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Häusliches Schmutzwasser ist Abwasser aus Toiletten, Sanitäreinrichtungen, Küchen und Waschmaschinen. Es unterscheidet sich sehr vom gewerblichen oder industriellen Abwasser. Industrieabwasser weist meist besondere und starke Verschmutzungen auf, weshalb es oft in industrieeigenen Anlagen behandelt wird, bevor es entweder in die öffentliche Kanalisation oder ein Gewässer abgeleitet wird. Der Begriff Abwasser umfasst jedoch neben dem durch Gebrauch verunreinigten Wasser auch das von befestigten Flächen abfließende Niederschlagswasser sowie das anfallende Fremdwasser, das in die Kanalisation durch bauliche Schäden eintritt.
Rund 30 Prozent der im Abwasser enthaltenen Stoffe sind fest und sichtbar, der Rest sind gelöste Schmutzstoffe. Ziel der Abwasserbehandlung ist eine Beseitigung der Abwasserinhaltsstoffe und eine Wiederherstellung der natürlichen Wasserqualität. Nach §7a des deutschen Wasserhaushaltsgesetzes muss Abwasser nach dem Stand der Technik behandelt werden
Die Leistungskapazität von Kläranlagen wird in Einwohnerwerten (EW) angegeben. Dabei handelt es sich um die Summe der Reinigungsleistung für die häuslichen, gewerblichen und industriellen Abwassermengen. Hinzu kommen Zuschläge für Regenwasser (bei Mischkanalisation) und Fremdwasser (undichte Kanäle, Einleitungen von Drainagen u.ä.).
Der Einwohnerwert setzt sich aus der Anzahl von Einwohnern, multipliziert mit einer statistischen Verbrauchsgröße eines Standardeinwohners (Einwohnergleichwert), zusammen. Für industrielle und gewerbliche Abwassermengen gibt es Umrechnungsvorschriften. Der Einwohnergleichwert ist eine festgelegte, vereinbarte Größe des für einen Standardeinwohner anzusetzenden Anfalls an Abwasser. Als Belastung der Kläranlage mit Abwasser wurde früher ein Schmutzwasseranfall von 150 bis 200 Liter pro Einwohner und Tag angesetzt. Das entspricht etwa dem Wasserverbrauch. Für Neuplanungen wird inzwischen von einer Schmutzwassermenge um die 130 Liter pro Einwohner und Tag ausgegangen.
Für die hydraulische Berechnung (Zahl und Größe der Förderpumpen) der Kläranlage ist zudem der Tagesgang der Belastung von Bedeutung.
© Emschergenossenschaft/Lippeverband