Veranlassung und Zielsetzung

Der Hochwasser-Aktionsplan Emscher (HWAP Emscher) wurde unter Federführung der EMSCHERGENOSSENSCHAFT in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MKUNLV) erarbeitet. Die Deiche an der Emscher werden für 100- und 200- jährliche Hochwasser bemessen. Damit wird ein außergewöhnlich hoher Schutzgrad erreicht, der dem vorhandenen Schadenspotenzial angemessen ist. Bedingt durch den hohen Sicherheitsstandard ist die Beeinträchtigung bei einem 100-jährlichen Hochwasserereignis im Überflutungsgebiet sehr klein und auf den Oberlauf in Dortmund beschränkt. Bei einem möglichen Deichversagen würden dagegen große, dicht besiedelte Bereiche hinter den Hochwasserschutzanlagen überflutet.

Im HWAP Emscher werden die potenziellen Überflutungsgebiete für verschiedene Hochwasserereignisse ermittelt sowie vorhandene Schadenspotenziale und mögliche Schäden aufgezeigt. Der HWAP Emscher soll

  • über Hochwasserereignisse an der Emscher informieren,
  • das Bewusstsein für das Restrisiko des Versagens von Hochwasserschutzeinrichtungen schärfen,
  • mögliche Defizite bis zum Bemessungsereignis darstellen,
  • Maßnahmenvorschläge zur Schadensminderung für extreme Hochwasserereignisse aufzeigen und Anstöße für den laufenden Emscher-Umbau geben.

Dem begleitenden Kernarbeitskreis gehörten neben dem MUNLV und der EMSCHERGENOSSENSCHAFT die Bezirksregierungen Arnsberg, Düsseldorf und Münster, die Staatlichen Umweltämter Duisburg, Hagen, Herten und Krefeld und das ausführende Ingenieurbüro Hydrotec an. Kreise, Städte und Gemeinden wurden in mehreren Veranstaltungen über die Inhalte und Ziele des HWAP Emscher informiert.

Besonderheiten des HWAP Emscher

Durch die bergbaubedingte Eindeichung der Emscher in den letzten 100 Jahren werden Hochwasser bis zum Bemessungsereignis von den Anliegern meist wenig oder gar nicht bemerkt. Eine Besonderheit an der Emscher ist die sehr schnelle Entstehung von Hochwasserwellen. Dies bedingt eine sehr kurze Vorwarnzeit von wenigen Stunden. Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass größere Ereignisse als das Bemessungshochwasser auftreten, wurden auch die Auswirkungen eines extremen Hochwasserereignisses untersucht. Der HWAP Emscher gibt Hinweise, wie Schäden soweit wie möglich vermindert werden können und wie eine Hochwasservorsorge strategisch ausgerichtet werden kann.
Hochwassergefahren, die durch Nebenläufe der Emscher verursacht werden, werden im HWAP Emscher nicht behandelt.