Beteiligung von Kommunen, Leitstellen, Aufsichtsbehörden

eitstellen der Kreise bzw. kreisfreien Städte, StuÄ

Bis zum Bemessungshochwasser ist die EMSCHERGENOSSENSCHAFT für den Hochwasserschutz zuständig. Erst bei Extremereignissen oberhalb des Bemessungshochwassers werden die zuständigen Leitstellen eingeschaltet. Notwendige Meldungen erfolgen von der EG direkt an die jeweiligen Leitstellen bei den Kreisen bzw. kreisfreien Städten. Die zuständigen StUÄ und die Bereitschaftszentrale des LUA werden informiert.Damit im Falle eines Großschadensereignis die Schnittstelle zwischen EG und den Leitstellen funktioniert, müssen die Aufgaben bei einem möglichen Großschadensereignis abgestimmt werden. Wichtig ist, dass ein Ansprechpartner schon vor dem möglichen Ereignis bekannt ist, so dass Kontakte leichter hergestellt werden können. Mit einigen Kreisleitstellen hat die EG schon Kontakt aufgenommen und wird diesen intensivieren sowie weitere Kontakte knüpfen. Eine entsprechende Datenbank befindet sich im Aufbau.

Alarm- und Einsatzpläne der Kommunen und Kreise / kreisfreien Städte

Die meisten Kommunen und Kreise haben keine eigenen Alarm- oder Einsatzpläne und haben sich mit einer möglichen Gefährdung durch Hochwasser der Emscher nicht beschäftigt.

In der Stadt Castrop-Rauxel liegt die Emscher überwiegend im Einschnitt, deshalb ist eine Gefährdung durch Deichversagen in den städtisch besiedelten Flächen ausgeschlossen.

In Herne existiert ein Öl- und Giftalarmplan aus dem Jahr 1994, der analog auch für den Hochwassereinsatz verwendet werden soll. Außerdem existiert ein Gefahrenabwehrplan, der (nur?) in der Gliederung auch Gefahren durch Hochwasser berücksichtigt.

In der Stadt Gelsenkirchen hat sich die Feuerwehr schon einmal mit dem Thema „Hochwasser“ beschäftigt. Es gibt Planungen, einen Hochwasseralarmplan aufzustellen, aber noch keine konkrete Realisierung.

Die Stadt Essen gibt an, dass es einen Hochwasser-Alarmplan für die Ruhr gibt, der evtl. auf die Emscher zu übertragen wäre. Außerdem geht die Stadt – hier die Feuerwehr – davon aus, dass es sich bei einem Hochwasserereignis um eine entwickelnde Gefahr mit Vorlaufzeit handelt und Leistungs- und Koordinierungsgruppen eingesetzt werden können, welche die notwendigen Maßnahmen einleiten. Dass die Vorlaufzeit bei einem Deichversagen nur wenige Stunden beträgt, wurde hier nicht berücksichtigt.

In Duisburg verläuft die Emscher außerhalb des Stadtgebietes, so dass die Stadt auch hier von keiner Gefährdung ausgeht. Allerdings wurde von der Stadt nicht berücksichtigt, dass bei einer Überströmung bzw. einem Versagen des linksseitigen Deiches sehr wohl Schäden im Stadtgebiet (Bereich Alte/Kleine Emscher) auftreten können.

Allgemein ist zu sagen, dass sich die Kommunen wenig mit dem Thema Hochwasser beschäftigt haben. Dies liegt sicher daran, dass über einen langen Zeitraum keine Schadensfälle durch Hochwasser der Emscher aufgetreten sind (ausgenommen sind Pumpwerksausfälle und Ereignisse an den Nebenläufen). Die Deiche waren bisher standfest und die Bemessungsgrenze wurde nicht überschritten. Die Handlungsmöglichkeiten für die Kommunen sind im Falle eines Deichversagens stark eingeschränkt, da die Vorwarnphase je nach Situation sehr kurz sein kann und die dichtbesiedelten städtischen Bereiche kaum rechtzeitig evakuiert werden können. Es ist jedoch in jedem Fall sinnvoll, die Kommunen über mögliche – auch unwahrscheinliche – Gefährdungen in Kenntnis zu setzen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, sich mit den möglichen Konsequenzen auseinander zu setzen.

Anmerkungen der Kommunen

Die Stadt Gelsenkirchen weist auf gesundheitliche Gefahren bei Überflutungen durch Emscherwasser hin, da die Emscher als Abwasservorfluter auch potenzielle Krankheitserreger mit sich führt. Aus diesem Grund soll auch der Aspekt Infektionsschutz berücksichtigt werden (Robert Koch-Institut, 2002, vgl. Anlagen "Verhaltensvorsorge, Befragung der Kommunen, Alarmpläne".

Die Stadt Gladbeck verweist darauf, dass ihr keine Unterlagen zur Verfügung stehen, aus denen sich ableiten ließe, in welcher Form und in welchen Stadtteilen möglicherweise Hochwassergefahren zu erwarten sind. Deshalb sieht sie sich nicht in der Lage, konkrete Anweisungen für mögliche Großschadensereignisse durch Hochwasser zu erarbeiten.