Neue Aufgaben für eine Region im Wandel

Durch den Strukturwandel an Emscher und Lippe verändern sich auch unsere Aufgaben bei der Grundwasserbewirtschaftung. Früher war es die Hauptaufgabe von EMSCHERGENOSSENSCHAFT und LIPPEVERBAND, die Folgen von Bergsenkungen durch geeignete Regulierungsmaßnahmen auszugleichen. In den Senkungsmulden lag (und liegt) die Erdoberfläche nur knapp oberhalb des Grundwasserspiegels, gelegentlich sogar darunter. Hier muss der Grundwasserspiegel durch unsere Pumpwerke niedrig gehalten werden. Heute ergeben sich eine Reihe weiterer Tätigkeitsbereiche. So kann das Grundwasser beispielsweise durch den Gewässerumbau oder die fortschreitende Sanierung der kommunalen Kanalnetze lokal ansteigen. Dies würde nasse Keller, Gebäudeschäden und im Extremfall sogar Überflutungen bedeuten. Gegenmaßnahmen erfordern integrierte Konzepte, welche die enge Verzahnung von Grundwasserbewirtschaftung, Regenwasserbewirtschaftung und Fremdwassersanierung berücksichtigen. Auch die Trennung von Rein- und Schmutzwasser im Rahmen der Umgestaltung des Emschersystems wirft neue Fragen auf. Über die Beurteilung der direkten Auswirkungen unserer Baumaßnahmen auf die Grundwasserverhältnisse hinaus müssen dabei auch die Wechselwirkung zwischen altlastenbedingter Grundwasserbeschaffenheit und chemischer Gewässerqualität untersucht werden.

Als Dienstleister rund um den gesamten Wasserkreislauf nehmen wir folgende Aufgaben zur Bewirtschaftung des Grundwassers wahr:

  • Planung, Bau und Betrieb von Grundwassermessstellen
  • Erstellung von Grundwassermodellen
  • Bereitstellung von Grundwasserdaten auch durch das internetbasierte Informationsportal (BIS/GW)
  • Erarbeitung von grundwasserbezogenen Fachplanungen
  • Beratung zu Fragen der Grund- und Regenwasserbewirtschaftung
  • Erstellung von integrierten Konzepten zur Fremdwassersanierung
  • Verfolgung der Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie für die Grundwasserbewirtschaftung
  • Gefährdungsabschätzungen und Sanierungsplanungen für Altlasten und Prognosen der chemischen Gewässerqualität

Mehr zum Thema

Grundwasser wird zu Fremdwasser

Ein großes Themenfeld der Grundwasserbewirtschaftung ist die Fremdwassersanierung. So fließt im Emschergebiet eine geschätzte Menge von 33 Mio. Kubikmeter Grundwasser im Jahr unbeabsichtigt der Kanalisation zu. Gelingt es im Rahmen von Kanalsanierungen, dieses grundwasserbürtige Fremdwasser zu beseitigen und das Wasser den Gewässern zuzuführen, kann der natürliche Niedrigwasserabfluss in den Gewässern um ca. 42 Prozent erhöht werden.
Die Grund- und Regenwasserbewirtschaftung hat unter anderem das Ziel, die Niedrigwasserführung der Gewässer durch Regenwasserabkopplung sowie Fremdwassersanierung zu erhöhen.

Lesen Sie mehr

Mehr zum Thema

Projekt „dynaklim“ – Klimawandel als Herausforderung für den Wasserhaushalt

Im Mittelpunkt des „dynaklim“-Projekts (Dynamische Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels) stehen die Auswirkungen des erwarteten Klimawandels auf die zukünftige Verfügbarkeit und Nutzung des Wassers in der Emscher-Lippe-Region und die damit verbundenen Folgewirkungen für Bevölkerung, Wirtschaft und Umwelt.

Lesen Sie mehr