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Boden und Grundwasser stehen in einem engen Zusammenhang. In einer natürlichen Landschaft versickern Niederschläge im Boden und ergänzen dadurch die Grundwasservorräte. Beim Weg durch den Boden wird das Regenwasser zusätzlich gereinigt. Feste Stoffe werden wie in einem Filter zurückgehalten, weitere Stoffe werden von Pflanzen und Mikroorganismen aufgenommen. Zusätzlich wirken manche Böden als natürliche Ionenaustauscher, die gelöste Chemikalien binden und gegen andere Stoffe austauschen.
In einer dicht besiedelten Industrielandschaft können diese Vorgänge jedoch deutlich gestört werden. Häuser, Plätze und Straßen versiegeln die Oberfläche, so dass das Regenwasser nicht mehr versickern kann. Es kann das Grundwasser nicht mehr ergänzen und muss stattdessen von Kanalisation und Klärwerken bewältigt werden. Durch Altlasten von Bergwerken und Industrie verseuchte Böden wirken nicht mehr als Filter, sondern geben ganz im Gegenteil erhebliche Schadstoffmengen an das Grundwasser ab. Beides sind Probleme, die durch eine professionelle Grundwasserbewirtschaftung gelöst werden müssen. Die Wasserrahmenrichtlinie der EU macht hierfür klare Vorgaben. Sowohl bei der Menge also auch bei der Qualität soll bis 2015 ein guter Zustand erreicht werden.
Für bestimmte Stoffe gibt die WRRL zulässige Höchstmengen an. So darf die Menge an Nitrat 50 mg/l und an Pflanzenschutzmitteln insgesamt 0,5 µg/l nicht überschreiten. Grenzwerte gibt es beispielsweise auch für Arsen, Cadmium, Blei und Quecksilber. Das Grundwasser darf darüber hinaus die Oberflächengewässer und grundwasserabhängige Landökosysteme wie Auenwälder nicht beeinträchtigen. Probleme bereiten hier in Gewässernähe gelegene Altlasten und Altlastenverdachtsflächen aus Industrie und Bergbau. Abhängig von der hydrogeologischen Situation können sich Stoffe, die aus solchen Altlasten ins Grundwasser gelangt sind, unterschiedlich ausbreiten. Hinzu kommt, dass viele Schadstoffe nur sehr langsam abgebaut werden und daher lange im Grundwasser verbleiben. Viele der vorhandenen Belastungen sind schon vor Jahrzehnten verursacht worden, können aber noch heute festgestellt werden.
Zusammen mit der Regenwasserbewirtschaftung hat die Grundwasserbewirtschaftung das Ziel, die Gewässer auch in regenarmen Zeiten mit Wasser zu versorgen und auf diese Weise die Kanalisation zu entlasten. In der gesamten EU fließt rund ein Drittel des Grundwassers durch undichte Rohre in die Kanalisation. Wenn es gelingt, dieses Fremdwasser durch Sanierung der Kanalrohre den Gewässern zuzuleiten, könnte der natürliche Niedrigwasserabfluss in den Gewässern deutlich gesteigert werden. Dies käme Tieren und Pflanzen zugute und würde gleichzeitig dazu beitragen, die Abwassergebühren niedrig zu halten.
© Emschergenossenschaft/Lippeverband