Grundwasserbewirtschaftung

Wasser macht nicht an Stadtgrenzen Halt – dies gilt nicht nur für Bäche und Flüsse, sondern auch für das Grundwasser. Es ist daher sinnvoll, die mengenmäßige und qualitative Bewirtschaftung des Grundwassers zentral zu organisieren. Die Maßstäbe hierfür sind in der europäischen Wasserrahmenrichtlinie festgelegt. Entsprechen Menge und chemische Qualität nicht den Anforderungen, muss die Bewirtschaftung nach integrierten Konzepten erfolgen. Dabei müssen alle Faktoren berücksichtigt werden, die Menge oder Qualität des Grundwassers beeinflussen. Für die Menge sind dies beispielsweise Gewässerumbau, Bergbau, Kanalsanierungen oder Regenwasserversickerung, für die Qualität beispielsweise Altlasten oder Hintergrundbelastungen. Für die Einzugsbereiche von Emscher und Lippe übernehmen wir diese Aufgabe.

Eine professionelle Grundwasserbewirtschaftung erfordert verlässliche Datengrundlagen, die wir durch regelmäßige Grundwasserstandsmessungen schaffen. Neben eigenen Grundwassermessstellen werden dabei auch Messstellen der Städte, des Landes und des Bergbaus ausgewertet. Zur Erfassung des Grundwasserstandes können wir aktuell auf rund 7.400 Grundwassermessstellen zurückgreifen. Auf Basis der Messewerte können wir mit Hilfe numerischer Grundwasserströmungsmodelle unterschiedliche grundwasserhydraulische Fragestellungen untersuchen. Die erstellten Prognosen erhöhen die Planungs- und Investitionssicherheit bei unseren Maßnahmen zum Umbau der Gewässer, zum Kanalbau und zur Kanalsanierung.