
  • Schäden an land- und forstwirtschaftlichen Kulturen und Böden
    - Grünland
    - Ackerland
    - Sonderkulturen
    - Forsten
  • Viehschäden (Verlust, krankheitsbedingte Marktwertminderung, Kosten für zusätzlichen Seuchenschutz)

Produktions- und Bodenwertänderungen, Aufwandsänderungen und indirekte und induzierte Einkommenseffekte

Die Schadenserhebung beschränkt sich beim HWAP Emscher auf die Berechnung von Sachschäden an Inventar und an Gebäuden (privat genutzte und öffentliche Gebäude sowie Wirtschafts- und Industriegebäude), Produktionsausfall der Wirtschaft, Schäden an land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen sowie an der allgemeinen Infrastruktur und Kraftfahrzeugen.

Nicht oder nur sehr schwer monetär erfassbare Schäden wie Personenschäden, Viehschäden, ökologische Schäden (z. B. infolge Auslaufens von Heizöl), Bodenwertänderungen, Einkommenseffekte usw. gehen in dieser Untersuchung nicht in die Kosten-Nutzen-Analyse von Hochwasserschutzmaßnahmen ein. Diese Schäden können bei der Bewertung einer geplanten Maßnahme bedeutsam sein und sollten bei der Genehmigungsplanung zur Begründung der Maßnahme erläutert werden.

Details zur Methodik sind der Anlage "Methodik der Schadensermittlung" zu entnehmen.