DEFIZITE/EMPFEHLUNGEN UND MASSNAHMEN

Allgemeines

Die besondere Situation an der Emscher verlangt auch in der Defizitanalyse und den Maßnahmenvorschlägen ein Umdenken gegenüber den allgemeinen Vorgaben sonstiger Hochwasser-Aktionspläne. Da bei „planmäßigem“ Verlauf eines

Hochwassers bis zur Jährlichkeit Tn = 100 (oberhalb Einmündung Schellenbruchgraben) bzw. Tn = 200 (unterhalb Einmündung Schellenbruchgraben) bedingt durch die Kapazität des Emschersystems kaum Überflutungsgebiete existieren und Maßnahmenvorschläge wie Einzelobjektschutz, Deichneuanlagen etc. hier nicht von Nutzen sind, sind i. W. folgende Großschadensszenarien zu untersuchen und ihre Auswirkungen mit Maßnahmenvorschlägen zu minimieren:

  • Deichversagen mit Flutung potenzieller Überflutungsgebiete (Polder) und
  • Überströmung der Deiche im Falle eines extremen Hochwasserereignisses.

In die Defizitanalyse müssen damit die Faktoren einbezogen werden, die das Eintreten eines solchen Großschadens wahrscheinlicher machen. Im Gegensatz dazu sind Maßnahmen vorzuschlagen, welche die Eintrittswahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses verringern.

Da i. W. die EMSCHERGENOSSENSCHAFT mit dem Erhalten der Funktionsfähigkeit des Systems und evtl. Veränderungen im Hochwasserschutz befasst ist, werden die Defizitanalyse bzw. die Empfehlungen auch verstärkt im Bereich der genossenschaftlichen Organisations-, Daten- und Entscheidungsstrukturen ansetzen. Weiterhin ist die Schnittstelle EG - Kreisleitstellen und die den Kreisleitstellen im Großschadensereignis zugeordneten Behörden zu betrachten.