Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie

Seit Dezember des Jahres 2000 gelten für die Gewässerbewirtschaftung in Europa neue Regeln. Die Wasserrahmenrichtlinie der EU (WRRL) stellt alle in der Wasserwirtschaft tätigen Institutionen vor neue Herausforderungen. Im Mittelpunkt der Richtlinie steht dabei ein integrierter Gewässerschutz, mit dem folgende Ziele erreicht werden sollen:

  • Der Gewässerschutz soll nicht mehr an Verwaltungs- oder Staatsgrenzen halt machen. Die Betrachtung erfolgt vielmehr nach Flussgebieten, also anhand der natürlichen Grenzen.
  • Gewässerschutz soll nicht mehr als rein ökologisches oder technisches Problem behandelt werden. Zukünftig werden auch die damit verbundenen ökonomischen und sozialen Fragen berücksichtigt.
  • Grundwasser, Oberflächengewässer und wasserbezogene Ökosysteme sollen bis zum Jahr 2015 einen „guten Zustand“ erreichen.
  • Eine Verschlechterung des Zustandes des Grundwassers, der Oberflächengewässer und der aquatischen Lebenswelt soll verhindert werden.
  • Die Ressource Wasser soll nachhaltig bewirtschaftet werden und somit auch späteren Generationen zur Verfügung stehen.
  • Die Öffentlichkeit soll an den getroffenen Maßnahmen beteiligt werden.

Ausnahmeregelungen nach Artikel 4 der Wasserrahmenrichtlinie ermöglichen es den Mitgliedsstaaten, die Frist für die gesetzten Ziele zu verlängern, um die Umweltziele in einem realisierbaren Zeitrahmen zu erreichen oder aber weniger strenge Umweltziele festzulegen.
Der angestrebte „gute Zustand“ der Gewässer wird anhand einer Reihe von Kriterien bewertet. Dazu gehören der chemische Zustand, die ökologischen Merkmale und die Gewässergestalt.