Risikovorsorge

Nach einer Untersuchung der Münchner Rückversicherungs-Gesellschaft (1999) sind folgende Angaben zu Hochwasserschadensereignissen zu machen:

  • In den 90er Jahren häuften sich große Flussüberschwemmungen. Zahlreiche Gebiete an Rhein und Mosel waren sogar zweimal innerhalb 13 Monate (Dezember 1993 und Januar 1995) betroffen. Die volkswirtschaftlichen Schäden dieser beiden Katastrophen summierten sich in Deutschland auf über 0,8 Mrd. Euro, wovon ca. 270 Mio. Euro versichert waren. Das Wachsen von Siedlungen in Überflutungsgebiete hinein und die damit einhergehenden höheren Wertekonzentrationen, ist eine Hauptursache großer Überschwemmungsschäden.

  • Flussüberschwemmungen entstehen nach langanhaltenden und ausgiebigen Niederschlägen mit großer räumlicher Ausdehnung. Die Häufigkeit solcher Schadensereignisse ist trotz des allgemein guten Hochwasserschutzes an den großen Flüssen hoch, und besonders im Fall einer Überschreitung des Schutzgrades entstehen hohe Schäden.

  • Sturzfluten werden durch Niederschläge mit sehr hoher Intensität, meistens im Verlauf schwerer Gewitter ausgelöst. Sie sind auf ein kleines Gebiet beschränkt und verursachen nicht nur lokale Schäden (vollgelaufene Keller), sie lassen auch Flussläufe in sehr kurzer Zeit anschwellen. Sie erzeugen vergleichsweise moderate monetäre Schäden, die jedoch wegen ihrer hohen Frequenz eine durchschnittlich jährliche Gesamtschadensumme in etwa derselben Höhe wie aus den großen Flussüberschwemmungen ausweisen. Die Gefährdung von Menschenleben ist bedingt durch die Heftigkeit der Ereignisse relativ hoch. Die Schadenspotenziale sind in Städten, die in oder am Rande von Mittelgebirgen liegen, am größten.

Generell gilt, dass weder das Land noch die Kommune für Schäden durch Hochwasser haftet. Einige Versicherungen bieten spezielle Hochwasserschutz-Versicherungen unter bestimmten Einschränkungen an (Stiftung Warentest, 2001). Der einzelne (mögliche) Betroffene sollte in jedem Fall finanzielle Eigenvorsorge treffen, indem er Rücklagen bildet.

Weitere Untersuchungen zu diesem Thema werden vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft in Berlin derzeit in einem Projekt „Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen“ (ZÜRS) durchgeführt.